Investitionshemmnisse

Mehr und breitere Forschung und Entwicklung

Um das Produktivitätswachstum und den technischen Fortschritt zu beschleunigen, ist eine weitere Steigerung der Forschungsund Entwicklungsausgaben eine wichtige Voraussetzung. Besonders bedenklich ist, dass sich der Anteil der innovativ tätigen Mittelständler in den letzten zehn Jahren von über 40 Prozent auf unter 30 Prozent reduziert hat. Außerdem konzentrieren sich die F&E-Anstrengungen in Deutschland stark auf die Wirtschaftszweige der hochwertigen Technik – wie z. B. den Automobil- oder Maschinenbau. Das bedeutet aber auch, dass die wachstumsstarke Spitzentechnologie, die große Bedeutung für die Digitalisierung der Wirtschaft hat, bislang eher zu kurz kommt. Eine Verbreiterung der FuE-Basis erscheint daher als wünschenswert. Ansatzpunkte für die Wirtschaftspolitik können dabei die spezifischen Innovationshemmnisse wie etwa Finanzierungsprobleme, Bürokratie, Standardisierung und Fachkräftemangel sein. Darüber hinaus kann der Technologietransfer aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen noch verbessert werden.

Mehr (innovative) Gründungen und Nachfolger

Für die Einführung neuer Technologien spielen junge und innovative Unternehmen eine eminent wichtige Rolle. Umso kritischer ist es daher, dass die Gründungen im Laufe der Zeit stark zurückgegangen sind. Waren es vor 15 Jahren noch rund eineinhalb Millionen, lag diese Zahl in den vergangenen Jahren immer deutlich unter einer Million. Zugleich hat sich die Anzahl der Gründer, die ein bestehendes Unternehmen übernehmen, mehr als halbiert – eine schlechte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Jahren bei rund 600.000 Mittelständlern die Nachfolge ansteht, diese bislang aber nur bei einem kleinen Teil geregelt ist. Wichtig ist, das Interesse am Unternehmertum kontinuierlich zu wecken – insbesondere bei jungen Menschen, damit uns der Unternehmernachwuchs in Zukunft nicht ausgeht. Die Gründung von Hightechunternehmen bedarf dabei einer besonderen Unterstützung.

Mehr öffentliche und private Investitionen

Für all dies sind flankierende Investitionen des Staates notwendig. Denn eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur – Verkehrswege und digitale Autobahnen gleichermaßen – sind eine unabdingbare Voraussetzung für erfolgreiches unternehmerisches Engagement. Doch auch die Unternehmen selbst sollten mehr tun. Allein im Mittelstand ist der Anteil der investierenden Firmen in den vergangenen zehn Jahren um rund 10 Prozent gefallen. Die Investitionsquote der Unternehmen insgesamt tendiert ungeachtet zyklischer Zwischenhochs seit einem Vierteljahrhundert beständig nach unten (siehe Grafik). Die Gründe dafür sind vielfältig. Nur eines steht fest: Sie haben wenig mit der Finanzierung zu tun, wie die fehlende Kreditnachfrage bei hervorragendem Kreditzugang und rekordtiefen Zinsen belegt.

Tragfähiger Rahmen in Europa

Die noch zu erledigenden Aufgaben für eine Zukunft in Wohlstand und Sicherheit machen an den nationalen Grenzen nicht halt, im Gegenteil: Notwendig sind darüber hinaus ein dauerhaft tragfähiger gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Rahmen in Europa ein fairer und offener globaler Handel sowie die entschlossene Eindämmung der weltweiten Krisenherde.