Presseinfo 03/13

Freitag, 25.01.2013

25.01.2013

Bauhauptgewerbe im November 2012:
Nervöse Investoren belasten Bauhauptgewerbe - Nachfrage bricht um 6 % ein, Umsatz sinkt um 1,5 %

Die zunehmende Verunsicherung der Investoren über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird erstmalig zur Belastung für das deutsche Bauhauptgewerbe: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, lag der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im November um nominal 6,0 % unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats – das war der stärkste Rückgang seit zwei Jahren (real: - 8,3 %). Ursächlich für diese Entwicklung ist hauptsächlich die Investitionszurückhaltung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes; hinzu kommt aber auch ein statistischer Basiseffekt. In den kommenden Monaten profitiert die Baubranche noch von einem guten Auftragspolster: Für den gesamten Zeitraum Januar bis November 2012 ergibt sich ein Orderplus von 7,7 % (real: + 5,1 %). Aus diesem Grund ist der baugewerbliche Umsatz im November mit Minus 1,5 % auch weniger stark zurückgegangen, als vom Hauptverband – aufgrund eines ähnlich hohen Basiseffektes und des frühen Wintereinbruchs - befürchtet. Insgesamt ergibt sich für die ersten elf Monate ein Umsatzplus von nominal 1,6 %.

Erste Abkühlungserscheinungen zeigte im November der Wirtschaftsbau: Der Auftragseingang brach um 10,5 % ein, der Umsatz sank um 1,7 %. Aufgrund der guten Entwicklung in den Vormonaten weisen beide Indikatoren für den gesamten Zeitraum von Januar bis November aber noch ein Plus aus (5,7 % bzw. 2,0 %). Insgesamt haben sich die Perspektiven für die kommenden Monate etwas eingetrübt: Die Neubaugenehmigungen im Wirtschaftsbau (veranschlagte Baukosten) sind im November um 6,4 % zurückgegangen – den dritten Monat in Folge (Jan.-Nov.: + 8,2 %). Besonders stark betroffen waren die Segmente Fabrik- und Werkstattgebäude und Handels- und Lagergebäude (- 29,0 % bzw. - 20,4 %).
 
Zusätzlich belastet wird die Entwicklung im Bauhauptgewerbe durch die Investitionszurückhaltung der Öffentlichen Hand: Die Baubetriebe meldeten im November für den Öffentlichen Bau einen Rückgang des Auftragseingangs und des Umsatzes von 5,1 % bzw. 4,5 %. Lediglich der guten Auftragslage im Oktober - mit hoher zweistelliger Wachstumsrate - ist es zu verdanken, dass der Ordereingang über die ersten elf Monate mit + 8,8 % relativ hoch ausfällt. In der Produktion macht sich das Auftragsplus aber nicht bemerkbar: Der Umsatz ging im gleichen Zeitraum um 4,3 % zurück.

Gestützt wird die Baukonjunktur allein vom Wohnungsbau, der weiterhin von der Unsicherheit auf den Finanzmärkten profitiert: Sowohl der Auftragseingang (+ 2,8 %) als auch der baugewerbliche Umsatz (+ 1,7 %) zogen im November an. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis November ergibt sich ein Orderplus von + 10,5 % und ein Umsatzanstieg von 6,4 %. Auch die Zahl der Genehmigungen von neuen Wohnungen ist in den ersten elf Monaten um 6,9 % auf knapp 196.500 gestiegen. Insbesondere der Mehrfamilienhausbau profitiert von den niedrigen Zinsen und der Strategie, Kapital in Sachwerten anzulegen: Die Neubaugenehmigungen legten im Zeitraum von Januar bis November um 16,0 % zu.  

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.