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Ingenieurkompetenz stark nachgefragt

Die deutsche Bauindustrie hat über die letzten drei Dekaden hinweg das Gros ihrer internationalen Aktivitäten vom Bauexportgeschäft in den Schwellen- und Entwicklungsländer zum Beteiligungsgeschäft in den reifen Baumärkten der Industrieländer verlagert. Gleichwohl bleibt das klassische Projektgeschäft weiterhin im Repertoire der international aktiven Bauunternehmen und aktuell ist die deutsche Bauindustrie in mehr als 70 Ländern auf fünf Kontinenten bei der Umsetzung technisch anspruchsvoller Projekte im Bereich der Infrastruktur, im Spezialtiefbau, im Hochbau sowie bei der Ver- und Entsorgung mit Energie und Wasser aktiv.

Dabei hat sich die deutsche Bauindustrie weltweit einen hervorragenden Ruf erarbeitet, der auf Ingenieurkompetenz, auf der Qualität von Projektmanagement und Bauausführung sowie auf der Innovationsfreude deutscher Bauindustrieunternehmen gründet. Hinzu kommt eine große Erfahrung mit den rechtlichen, sozialen und kulturellen Besonderheiten der Auslandsmärkte, da die Bauindustrie - im Unterschied zum produzierenden Gewerbe - ihre Produktion und Dienstleistung naturgemäß vor Ort auf der Auslandsbaustelle erbringt. Experten aus Deutschland arbeiten dabei Hand in Hand mit regionalen Partnern. Damit trägt das Tochter und Beteiligungsgeschäft der deutschen Bauindustrie auch zum Erhalt hoch qualifizierter Arbeitsplätze im Inland bei.

Zufolge der Auslandsbaustatistik des Hauptverbands für das Jahr 2016 erbrachten die international aktiven deutschen Bauunternehmen mitsamt ihren lokalen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften eine internationale Bauleistung von rund 25 Mrd. € und akquirierten Auslandsaufträge im Gesamtwert von mehr als 27 Mrd. €. Wie gewohnt lieferte das Tochter- und Beteiligungsgeschäft in den USA und Australien den weitaus größten Beitrag zum internationalen Baugeschäft der deutschen Bauindustrie. Die Auftragseingänge sowie die internationale Bauleistung aus diesen beiden Ländern lagen zusammen gerechnet bei 83 % bzw. 82% des Gesamtvolumens.

Die Auftragseingänge in Europa, die im Vorjahr um -15 % zurückgegangen waren, stabilisierten sich im Berichtszeitraum bei rund 2,7 Mrd. €. Die derzeit wichtigsten europäischen Auslandsbaumärkte der deutschen Bauindustrie befinden sich in Polen, den Niederlanden, Schweden, Österreich, Großbritannien und Tschechien.

Die Auftragseingänge in Afrika sind weiterhin rückläufig und sanken erneut um ein Viertel auf rund 350 Mio. €. Wichtigste Baumärkte in dieser Region sind weiterhin Nigeria und Ägypten. Erfreulicher präsentierten sich hingegen die Baumärkte in Lateinamerika wo das Auftragsvolumen insgesamt um fast 60% auf 757 Mio. € stieg. Das Ordervolumen aus Asien, welches im Vorjahr maßgeblich durch einen Großauftrag in Saudi-Arabien geprägt war, pendelte sich wieder auf Normalniveau ein und betrug rund 740 Mio. €. Im Fokus standen wie üblich die Baumärkte in Katar und den VAE, ebenso wie Kasachstan.

 

EIC-Statistik 2015

 

HV-Auslandsbaustatistik 2016