Serielles und modulares Bauen

 

"Ein wichtiges Instrument für mehr bezahlbare Wohnungen ist serielles und modulares Bauen."

 
Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
 
 
Über eine Million neue Wohnungen konnten in dieser Legislaturperiode fertiggestellt werden. Man kann sagen, dass die Trendwende im Wohnungsbau geschafft ist. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen. Alle Beteiligten waren sehr engagiert bei der Suche nach Lösungen für mehr bezahlbare Wohnungen, für niedrigere Baukosten und für altersgerechte und energetisch ertüchtigte Wohnungsbestände. Es ist ein gemeinsamer Erfolg der Politik auf allen föderalen Ebenen, der Wohnungs- und Bauwirtschaft und der Mieterverbände.
 
Das Bündnis hat wichtige Impulse gesetzt, zum Beispiel für die Baulandbereitstellung oder die Akzeptanz für den Wohnungsbau. Auf Bundesebene verbessern wir den Rahmen für mehr bezahlbares Wohnen und Bauen. Auch die meisten Länder und Kommunen gehen das Thema entschieden an. Wir dürfen aber nicht nachlassen. Trotz der gestiegenen Zahlen sind wir von der Zielmarke – mindestens 350.000 Wohnungen jährlich – noch ein Stück entfernt.
 
Bei der sozialen Wohnraumförderung hat der Bund seine Mittel auf jetzt 1,5 Milliarden Euro im Jahr verdreifacht. Aber auch hier sind weitere Anstrengungen nötig. Ich halte es für unverzichtbar, dass der Bund beim sozialen Wohnungsbau auch nach 2019 mitverantwortlich bleibt. Außerdem müssen zusätzliche steuerliche Anreize zum richtigen Zeitpunkt gesetzt werden.
 
Darüber hinaus haben wir einen weiteren Prozess in Gang gesetzt, die Bauordnungen zu harmonisieren und Standards zu überprüfen. Das muss nun kontinuierlich umgesetzt werden. Für das Gebäudeenergieeinsparungsgesetz werden wir in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf nehmen müssen. Es gilt, für Energieeffizienz und Klimaschutz den Instrumentenmix so weiterzuentwickeln, dass die Ziele im Gebäudebereich erreicht werden, ohne das Wohnen unverhältnismäßig zu verteuern.
 
Ein wichtiges Instrument für mehr bezahlbare Wohnungen ist serielles und modulares Bauen. Ich freue mich, dass es uns gemeinsam mit der Wohnungs- und Bauwirtschaft gelungen ist, dafür einen Wettbewerb durchzuführen. Ziel sind Mengen- oder Skaleneffekte mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität. Hier werden neue Geschäftsfelder für Bauwirtschaft und Baustoffhersteller eröffnet und die Wohnungswirtschaft kann neue Projekte verwirklichen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse, die wir nächstes Jahr erwarten.
 
Das Bündnis macht deutlich: In vertrauensvoller Kooperation können viele Herausforderungen gemeistert werden. Das erfordert auch Beharrlichkeit. Daher sollten wir die Erfolgsgeschichte der kooperativen Wohnungspolitik im Bündnis fortschreiben – auch nach der Bundestagswahl. Ich bin sehr froh, dass sich die Bündnispartner im letzten Spitzengespräch einhellig dafür ausgesprochen haben.
 
Der GdW Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat im Auftrag seiner Mitgliedsunternehmen eine Rahmenvereinbarung „Serieller und modularer Wohnungsbau“ mit Teilnahmewettbewerb und anschließendem Verhandlungsverfahren europaweit ausgeschrieben.
  • Teilnahmeberechtigt sind Bieter bzw. Bietergemeinschaften, die sich beispielsweise aus Architekten und bauvorlageberechtigten Ingenieuren, bauausführenden Unternehmen und/oder Wohnungsunternehmen zusammensetzen.
  • Der GdW als Vergabestelle wird insgesamt fünf bis zehn Bieter bzw. Bietergemeinschaften auswählen. Die Entwürfe der Bieter bzw. Bietergemeinschaften, die den Zuschlag erhalten haben, werden in einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung vorgestellt.
  • Es ist beabsichtigt, ein oder mehrere Konzepte aus der Rahmenvereinbarung als Prototypen im Rahmen der Internationalen Bauausstellung in Thüringen 2019/2021 zu präsentieren.