Werte schaffen, Werte schützen

Bauindustriepräsident Peter Hübner bekräftigte in seinem Eingangsstatement die Zugehörigkeit der Wirtschaft zur westlichen Wertegemeinschaft. „Wir bekennen uns zu Weltoffenheit, Toleranz, Demokratie, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit. Dafür setzen wir uns ein, dafür stehen wir“, so sein Bekenntnis. Die Bauindustrie sieht er als eine der wichtigsten Industriebranchen in Deutschland zum Erhalt der wirtschaftlichen und sozialen Stabilität: „Wir halten Straßen, Brücken und Schienen in Schuss, wir schaffen Wohnraum und wir schaffen Arbeitsplätze“, listete Hübner die Leistungen der Branche auf. Ausdrücklich lobte er die Sozialpartnerschaft, die nicht zuletzt dafür sorge, dass die Bauunternehmen auf ein weltweit einmaliges, solidarisch finanziertes Ausbildungssystem zurückgreifen könnten. Der Branche sei es noch nicht in vollem Umfang gelungen, die Attraktivität der Bauberufe zu vermitteln, stellte Hübner fest. Warum dies so ist, wollte der Hauptverband im Mittagsforum klären. Schüler und Studenten verschiedener Berliner Schulen und Hochschulen waren eingeladen, sich mit Bauunternehmern auszutauschen und ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Vor allem die Schüler kamen voll auf ihre Kosten. Ihnen wurden umgehend Praktikumsplätze in Baubetrieben angeboten.

Mehr Wohnungsbau

Beim Thema Wohnungsbau zog Hübner eine erste Zwischenbilanz. Mit jährlich rund 280.000 fertiggestellten Wohneinheiten sei man noch weit von der Untergrenze von 350.000 entfernt. Durch das serielle Bauen mit seiner industriellen Vorfertigung, Modularisierung und Standardisierung könnten nicht nur die Kosten deutlich gesenkt, sondern auch die benötigten Wohneinheiten in kürzerer Zeit geschaffen werden. Die in Aussicht gestellte Rahmenvereinbarung des GdW – initiiert vom Bundesbauministerium – biete hierfür die Grundlage. Hübner sah aber noch weitere Vorteile: „Bauen wird endlich partnerschaftlich organisiert. Wohnungswirtschaft, planende und bauausführende Wirtschaft sitzen gemeinsam an einem Tisch.“ Im Unterschied zur üblichen getrennten Ausschreibung sollen in der vorliegenden Ausschreibung Planungs- und Bauleistungen „aus einer Hand“ abgefragt werden – mit dem erklärten Ziel, die Effizienzvorteile einer partnerschaftlichen Projektbearbeitung von Planern und Bauunternehmen auszuloten.

Planungen beschleunigen

Auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur sieht Hübner Bedarf, die strikte Trennung von Planen und Bauen aufzugeben: „Die öffentliche Hand ist nicht mehr in der Lage, hunderte von Einzelplanungen und Gewerken auszuschreiben und zu koordinieren sowie die damit verbundenen Verträge zu kontrollieren. Die Bauindustrie steht bereit, als Generalunternehmer einen maßgeblichen Anteil an der Planung zu übernehmen.“ Auch die lange Dauer der Planungs- und Genehmigungsverfahren sei ein Problem. Gerade bei großen Infrastrukturprojekten dauere es oftmals Jahrzehnte. Der HDB begrüße daher ausdrücklich das von Bundesverkehrsminister Dobrindt initiierte „Innovationsforum Planungsbeschleunigung.“ Im ganzen Land müssten allein über 10.000 kommunale Brücken saniert werden. Da müsse schnell etwas geschehen.