Bauhauptgewerbe im April 2014

Mittwoch, 25.06.2014

Presseinfo 30/14

 

Bauwirtschaft schaltet einen Gang zurück – Branche aber weiter auf Wachstumskurs: Umsatz legt um 9 % zu, Auftragseingang steigt um 6 %.

Nach einem ausgesprochen starken ersten Quartal mit zweistelligen Umsatz­zuwächsen schaltet die Bauwirtschaft im April einen Gang zurück, die Branche bleibt aber auf Wachstumskurs: Wie der Hauptverband der Deut­schen Bauin­dustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mit­teilt, lag der baugewerbliche Umsatz der Betriebe im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten im April um nominal 9,1 % über dem entspre­chen­den Vorjahres­wert - für die ersten vier Monate ergibt sich damit ein Plus von 20,2 %.

Die Befürchtung, dass ein Großteil des Auftragsbestandes aufgrund der milden Temperaturen schon in den ersten drei Monaten des Jahres abgearbeitet wurde, ist – wie der Hauptverband erwartet hat – nicht eingetreten. Im Gegenteil - aufgrund der guten Auftragslage sind die Bestände weiter gestiegen: Die Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten für Ende März Auftrags­bestände in Höhe von 27,8 Mrd. Euro, das war der höchste März-Wert seit 1999. Im April kamen noch neue Aufträge hinzu - der Auftragseingang stieg um nominal 6,1 % (real: 4,5 %). Für den gesamten Zeitraum Januar bis April lag die Ordertätigkeit um 7,4 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (real: + 5,7 %).

Die Konjunktur zog im April in sämtlichen Bausparten weiter an: Das beste Gesamtergebnis wies der Wohnungsbau aus, dessen Umsätze und Auftrags­eingänge um 11,0 % bzw. 15,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen (Jan.-Apr.: + 23,0 % bzw. + 14,7 %). Auch die Geneh­migungen sind in den ers­ten vier Monaten gestiegen: Die Zahl der neuen Woh­nungen in Wohngebäuden lag insgesamt um 7,4 % über dem Vorjahreswert, im Mehrfamilienhausbau sogar um 14,8 %.

Ausgesprochen gut abgeschnitten hat auch der Öffentliche Bau: Die Gebiets­körperschaften haben nicht nur offene Rechnungen beglichen (Umsatz: + 10,8 %, Jan.-Apr: + 26,6 %), sie haben auch neue Aufträge vergeben: Die Bauunter­nehmen meldeten für April einen Anstieg des Auftragseingangs von 4,0 % (Jan.-Apr.: + 0,8 %). Einziger Wermutstropfen ist die Entwicklung der Neubaugeneh­migungen im Öffentlichen Hochbau (veranschlagte Baukosten): Diese sind in den ersten vier Monaten um 29,4 % gesunken. Dies ist allerdings überwiegend auf einen statistischen Basis-Effekt zurückzuführen: Die Geneh­migungen waren im vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 88 % gestiegen.

Etwas weniger dynamisch entwickelte sich der Wirtschaftsbau: Die Bauunter­nehmen meldeten für April einen Anstieg des Umsatzes und des Auftragsein­gangs von 7,0 % bzw. 3,8 %. Diese unterdurchschnittliche Entwicklung ist aber kein Grund zur Sorge – die Unternehmen sind nach wie vor gut aufgestellt: Für den gesam­ten Zeitraum von Januar bis April wird ein zweistelliges Umsatz- wie auch Order­plus ausgewiesen (Jan.-Apr.: + 14,9 % bzw. + 10,1 %). Auch die Neubau­geneh­migungen im Wirtschaftshochbau sind gestiegen (+ 12,5 %); ins­beson­dere für Fabrik- und Werkstattgebäude wurden mehr Genehmigungen erteilt (Jan.-Apr.: + 30,0 %). Der Hauptverband sieht sich auch durch die aktu­ellen Umfrageergebnisse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in seiner positiven Ein­schätzung bestätigt: Demnach planen die Indust­rieunternehmen, ihre Investiti­onen im laufenden Jahr weiter zu erhöhen, dabei gibt sogar jedes dritte Unter­nehmen Kapazitätserweiterung als Motiv an.

 

Nachträglicher Hinweis zur Umsatzstatistik: Das Statistische Bundesamt hat mit der Veröffentlichung der Märzdaten die Werte auf den Berichtskreis der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten umgestellt. Bis dahin wurden die hoch  geschätzten Angaben für alle Betriebe (einschließlich Kleinbetriebe) in der Pres­semitteilung veröffentlicht. Der Hauptverband hat diese Praxis übernommen.

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.