Baufachwirt: ein bildungspolitischer Meilenstein für die baukaufmännische Aufstiegsqualifizierung

Nachdem im Ausbildungsbereich das Berufsbild des Baukaufmanns seinerzeit nicht erreicht werden konnte, hat das BWI-Bau bereits 1977 in einer Firmenbefragung erstmals die Anregung zur Schaffung einer Fortbildungsqualifikation "Baufachwirt" zur Diskussion gestellt, die auf großes Interesse stieß.

Der Berufsbildungsausschuss des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie hat daraufhin 1979 einen Bundesarbeitskreis eingesetzt, der Entwürfe zum Qualifikationsnachweis, zum Rahmenstoffplan für den Vorbereitungslehrgang und zu den Anforderungen für die Prüfung zum Baufachwirt erarbeitet hat; die fachliche Federführung für die Entwicklung dieser Lehrkonzeption oblag dem BWI-Bau. Auf der Basis dieser Vorlagen hat der Berufsbildungsausschuss des Hauptverbandes (in Abstimmung mit dem Betriebswirtschaftlichen Ausschuss) im Herbst 1984 beschlossen, das Schulungsprojekt einzuführen.

Nach teilweise schwierigen Verhandlungen mit dem DGB, der IG Bau-Steine-Erden, dem BDA sowie dem DIHT wurde der Bildungsweg zum Baufachwirt 1987 in das vom DIHT entwickelte Fortbildungskonzept für kaufmännische Berufe integriert, mit dem eine allgemein anerkannte Vereinheitlichung der von zahlreichen Bildungsträgern unabhängig voneinander ausgearbeiteten Maßnahmen verbunden war. Den Nachwuchskräften in Bauunternehmen eröffneten sich damit endlich die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten, wie sie seit Jahrzehnten auch in anderen Branchen geboten werden.

Grundsätzlich waren die Bau-Landesverbände in die Planungen und Entscheidungen zur Schaffung einer speziell auf die Belange der Baubranche zugeschnittene öffentlich-rechtlich anerkannte Berufsqualifikation für kaufmännische Angestellte einbezogen. So waren an diesem Entwicklungsprozess von Beginn an die Herren Prof. Sommer (Niedersachsen) und Dipl.-Kfm. Wolfgang Stoermer (Bayern) maßgeblich beteiligt.

Am 17.12.1987 hat der Bundesarbeitskreis Baufachwirt des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie beschlossen, dass das BWI-Bau schnellstmöglich einen bundesweit zu vertreibenden Lehrgang zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Baufachwirt konzipieren und durchführen solle, allerdings wurde seitens der Unternehmen zur Voraussetzung gemacht, dass die umfangreiche Lernarbeit berufsbegleitend und weitestgehend außerhalb der Dienstzeit zu erfolgen hat.

Damit wurde einzig die Methode Fernunterricht, mit der das BWI-Bau bereits langjährige Erfahrungen hatte, als praktikable Möglichkeit angesehen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

 

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