Ettersburger Gespräch verabschiedet Strategiepapier für mehr Qualität von Infrastrukturen

Pressemeldung 28.09.2017
 

„Bei der Sanierung und Entwicklung von Infrastrukturen können entscheidende Ankerpunkte gesetzt werden, durch gute Planung und Gestaltung die Lebensqualität aller maßgeblich zu verbessern“, sagte Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. „Verkehr, Quartier und Kultur müssen dabei als konditionierende Standortfaktoren zusammengedacht werden.“ Baustaatssekretär Gunther Adler forderte „mehr Planungsqualität, mehr Wettbewerb und mehr Beteiligung“.

Am 21. und 22. September 2017 trafen sich 100 Entscheider aus Politik, Bau- und Immobilienbranche auf Schloss Ettersburg bei Weimar. Sie diskutierten das Thema „Verkehr, Quartier, Kultur. Die neuen Infrastrukturen bauen“ anhand von aktuellen Praxisbeispielen wie der Elbphilharmonie Hamburg oder der Düsseldorfer U-Bahnstrecke Wehrhahn-Linie. Dabei beleuchteten kommunale Projektleiter, Architek-ten und Ingenieure aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Herausforderungen umfassender Bauvorhaben. Die Prozessqualität sei entscheidend für das Gelingen komplexer Infrastrukturprojekte. Bereits in der Vorbereitungsphase, der sogenannten Phase Null, sollten alle Beteiligten mit einbezogen werden, um partnerschaftlich zum Ziel zu gelangen. Allgemeingültige Lösungen gebe es nicht: Jedes Projekt erfordere ein Aushandeln der Beteiligten und den unbedingten Willen der am Bau Beteiligten zum Bauwerk, um lösungsorientiert und zielgerichtet zu agieren.

Strategiepapier zum Ettersburger Gespräch 2017

Zum Abschluss des Ettersburger Gesprächs verabschiedete der interdisziplinäre Kreis einvernehmlich ein Strategiepapier. Darin appellieren die 100 Bauschaffenden an die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft, die bauliche Qualität der Lebensräume zu optimieren und formuliert hierzu drei Thesen:

  • Verkehr – integriert planen, bauen und unterhalten: Ganzheitliche, partnerschaftliche und digitalisierte Planungsprozesse erzielen im Ergebnis funktional, gestalterisch und technisch bessere Lösungen.
     
  • Quartiere – durch Mischung städtebaulich gestalten: Erneuerung und Ausbau von Quartiersinfrastruktur muss als aktive Gestaltungsaufgabe begriffen werden. Die Entwicklung und dauerhafte Nutzung lebenswerter Quartiere gelingt durch integriertes Planen, Bauen und Betreiben.
     
  • Kultur – als Impuls für Stadtentwicklung und Baukultur nutzen: Weitsichtige Investitionen in Kultur- und Bildungsstandorte stärken Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und sind maßstabsbildender Träger von Baukultur.