Bauhauptgewerbe im August 2014

Dienstag, 11.11.2014

Sommerpause am Bau: Unternehmen melden Umsatzrückgang von 3 % und Orderminus von 4 %.

Der verhaltene Start ins zweite Halbjahr hat sich auch im August fortgesetzt: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, sank der baugewerbliche Umsatz der Betriebe im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten im August gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um nominal 3,4 %. Das Polster des witterungsbedingt starken ersten Halbjahres schmilzt zwar langsam ab, für den gesamten Zeitraum von Januar bis August ergibt sich aber immer noch ein Plus von 7,6 %. Auch der Auftragseingang war im August im Minus: Die Baubetriebe meldeten einen Rückgang von nominal 4,0 % (real: - 5,2 %). Insgesamt lag die Ordertätigkeit in den ersten acht Monaten nur noch um 1,0 % über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (real: - 0,4 %).

Zum Teil ist die enttäuschende Entwicklung darauf zurückzuführen, dass die Sommerschulferien 2014 schwerpunktmäßig auf den August gefallen sind, im Vorjahr hingegen überwiegend auf den Juli. Hinzu kommt, dass den Unternehmen im August 2014 auch noch ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand, was rein rechnerisch fünf Prozent des Umsatzes ausmacht. Dass sich die zunehmende gesamtwirtschaftliche Unsicherheit als Folge der Krisen in der Ukraine, in Syrien und im Irak schon im August negativ auf die Bauwirtschaft ausgewirkt hätte, sieht der Bauindustrieverband hingegen nicht.

So hat sich der Wirtschaftsbau von der Unsicherheit nach wie vor nicht anstecken lassen: Der Umsatz ging zwar leicht zurück (Aug.: - 0,3 %, Jan.-Aug.: + 6,7 %), die Betriebe meldeten aber weiter steigende Auftragseingänge (Aug.: + 1,9 %, Jan.-Aug.: + 2,8 %). Einen leichten Dämpfer erhielt allerdings der Wirtschaftshochbau, dessen Neubaugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) den dritten Monat in Folge rückläufig waren (Aug.: - 2,3 %). Für den gesamten Zeitraum Januar bis August wurde aber immer noch ein Plus von 3,7 % ausgewiesen. Insbesondere die Nachfrage nach Fabrik- und Werkstattgebäuden hat angezogen (+ 20,1 %).

Die schlechte Entwicklung im August ist hingegen überwiegend auf die Investitionszurückhaltung von Bund, Ländern und Kommunen zurückzuführen: Für den Öffentliche Bau wurde - trotz nach wie vor sprudelnder Steuereinnahmen - sowohl ein Order- als auch ein Umsatzminus ausgewiesen. Die Baubetriebe meldeten einen Umsatzrückgang von 8,4 %. Das nach wie vor gute Umsatzpolster (Jan.-Aug.: + 6,9 %) könnte im Laufe des Jahres weiter schrumpfen, da durch die anhaltende Zurückhaltung der Gebietskörperschaften bei der Auftragsvergabe (Aug.: - 5,3 %) der gesamte Auftragseingang für die ersten acht Monate weiter ins Minus gerutscht ist (Jan.-Aug.: - 2,0 %). Die Gebietskörperschaften halten sich besonders im Straßenbau zurück: Die Baubetriebe meldeten einen Einbruch des Auftragseingangs von 11,3 % (Jan.-Aug.: + 0,5 %). Aber auch der Hochbau leidet unter der Zurückhaltung der öffentlichen Hand: Der Auftragseingang sank im August um 4,7 % und die Neubaugenehmigungen um 6,4 % (Jan.-Aug.: - 1,8 % bzw. - 24,5 %).

Widersprüchliche Signale kamen im August vom Wohnungsbau: Während der Umsatz mit minus 0,3 % nur leicht unter dem Vorjahreswert lag (Jan.-Aug.: + 10,8 %), brach der Auftragseingang um 13,7 % ein (Jan.-Aug.: + 3,2 %). Demgegenüber sind die Baugenehmigungen aber wieder im Plus: Die Zahl der genehmigten Wohnungen stieg um 2,3 %, über den gesamten Zeitraum Januar bis August sogar um 6,3 %. Gestützt wird diese Entwicklung allerdings ausschließlich vom Mehrfamilienhausbau, wo die Neubaugenehmigungen um 12,0 % zugenommen haben.

Nachträglicher Hinweis zur Umsatzstatistik: Das Statistische Bundesamt hat die Werte auf den Berichtskreis der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten umgestellt. Bis dahin wurden die hoch geschätzten Angaben für alle Betriebe (einschließlich Kleinbetriebe) in der Pressemitteilung veröffentlicht. Der Hauptverband hat diese Praxis übernommen.

 Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.