Construction 2020 - Fitnesscheck für den Bausektor

Die Europäische Kommission hatte bereits im Juli 2012 eine »Mitteilung zu ihrer Strategie für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Baugewerbes veröffentlicht. Darin sieht sie vor, die Wettbewerbsfähigkeit der im Bausektor tätigen Unternehmen zu stärken. Nachdem das Baugewerbe von einigen strukturellen Problemen betroffen sei, müsse ein abgestimmter und koordinierter Ansatz auf EU-Ebene gewährleistet werden, damit die Funktionsweise der Wertschöpfungskette verbessert werden könne. 
 
Für den Zeitraum vom 29. März 2016 bis zum 20. Juni 2016 hatte die Kommission eine öffentliche Konsultation zum „Fitnesscheck“ für den Bausektor geöffnet. Ziel der Konsultation war es, die Meinung von Beteiligten und Betroffenen in Bezug auf die Auswirkungen derzeitiger EU-Gesetzgebung auf den Bausektor einzuholen. Untersucht wurden dabei die Themenfelder Binnenmarkt, Energieeffizienz, Umwelt, Gesundheitsschutz und Sicherheit im Baubereich. Teilnehmen konnten Akteure in drei unterschiedlichen Kategorien (als Bürger/innen, als Vertreter des Bausektors (Unternehmen, Verbände), sowie Vertreter der öffentlichen Hand. Zur öffentlichen Konsultation gelangen Sie »hier. Die Ergebnisse der Konsultation werden im „Fitnesscheck“ für den Bausektor berücksichtigt, der bis Ende 2016 abgeschlossen werden soll. Der „Fitnesscheck“ ist Teil des REFIT Programms der Kommission. Er hat eine Aktualitätsüberprüfung sowie eine Auswirkungsanalyse bestehender Regulierungen im Bausektor zum Ziel. Es soll damit die Relevanz, Effizienz und Leistungsfähigkeit der Gesetzgebung überprüft werden.
 
Der Construction-2020-Prozess bietet den Akteuren des Baugeschehens die Möglichkeit, sich gemeinsam mit anderen Akteuren, Ministerien und der Europäischen Kommission einzubringen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e. V. (BBS) haben daher gemeinsam eine Position erarbeitet, die in den entsprechenden europäischen Gremien einfließt. Folgende Anliegen werden dabei gefordert:
 
  • Verstärkung privater und öffentlicher Investitionen im Bereich von Infrastrukturmaßnahmen,
  • Stärkung des Erfolgsmodells „duale Ausbildung“, 
  • Verbesserung der Integration und Ausbildung von Flüchtlingen als ein Baustein zur Lösung des Fachkräftemangels,
  • Vereinbarkeit von Indikatoren und Zielen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz einerseits mit Wachstum andererseits,
  • Entlastung der Unternehmen von überflüssiger Bürokratie 
  • sowie die Sicherstellung, dass nur solche Baufirmen an EU-finanzierten Ausschreibungen in Drittländern teilnehmen können, die nachweislich die EU- bzw. OECD-Standards beachten.