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Auf Bundes- und Landesebene Zeichen setzen

Als bundesweite politische Spartenvertretung der Deutschen Leitungsbauer setzt die Bundesfachabteilung Leitungsbau (BFA LTB) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) auf Bundes- und Landesebene  Zeichen und  baut den Dialog zwischen Leitungsbauern, Versorgungswirtschaft und Politik stetig weiter aus. Der Sicherung der Investitionen im Leitungsbau gilt das Engagement der BFA LTB dabei ebenso wie dem Dauerthema Bürokratieabbau bei der Auftragsvergabe. Hinzu kommen weitere branchenrelevante Themen wie die Entsorgung von Abfällen auf der Baustelle oder die Auseinandersetzung mit dem technischen Regelwerk.

Im wirtschaftspolitischen Dialog

In der Lobbyarbeit der BFA LTB spielt das Thema Anreizregulierung nach wie vor eine große Rolle. Die von der Politik in die Wege geleiteten Entwicklungen zwingen die Versorgungsunternehmen zum Sparen und führen dazu, dass notwendige Investitionen in die Infrastruktur verschoben werden oder entfallen. In der Folge gerät der Leitungsbau unter Druck – Aufträge brechen weg oder sind schlicht nicht mehr auskömmlich. Deshalb setzt die Bundesfachabteilung Leitungsbau bei den politischen Entscheidungsträgern den Hebel an, um die Situation zu entschärfen und Impulse für ein Umdenken zu schaffen – so zum Beispiel im Kontakt mit der Bundesnetzagentur (BnetzA).

Vergabepraxis im Blick

Beim Wettbewerb um Aufträge haben die Leitungsbauunternehmen nicht nur mit dem Preisverfall zu kämpfen. Zu allem Überdruss nimmt der Umfang der von den Auftraggebern geforderten Präqualifizierungsverfahren stetig zu – „eine Entwicklung, deren negative Auswirkungen für die Leitungsbauunternehmen bereits mehrfach von uns kritisiert wurde“, erklärt der Vorsitzende der BFA LTB, Dipl.-Ing. Andreas Burger. „Insbesondere geht es um die Frage, wie bürokratische Prozesse verschlankt werden können, die nicht nur die Unternehmen im Leitungsbau Geld und Zeit kosten, sondern auch die Versorgungsunternehmen“, so Burger weiter. Deshalb macht sich die BFA LTB gemeinsam mit namhaften Verbänden der Branche konsequent bei Themen wie Präqualifikation und Auftragsvergabe stark.

Technischer Sachverstand beim Netzausbau gefragt

Ebenfalls im Fokus der Arbeit der BFA LTB befinden sich die im Zusammenhang mit der Energiewende stehenden Aktivitäten, mit denen der Netzausbau beschleunigt werden soll – etwa der Ausbau des Stromnetzes, bei dem laut Kabinettsbeschluss vom 7. Oktober 2015 vor allem vorhandene Trassen genutzt werden sollen und überall dort, wo ein Neubau unumgänglich ist, zunächst Möglichkeiten der Erdverkabelung geprüft werden sollen. In diesem Rahmen war die Einrichtung der neuen Abteilung Netzausbau in der Bundesnetzagentur für die BFA LTB Anlass, den Austausch zu suchen, um über die Ausgestaltung von Genehmigungsverfahren unter der Berücksichtigung vertraglicher Gesichtspunkte zu diskutieren.

„Dauerbrenner Breitband“ 

Um mehr Tempo und um die Schaffung von Sparpotentialen geht es auch beim Ausbau des Breitbandnetzes: Die Bundesregierung will die Kosten für den Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze senken. Hierzu wurde Anfang Juli 2016 das Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG) verabschiedet. Effizientere Verfahren sollen zudem dazu beitragen, den Breitbandausbau nachhaltig zu beschleunigen. Mit Blick auf den Kernaspekt des neuen Gesetzes – die Nutzung bestehender Kanalnetze zur Verlegung von Glasfaserkabeln – warnt die Bauindustrie vor versteckten Kosten und eine mögliche Gefahr für die Betriebssicherheit der bestehenden Kanalnetze. Aufklärungsarbeit leistet die Bundesfachabteilung außerdem mit Blick auf Risiken, welche Auftraggeber mit den sogenannten untiefen Verlegeverfahren eingehen. „Solche Verfahren können immer nur Nischenprodukte und niemals das Allheilmittel sein“, stellt BFA LTB-Geschäftsführer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dipl.-Ing. Dieter Hesselmann fest und fordert in diesem Zusammenhang mehr technischen Sachverstand von allen Beteiligten ein.

Reizthema „Entsorgung von Abfällen“

Ebenfalls zu den Reizthemen der Branche zählt für viele Leitungsbauunternehmen der Umgang mit Abfällen auf der Baustelle. „Kreislaufwirtschaftsgesetz und Bundesbodenschutzgesetz machen das Thema bundesweit relevant“, erklärt Hesselmann. Vielen Auftraggebern ist nicht bewusst, dass Bodenaushub in ihr Eigentum übergeht und sie für die ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich sind. „Steigende Kosten für den Abtransport von Abfällen vom Baufeld sowie für deren Entsorgung lassen zudem befürchten, dass Auftraggeber künftig entweder noch weniger Mittel als bisher in das eigentliche Bauvorhaben investieren können oder die Entsorgung und die damit verbundenen Kosten zur Aufgabe der beauftragten Leitungsbauunternehmen machen“, so Hesselmann weiter.

Schlüsselthema Regelwerksarbeit

Qualität und Qualifizierung gehören für Burger und Hesselmann zu den Schlüsselwörtern, wenn es um die Ausgestaltung von Regelwerken auf nationaler und europäischer Basis geht. Bei der zunehmenden Europäisierung von Regelwerken sind sich Vorsitzender Burger und Geschäftsführer Hesselmann einig: „Wo Ausschreibungen zunehmend auf europäischer Basis stattfinden, muss sichergestellt sein, dass die zugrundeliegenden Regeln europäisch sind – ein entsprechendes Regelwerk ist Grundlage für die Beauftragung von Unternehmen, welche die erforderliche Ausführungsqualität bieten können.“

 

Die BFA LTB setzt ihre facettenreiche Lobbyarbeit im Sinne der Leitungsbauunternehmen kontinuierlich fort und sucht regelmäßig den Dialog mit relevanten Entscheidern, um den Anliegen ihrer Mitglieder auf nationalem wie auch internationalem Parkett Gehör zu verschaffen. Grundlage hierfür ist unter anderem der stetige Austausch, etwa in Form der Zusammenkünfte der Delegierten aus den Landesfachabteilungen Berlin-Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg/Schleswig-Holstein, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen/Sachsen-Anhalt.