Bauhauptgewerbe im Dezember 2014

Mittwoch, 25.02.2015

Presseinfo 6/15

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Punktlandung am Bau - Umsatz legt im Gesamtjahr 2014 wie erwartet um 4 % zu. Dem starken ersten Halbjahr folgte allerdings ein schwaches zweites. Im Dezember ging die Bautätigkeit um 2 % zurück. Auch die Aussichten trüben sich ein: Auftragseingang sinkt um 4 %.

 

Die Bauwirtschaft legte 2014 nahezu eine Punktlandung hin: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, stieg der Umsatz im Gesamtjahr um nominal 4,1 % und übertraf damit die Verbandsprognose sogar noch leicht. Die größeren Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten erreichten sogar ein Umsatzplus von 4,4 %. Die Bauunternehmen können mit diesem Ergebnis zwar zufrieden sein, allerdings fehlte der Baukonjunktur nach einem guten Jahresstart letztlich der Schwung: Während der Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im ersten Halbjahr - auch witterungsbedingt - um 12,8 % zulegte, sank er im zweiten Halbjahr um 1,0 %. Im Dezember wurde sogar ein Minus von 1,6 % gemeldet - trotz milder Temperaturen und eines zusätzlichen Arbeitstages.

Auch die Aussichten trüben sich ein: Die Baubetriebe meldeten im Dezember einen Rückgang der Ordertätigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat von nominal 4,0 % (real: - 5,0 %). Das Gesamtjahr schließt mit einem Minus von 0,5 % (real: - 1,8 %). Entsprechend verunsichert schauen die Bauunternehmen in die Zukunft: Für das laufende Jahr rechnen zwar noch 84 % der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage befragten Bauunternehmen mit einer besseren (15 %) bzw. gleichbleibenden (69 %) Geschäftslage, der Anteil der Pessimisten ist binnen Jahresfrist aber um fünf auf 16 % gestiegen. Insbesondere die Entwicklung der Inlandsnachfrage gibt Anlass zur Sorge: Knapp die Hälfte der Befragten, von den Großunternehmen sogar 58 %, sieht hierin ein Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung.

Der Wohnungsbau war 2014 die stärkste Stütze der Baukonjunktur, der Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten legte um 7,8 % zu, der Auftragseingang stieg um 4,3 %. Die Bausparte hat auch im vergangenen Jahr von den niedrigen Zinsen, der guten Arbeitsmarktlage und dem Wunsch von Kapitalanlegern nach einer wert­beständigen Investition profitiert. Zum Jahresende stieg der Umsatz nur leicht (+ 1,4 %), die Nachfrage war allerdings ungebrochen und legte um 14,9 % zu. Damit war der Wohnungsbau im Dezember die einzige Bausparte mit einem Orderplus.

Den stärksten Rückgang verzeichnete im Dezember der Öffentliche Bau: Die Nachfrage der Gebietskörperschaften brach um 16,1 % ein - die Etats waren zum Ende des Jahres leer. Für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Orderrückgang von 3,5 %, ein schlechtes Zeichen für die Entwicklung im laufenden Jahr. Demgegenüber legte der Umsatz 2014 um 3,2 % zu - er profitierte noch von den hohen Auftragseingängen des Vorjahres. Dies galt aber nicht mehr für das Jahresende: Im Dezember sank die Bauleistung um 1,8 %. 

Der Wirtschaftsbau konnte sich im Gesamtjahr 2014 gegen die im vergangenen Jahr vorherrschende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit behaupten: Der Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten legte um 3,7 % zu. Aufgrund der schwächeren Auftragslage - der Auftragseingang sank 2014 um 0,2 %, im Dezember sogar um 3,6 % - meldeten die Baubetriebe zum Jahresende allerdings einen Umsatzrückgang von 2,7 %. Der Hauptverband erwartet für dieses Jahr aber eine leichte Erholung. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen der aktuellen DIHK-Umfrage, welche im Vergleich zum Herbst einen leichten Anstieg der Investitionsabsichten der Industrieunternehmen aufgrund einer verbesserten Geschäftserwartung ergab.

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.