Bauhauptgewerbe im Oktober 2014:

Freitag, 19.12.2014

Presseinfo 41/14

 

Kein goldener Oktober am Bau - Auftragseingänge geben um 3 % nach, Umsätze legen nur um 1 % zu.

 

Für die Bauwirtschaft gab es 2014 keinen goldenen Oktober - die Zurückhaltung der Öffentlichen Hand sowie die abwartende Haltung vieler Investoren hinterließ Spuren in den Auftragsbüchern der Bauunternehmen: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der Auftragseingang der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten im Bauhauptgewerbe im Oktober um nominal 3,3 % (real: - 4,5 %) unter dem ebenfalls schwachen Vorjahresergebnis. Damit meldeten die Bauunternehmen den fünften Orderrückgang in Folge - das bisher gut gefüllte Auftragspolster schmilzt weiter ab: Insgesamt lag die Ordertätigkeit in den ersten zehn Monaten nur noch um 0,4 % über dem vergleichbaren Vor­jahreszeitraum (real: - 1,0 %). Auch der Umsatz entwickelte sich verhalten: Der baugewerbliche Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten legte im Oktober gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert nur um nominal 1,0 % zu. Über den gesamten Zeitraum von Januar bis Oktober lag der Umsatz dank des guten ersten Halbjahres noch um 5,9 % über dem vergleichbaren Vor­jahreswert. 

Für die Zukunft fehlt es der Bauwirtschaft aber an zusätzlicher Nachfrage - ins­besondere von Seiten der Öffentlichen Hand: Die Baubetriebe meldeten für den Öffentlichen Bau im Oktober einen Einbruch des Auftragseingangs von 7,3 %. Aufgrund der Investitionszurückhaltung der Gebietskörperschaften in den ver­gangenen Monaten liegen die kumulierten Aufträge von Januar bis Oktober mitt­lerweile um 2,2 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraumes.  Angesichts des Zustandes der Verkehrsinfrastruktur ist dies eine bedenkliche Entwicklung. Aufgrund der rückläufigen Ordertätigkeit in den Vormonaten und der abschmilzenden Bestände - diese lagen Ende September um 1,1 % unter dem Vorjahresergebnis - wurde im Oktober ein Umsatzrückgang von 1,3 % aus­gewiesen (Jan.-Okt: + 4,7 %).

Die zunehmende gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit wirkt sich langsam auf den Wirtschaftsbau aus: Die Baubetriebe meldeten einen Rückgang der Ordertätigkeit von 4,9 % - das war der zweite Rückgang in Folge (Jan.-Okt.: + 1,3 %). Ob dies schon die ersten Anzeichen für ein Auslaufen der guten baukonjunkturellen Entwicklung im Wirtschaftsbau ist, werden die kommenden Monate zeigen. Noch geben die meisten Indikatoren Grund zu verhaltenem Optimismus. Zum einen lagen die Bestände Ende September deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 5,1 %), was zu einem Anstieg der Umsätze im Oktober beitrug (+ 0,4 %, Jan.-Okt.: + 5,3 %). Zum anderen waren die Neubaugeneh­migungen im Wirtschaftshochbau im Oktober (veranschlagte Baukosten) nach vier Monaten endlich wieder im Plus (Okt.: + 3,6 %, Jan.-Okt.: + 1,4 %). Insbe­sondere die Nachfrage nach Handels- und Lagergebäuden zog an (Okt.: + 26,1 %).

Positive Signale kommen aus dem Wohnungsbau: Die Nachfrage ist im Oktober - erstmals seit Mai - wieder angezogen. Die Baubetriebe meldeten einen deutlichen Anstieg der Auftragseingänge von 7,5 % (Jan.-Okt.: + 3,2 %). Auch die Baugenehmigungen von Wohnungen (Neu- und Umbau) lagen wieder im Plus (+ 11,4 %, Jan.-Okt.: + 5,8 %). Der Auftragsbestand ist nach wie vor hoch: In den Büchern standen Ende September um 4,3 % höhere Bestände als im September 2013. Entsprechend stark stiegen die Umsätze im Oktober mit 6,5 % an (Jan.-Okt.: + 9,5 %).

 

Nachträglicher Hinweis zur Umsatzstatistik: Das Statistische Bundesamt hat die Werte auf den Berichtskreis der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten umgestellt. Bis dahin wurden die hoch geschätzten Angaben für alle Betriebe (einschließlich Kleinbetriebe) in der Pressemitteilung veröffentlicht. Der Haupt­verband hat diese Praxis übernommen.

  

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.