Kostensenkungseffekte

Kostensenkungseffekte lassen sich nicht allein durch Standardisierung und Serienfertigung erzielen; es gilt auch, die Regelungen des Bauordnungs- und des Baunebenrechts, die Bauordnungen der Länder wie auch die kommunalen Satzungen auf kostentreibende Standards zu durchforsten. Eine Umfrage des Hauptverbandes bei seinen Mitgliedsverbänden ergab eine Vielzahl von Ansatzpunkten, z. B.:

  • Überdenken der Lärmschutzstandards, z. B. zeitlich befristete Zulassung höherer bauakustischer Grenzwerte für die Umnutzung und den Ausbau von Bestandsimmobilien,
     
  • Überprüfung der Abstandsflächenregelungen in den Landesbauordnungen,
     
  • Lockerung der Anforderungen an die Bereitstellung von Stellplätzen (Pkw, Fahrräder, Kinderwagen, etc.) in den Landesverordnungen bzw. kommunalen Satzungen,
     
  • Verzicht auf Vorgaben zur Fassaden- und Dachbegrünung wie z. B. in § 9 der Landesbauverordnung Baden-Württemberg,
     
  • Temporäre Aussetzung von Anforderungen an die Barrierefreiheit, vor allem dann, wenn durch intelligente Systembauweise Nachrüstungen (Badgröße, Aufzüge) möglich sind,
     
  • Erweiterung der Ausnahmetatbestände im Bereich eines qualifizierten Bebauungsplans.

 

Wichtig ist vor allem, die Landesbauverordnungen darauf hin zu überprüfen, ob darin über die Musterbauverordnung des Bundes hinaus kostentreibende Standards enthalten sind. Mittelfristig sollten Bund und Länder aus Sicht der deutschen Bauindustrie den Empfehlungen der Baukostensenkungskommission des Bundesbauministeriums folgen, die sich für eine bundesweit einheitliche Bauordnung ausgesprochen hat.