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Straßenbau

Infrastruktur in Deutschland stärken

Das Bundesfernstraßennetz zählt zu den dichtesten Fernstraßennetzen in Europa. Deutschland verfügt über ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von ca. 643.800 km, davon sind 12.819 km Autobahnen, 39.710 km Bundesstraßen, 86.598 km Landesstraßen und 91.655 km Kreisstraßen. Die Gemeindestraßen haben eine Gesamtlänge von 413.000 km, nach den letzten Erhebungen von 1992.

 

Mit einem Anteil von rund 23 Prozent an der Gesamtlänge nehmen die Bundesfernstraßen rund 50 Prozent der Kfz-Jahresfahrleistung auf. Insgesamt verlaufen ca. 71 Prozent des Gütertransports in Deutschland auf der Straße. Dabei nimmt die Transportleistung im Güterverkehr stetig zu. In diesem Jahr wird eine Transportleistung auf der Straße von 484 Mrd. Tonnenkilometer prognostiziert, in 2019 sollen es bereits 501 Mrd. Tonnenkilometer sein.

 

Die Belastungen auf der Straße steigen aufgrund des erhöhten Güterverkehrsaufkommens, aber auch aufgrund der höher zulässigen Achslasten. In den letzten 50 Jahren sind die zulässigen Achslasten von 10 Tonnen auf 11,5 Tonnen pro Achse gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung der Straßenbeanspruchung von 75 Prozent!

In den kommenden Jahren gilt es, den Verkehrsträger Straße „fit“ für die Zukunft zu machen. Dabei steht Erhaltung vor Neu- und Ausbau. Der Anteil der Investitionsmittel in die Erhaltung von Bundesfernstraßen wird absehbar bis 2020 von 3,31 Mrd. Euro (2016) auf 4,2 Mrd. Euro steigen. Aber es gilt auch, in den nächsten Jahren die Engpassbeseitigung voranzubringen, um die in den letzten Jahren gestiegene Stauhäufigkeit einzudämmen und um beste Voraussetzungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und den hart umkämpften Logistikmarkt zu schaffen.

Die Stauhäufigkeit hat auf den deutschen Autobahnen zugenommen. Jedoch sind nur etwa ein Drittel der Staus Straßenbaustellen geschuldet. Zwei Drittel aller Staus auf Autobahnen gehen zurück auf Überlastungen und Kapazitätsengpässe. Automobilclubs registrierten 2016 rund 694.000 Staus und damit rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr 2015. Die gemeldeten Staulängen wuchsen um rund 15 Prozent und summierten sich auf eine Gesamtlänge von etwa 1,3 Millionen Kilometer. Auch die Staustunden stiegen deutlich an: Standen die Autofahrer im Jahr 2015 noch insgesamt 341.000 Stunden im Stau, waren es vergangenes Jahr 2016 schon 419.000 Stunden. Insofern ist der Schwerpunkt zukünftiger Investitionen - neben der Erhaltung - in den Ausbau überlasteter Autobahnen im Sinne der Engpassbeseitigung zu legen.

 

Die Straßenbauindustrie ist für den Investitionshochlauf des Bundes in den nächsten Jahren gut gerüstet. In hoher Qualität und Termintreue werden Bauaufträge zuverlässig und kompetent von unseren Mitgliedsunternehmen abgewickelt. Dies belegen u.a. die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.
Bund, Länder und Gemeinden sowie die Privatwirtschaft erteilten im Jahr 2016 Bauaufträge, die zu baugewerblichen Umsätzen im Straßenbau von insgesamt 13.243 Mio. Euro führten. Gegenüber 2015 bedeutet das eine Steigerung von 699 Mio. Euro bzw. um 5,6 Prozent. Auf den Bund entfielen ca. 50 Prozent, auf die Länder ca. 12 Prozent und auf Gemeinden ca. 38 Prozent. Die Zahl der Betriebe mit Schwerpunkt Straßenbau 2016 gegenüber 2015 ist gesunken (2.910). Die Zahl der Beschäftigten in den Straßenbaubetrieben sank im Vergleich zum Vorjahr auf 80.305 Mitarbeiter - gegen den Trend im Gesamtbauhauptgewerbe.

Investitionen in die Bundesfernstraßen verstetigen

Die Deutsche Straßenbauindustrie setzt sich für eine Verstetigung der Investitionslinie in die Straßeninfrastruktur ein. Dabei kommt der Verlässlichkeit für die Bereitstellung der Investitionsmittel zu Erneuerung, Aus- und Neubau ein hoher Stellenwert zu. Das Investitionsvolumen in die Bundesfernstraßen muss auf bedarfsgerechtes Niveau mit klaren Prioritäten verstetigt werden. Das deutsche Bundesfernstraßennetz befindet sich schon heute in vielen Bereichen an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Hoch frequentierte Streckenabschnitte – besonders der Autobahnen – verzeichnen vielfach Kapazitätsengpässe mit starken Einschränkungen des Verkehrsflusses. Zudem erfordert die hohe Belastung durch den Straßengüterverkehr die Verstärkung und Erneuerung der zahlreichen in die Jahre gekommenen Brückenbauwerke. Die Bundesfachabteilung Straßenbau spricht sich daher für die Verstetigung der Mittel über das gesamte Baujahr aus. Frühe Ausschreibungen und Vergaben zu Jahresbeginn sind anzustreben mit einer gleichmäßigen Verteilung bis zu den Wintermonaten, sodass Personalengpässe/Personalüberkapazitäten auf Seiten der Straßenbaufirmen vermieden werden.

Schnelles Baurecht schaffen

Notwendige Planungen für den Aus- und Neubau wichtiger überregionaler Verkehrswege und Brückenbauwerke müssen zügig vorangebracht werden. Deshalb ist es erforderlich, dass die Auftragsverwaltungen der Länder Planfeststellungsverfahren beschleunigen und das Baurecht erwirken. Die verschiedenen Planungsstufen, die Aufteilung der Verantwortung für Bundesfernstraßen zwischen Bund und Ländern, das Verbandsklagerecht, falsche Risikoeinschätzung oder Hürden des Haushaltsgesetzes führen zu Verzögerungen von zentral wichtigen Baumaßnahmen. Aufgrund der Schuldenbremse haben viele Auftragsverwaltungen der Länder ihr Personal stetig abgebaut. Das fehlt nun, um den von der Bundesregierung geplanten Investitionshochlauf zu stemmen.