Baustelle Welt – 5. Außenwirtschaftstag Architektur, Planen und Bauen

„Aus Sicht der Bundesregierung ist insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika von strategischer Bedeutung für die Sicherheit Deutschlands. Das Auswärtige Amt will sich dafür einsetzen, dass die deutsche Wirtschaft den Weg nach Afrika findet, um Wachstum auf dem Kontinent zu stärken. Dafür ist es notwendig, die Förder- und Absicherungsinstrumente im Auslandsgeschäft wie zum Beispiel Hermesdeckungen bei Infrastrukturprojekten in Subsahara-Afrika zu verbessern und zu erweitern.“ Mit diesem Bekenntnis zur Außenwirtschaftsförderung eröffnete Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, den 5. Außenwirtschaftstag Architektur, Planen und Bauen am 25. Januar im Auswärtigen Amt in Berlin. Der gemeinsam vom Hauptverband mit dem Auswärtigen Amt und weiteren Branchenverbänden der Wertschöpfungskette Bau veranstaltete Außenwirtschaftstag, zu dem über 300 Teilnehmer kamen, stand in diesem Jahr unter dem Titel „Deutsche Kompetenz für globale Herausforderungen“.


Wollen deutsche Bauwirtschaft auf internationalen Märkten verankern. Miguel Berger, Auswärtiges Amt, Vera Schmitz, Präsidentin BDIA, Rüdiger Otto, Vizepräsident ZDB, Prof. Dr. Maria Böhmer, Staatsministerin Auswärtiges Amt, Dr. Volker Cornelius, Präsident VBI, Dipl.-Ing. Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin BAK, Dipl.-Ing. Hans-Joachim Bliss, Vorsitzender Lenkungskreis Internationales Bauen HDB (v. l.).

 

Auf dem zentralen Auftaktpanel diskutierten Unternehmer der Wertschöpfungskette Bau mit Vertretern der beteiligten Ministerien über das neue Strategiepapier der Bundesregierung „Neue Impulse für den internationalen Wettbewerb um strategische Großprojekte – Chancen für Deutschland verbessern“. Dr. Hans-Joachim Henckel, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, erklärte, dass die neue außenwirtschaftliche Strategie der Bundesregierung die Verbesserung der Finanzierungsinstrumente und der politischen Flankierung deutscher Unternehmen bei wichtigen Großprojekten im Ausland anstrebt und damit den veränderten Bedingungen und der aktuellen Konkurrenzlage auf dem Weltmarkt Rechnung trägt. Für die Umsetzung sei eine Geschäftsstelle im Bundeswirtschaftsministerium eingerichtet worden. Diese soll im Dialog mit der Wirtschaft und in Abstimmung mit den anderen Ressorts strategisch wichtige Projekte im Ausland identifizieren und an der Umsetzung der Strategie arbeiten.

Seitens der Wertschöpfungskette Bau wurde das Papier positiv bewertet. Die Podiumsteilnehmer begrüßten ausdrücklich die geplanten Maßnahmen zur besseren Koordinierung und Schärfung der Außenwirtschaftsförder- und Finanzierungsinstrumente, die deutsche Unternehmen in die Lage versetzen sollen, bei internationalen Großprojekten gegenüber der staatlich unterstützten Konkurrenz aus Asien wieder konkurrenzfähig zu werden. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Politik die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wertschöpfungskette Bau auf dem Weltmarkt zu stärken“, erklärte der Vorsitzende des Lenkungskreises Internationales Bauen im Hauptverband und Mitglied der Geschäftsleitung der Bauer Spezialtiefbau GmbH, Dipl.-Ing. Hans-Joachim Bliss. Er stellte die gemeinsame Broschüre „Made in Germany – Architecture, Engineering, Construction“ vor, in der markante Projekte aus den Bereichen Hochbau, Infrastruktur, Energie, Wasser und Industrie die Zusammenarbeit der Wertschöpfungskette Bau im Ausland belegen. Die Broschüre entstand auf Initiative des interministeriellen Gesprächskreises Wertschöpfungskette Bau international, den die Bauindustrie angeregt und der sich als erfolgreiches Dialogformat für den Austausch mit den relevanten Ministerien in den vergangenen anderthalb Jahren etabliert hat.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in parallelen Workshops zu bestimmten Regionen wie Iran und Afrika, oder zu Themen wie Wasserversorgung und energieeffizientes Bauen im Ausland auszutauschen und die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung zu besprechen. Mit Interesse wurde die Präsentation der KfW Entwicklungsbank zur „Mobilitätsinitiative der Bundesregierung für Städte in Entwicklungs- und Schwellenländern“ verfolgt. Im Rahmen des Programms seien in den nächsten fünf Jahren Finanzierungszusagen von jeweils einer Milliarde Euro jährlich geplant.

Das Strategiepapier, die KfW-Präsentation sowie die Broschüre können beim Bereich Auslandsbau im Hauptverband angefordert werden.