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Deutscher Kommunalkongress 2017

Die vorgestellten Konzepte können »hier abgerufen werden.

 

Bauindustrie präsentierte sich mit dem Fachforum „Bezahlbarer Wohnraum in Städten und Gemeinden“

„Deutschland umbauen – modernisieren, digitalisieren, sozial gestalten“ – das war das Motto des Deutschen Kommunalkongresses, den der Deutsche Städte- und Gemeindebund am 19. und 20. Juni in Berlin ausgerichtet hatte. Als Partner war in diesem Jahr auch die Deutsche Bauindustrie mit einem Fachforum „Bezahlbarer Wohnraum in Städten und Gemeinden“ einbezogen. Zentrale Fragestellung des Forums war, wie mehr bezahlbarer Wohnraum in unseren Städten und Gemeinden geschaffen werden kann. Die Unternehmen Condor Wessels, Max Bögl und Wolff & Müller haben die Gelegenheit genutzt und ihre Konzepte vorgestellt: Condor Wessels die Quartiersentwicklung „Vivacity“, Max Bögl das „maxmodul“, ein industriell gefertigtes Wohnmodul, und Wolff & Müller eine Produktentwicklung für ein nachhaltiges modulares Bausystem. An dem sehr gut besuchten Forum nahmen auch zahlreiche Vertreter von Kommunen teil, die sich über die Leistungsfähigkeit der Deutschen Bauindustrie im seriellen Wohnungsbau ein Bild machen wollten.

Der Vizepräsident des Hauptverbandes, Dipl.-Ing. Marcus Becker, appellierte in seinem Eingangsstatement, die traditionelle Trennung von Planung und Bauen auf den Prüfstand zu stellen. „Gerade wenn kostengünstig gebaut werden soll, ist es wichtig, dass die Baukompetenz direkt in den Planungsprozess eingebracht wird. Für mich steht fest: das Bauen in Deutschland muss partnerschaftlicher organisiert werden.“ Handlungsbedarf sieht Becker vor allem in einer besseren Abstimmung von Planen und Bauen – auch im Bauprozess selbst- mit einer Verpflichtung auf gemeinsame Projektziele, einer gemeinsamen Fortschrittskontrolle und gemeinsam vereinbarten außergerichtlichen Konfliktlösungsverfahren.

Der Hauptgeschäftsführer des DStGB, Dr. Gerd Landsberg, sieht insbesondere in der Standardisierung und im seriellen Bauen das größte Potenzial für eine Senkung der Baukosten im Wohnungsbau. Diese Maßnahmen sparten nicht nur Geld. Sie beschleunigten auch die Fertigstellung von Wohnbauprojekten und seien im Sinne einer flexiblen Nutzung nachhaltig. Als Beispiel nannte er Variowohnungen, die eine unterschiedliche Wohnnutzung ermöglichten, zum Beispiel für Studierende, Senioren oder junge Familien. Die Prozessdauer im Genehmigungsverfahren könne zudem durch die verstärkte Zulassung von Typengenehmigungen deutlich verkürzt werden.

Wie dieser neue Wohnraum finanziert werden soll, damit beschäftigte sich in einem ergänzenden Statement die Deutsche Pfandbrief Bank AG, München. Mit Blick auf die Gesamtkosten empfiehlt die Bank, auch die Nutzung / Übertragung eines kommunalen Grundstücks im Wege eines Erbbaurechts zu prüfen. In diesem Fall könnte die Rückübertragung ebenfalls im Rahmen der Laufzeit und des Heimfalls entsprechend vorab definiert werden. Regelungen zu einer optionalen vorzeitigen Rückübertragung seien ebenfalls möglich. Aus Sicht der finanzierenden Banken sei darauf zu achten, dass die Laufzeit des Erbbaurechtes die Laufzeit der Finanzierung übersteigt.