Handlungsempfehlungen der Reformkommission „Bau von Großprojekten“

Montag, 29.06.2015

Presseinfo 18/15
St/

 

Mehr Termintreue und Kostensicherheit durch mehr Bauherrenkompetenz, vorausschauendes Risikomanagement und bessere Konfliktlösungsmechanismen
 
Eine „neue Kultur des Vertrauens und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Auftraggebern und privaten Auftragnehmern“ hat der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Prof. Thomas Bauer heute anlässlich der Vorstellung des Abschlussberichts der Reform-kommission „Bau von Großprojekten“ in Berlin angemahnt. Mehr Kostensicherheit und Termintreue bei der Umsetzung von Großprojekten sei möglich, wenn die „Kultur des Gegeneinanders“ zwischen Auftraggebern und Auftrag-nehmern aus der Zeit der Baukrise ein für alle Mal überwunden werde.

Mit ihren Handlungsempfehlungen habe die Kommission praktikable Wege aufgezeigt, wie künftig Großprojekte termintreuer und kostensicherer umgesetzt werden könnten. Als besonders wichtig hebt Bauer die Stärkung der Bauherrenkompetenz auf Auftraggeberseite, die verbindliche Einführung eines systematischen Risikomanagements sowie die Einführung interner und externer Konfliktlösungsmechanismen, wie z. B. der Adjudikation auf Verlangen einer Seite, hervor. Darüber hinaus empfiehlt Bauer aber auch den Rückgriff auf die zusammengefasste Vergabe immer dann, wenn die Projektmanagementkompetenz auf Auftraggeberseite begrenzt sei, die Erprobung von Modellen der Partnerschaftlichen Projektzusammenarbeit, u. a. um künftig Planen und Bauen besser aufeinander abzustimmen, aber auch weitere konsequente Schritte auf dem Weg zur Digitalisierung der Bauwirtschaft durch Building-Information-Modeling, um die einzelnen Phasen des Wertschöpfungsprozesses besser miteinander zu verzahnen.

Mit der Vorlage dieser Empfehlungen sei jedoch erst „die halbe Strecke“ zurückgelegt, erklärte Bauer. Es komme jetzt darauf an, diese Empfehlungen in Taten umzusetzen. Dazu müssten – neben dem federführenden Bundesverkehrsministerium – weitere Ministerien, darunter das Bundesfinanzministerium, das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Umwelt und Bau sowie das Justizministerium „ins Boot“ geholt werden. Die Bauindustrie sei bereit, diesen Umsetzungsprozess mit Rat und Tat zu begleiten.