Gastkommentar

von Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

„Zu den zehn prioritären Punkten unserer Wohnungsbau-Offensive gehört auch, serielles Bauen für ansprechenden und günstigen Wohnraum zu forcieren.“

 
Der weiter steigende Neubaubedarf erfordert zügiges Handeln aller Beteiligten. Das von Bundesbauministerin Barbara Hendricks initiierte Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen hat Ende 2015 seine Ergebnisse vorgelegt. Mit der Stärkung der sozialen Wohnraumförderung, Vereinfachung des Bauplanungsrechts und der Förderung von kostengünstigen „Vario-Wohnungen“ arbeitet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit daran, mehr bezahlbaren Wohnraum dort zu schaffen, wo er am dringendsten gebraucht wird: in den Groß- und Universitätsstädten sowie den stadtnahen Landkreisen. Hinzukommen müssen steuerliche Anreize für bezahlbaren Neubau und die Mobilisierung und verbilligte Abgabe von Bauland. Zu den 10 prioritären Punkten unserer Wohnungsbau-Offensive gehört auch, serielles Bauen für ansprechenden und günstigen Wohnraum zu forcieren.
 
Industrielles Bauen, also die Modularisierung, Standardisierung und Vorfertigung von Roh- und Ausbauelementen, kann Baukosten senken und Neubau beschleunigen, muss aber zugleich die baukulturelle und städtebauliche Qualität berücksichtigen.
 
In einer Arbeitsgruppe, die Anfang 2016 ihre Arbeit aufnimmt, werden wir gemeinsam mit den Ländern und der Wirtschaft Lösungen suchen, die serielles Bauen erleichtern – Stichwort: Typengenehmigungen – und fördern. Das Modellprogramm für „Vario-Wohnungen“ ist hierfür wegweisend. Wir wollen Wohnungswirtschaft und Bauindustrie zusammenbringen, um notwendige Losgrößen für serielles Bauen zu ermöglichen, Synergieeffekte zu erschließen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken. In Kooperation mit der Bundesarchitektenkammer wollen wir einen Architekturwettbewerb zum Thema „Serielles Bauen“ ausrufen. Ich bin sicher, dass industrielles Bauen und gute Architektur in lebendigen Stadtquartieren kein Widerspruch sind, sondern die Entwicklung neuer Ansätze und innovativer Ideen gelingen wird.