Berufsbild

Der Fassadenmonteur /die Fassadenmonteurin ...

ist ein neuer, äußerst attraktiver Bauberuf. Das Einmessen, Abdichten sowie Dämmen für den Wärme- und Brandschutz, die Auswahl fach- und sachgerechter Verankerungen bei unterschiedlichem Montagegrund, das Setzen der Dübel für die Unter konstruktionen sowie vor allem die Bearbeitung und Befestigung der vielfältigen Baustoffe und Bauteile für die breite Palette der Möglichkeiten verschiedenster Bekleidungen von Fas­saden sind so komplex geworden, dass hier ein Spezialberuf in der Bauindustrie entstanden ist.

 

Die Arbeit in diesem Beruf ...

erfüllt hohe ästhetische Ansprüche an eine moderne Architektur, insbesondere aber funktionale Aufgaben. Die Beachtung aller Regeln der Bauphysik beim Bauen ist eine wichtige Voraussetzung für behagliches Wohnen.

Keramik, Metall, Kunststoff, Holz, Schichtpressstoffe und Naturstein sind Baustoffe, die ebenso verarbeitet werden, wie die Montage von Glas- und zunehmend Photovoltaik-Ele menten üblich ist.

Einen großen Teil seiner Arbeit bewältigt der Fassadenmonteur / die Fassadenmonteurin mit Hilfe von transportablen Maschinen und Geräten. Maßgenaues Arbeiten ist eine Vorausset zung für sach- und fachgerechte Leistungen, weshalb eine fundierte Ausbildung in den Grundlagen der Vermessungstechnik zum Beruf gehört. Da die Arbeiten zum großen Teil von Gerüsten und Befahranlagen ausgeführt werden, muss das Fachpersonal über eine gute Gesundheit verfügen und höhentauglich sein.

Er / Sie ist Experte für das Verankern und Verbinden von Konstruktionen aus Metall, Holz und anderen Werkstoffen, die mit Wärmedämmstoffen ausgelegt und mittels verschiedenster Befestigungselemente mit einer Wetterschutzschale versehen werden.

Vor der architektonischen Bekleidung eines Hauses muss er / sie die Eigenschaften des Mon tagegrundes, d. h. der "Rohbau"-Konstruktion, kennen, die aus Beton, Steinen verschieden ster Art und Güte, Fertigteilen, Stahl und anderen Baustoffen sowie Kombinationen daraus, bestehen kann.

Der Fassadenmonteur / die Fassadenmonteurin ist ein vielseitiger kreativer Beruf, der bis  1999 nur autodidaktisch erlernt werden konnte, also allein durch Lernen im Betrieb und "Ausbildung" auf Grund- und Fortbildungslehrgängen. Die entsprechende Weiterbildung wird gezielt nur von der Bundesfachab teilung Fassadenbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. in bauindustriellen Ausbildungszentren zusammen mit Produktherstellern angeboten.

(An dieser Stelle weisen wir daher ausdrücklich darauf hin, dass wir uns aus rein redaktionellen Gründen und zur sprachlichen Vereinfachung entschieden haben, im weiteren Text zumeist nur die verkürzende Form Fassadenmonteur zu wählen. Gemeint sind damit zweifelsfrei aber sowohl die Fassadenmonteure als auch die Fassadenmonteurinnen.)

 

Zukunftschancen der Fassadenmonteure

Seit dem 26. Mai 1999 wird dieser neue Beruf nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fassadenmonteur / Fassadenmonteurin gelehrt.

Das seitdem zu registrierende große Interesse der Fachöffentlichkeit an diesem bauindustriellen Ausbildungsberuf Fassadenmonteur beweist die von unserer BFA FAB stets getragene Auffassung, einen der modernsten und innovativsten Bauberufe für aufgeschlossene und sich gern fordern und fördern lassende Jugendliche ins Leben gerufen zu haben.

Zugleich versprechen die anspruchsvollen Aufgaben hinsichtlich der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und technischen Herausforderungen, sowohl an die Fassadenbauunternehmen als auch an die Fassadenmonteure, u. a. im Umgang mit neuen energiesparenden und oft zugleich form- und gestaltgebenden Bauelementen, beste Zukunftschancen - insbesondere für die berufliche Weiterentwicklung aber auch generell für eine zunehmend gefragte Bauleistung, den so genannten konstruktiven Fassadenbau.

 

Fassadenmonteur - warum dieser neue Ausbildungsberuf?

Unsere Gesellschaft und unsere Umwelt - und mit beiden verbunden natürlich auch die Bauwirtschaft - unterliegen einem ständigen Wandel. Davon betroffen sind ebenso die Produktions- wie die Arbeitswelt.

In gleichem Maße, wie sich die Bedürfnisse der Gesellschaft ändern, müssen sich - einhergehend mit dem Zeitgeschmack der Architektur - Produkte und Dienstleistungen am Bau neuen Entwicklungen anpassen und neue Lösungen finden. Das gilt insbesondere für das hier mit dem Beruf Fassadenmonteur betrachtete Spezialgewerk Fassadenbau.

In der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fassadenmonteur / zur Fassadenmonteurin spricht der Verordnungsgeber richtigerweise generell vom Fassadenmonteur und von der Fassadenmonteurin, denn dieser Lehrberuf kann natürlich von männlichen wie weiblichen Auszubildenden erlernt werden.

Nur wenige moderne Fassadenbauunternehmen sind als eigenständige Firmen in diesem Spezialbereich der Bauwirtschaft gegründet worden. Die meisten Betriebe entstanden in Industrie- bzw. Gewerbebereichen unterschiedlichster Prägung und der Leistungsbereich Fassadenbau bildet auch heute oftmals "nur" die Spezialabteilung eines Unternehmens, zu neudeutsch: das Profitcenter Fassadenbau. Nur im Idealfall handelt es sich schwerpunktmäßig oder völlig selbständig um ein Bauunternehmen.

 

In der Regel werden Fassadenmonteure ...

überbetrieblich in bauindustriell orientierten Betriebsstätten ausge bildet, so dass für die Registrierung der Auszubildenden und die Abnahme ihrer Prüfung die Industrie- und Handelskammern (IHK) zuständig sind.

Ursprünge der heute am Markt anzutreffenden und erfolgreichen Fassadenbaufirmen lassen sich jedoch ebenso im Maschinen-, Stahl- und Metallbau finden wie bei Dachdeckereien und Zimmereien, bei Glasern und Natursteinverarbeitern, sogar bei Baustoffhändlern, bei Maurern und Klempnern und bei vielen anderen Bausparten und Bauberufen mehr.

Dem gemäß gab es bis vor einigen Jahren auch keine speziell auf den Fassadenbau hin ausgerichtete Ausbildung - in keiner der vorgenannten Sparten. So genannte "Fassadenbauer" - oder auch moderner und richtiger Fassadenmonteure - kamen in der Regel aus verschiedensten Bauberufen und wurden angelernt - Hauptsache, sie scheuten sich nicht, bei Wind und Wetter im Freien zu arbeiten und sie waren ausreichend höhentauglich, denn ihre Arbeit haben sie zumeist von Gerüsten und Bühnen aus zu vollbringen.

 

Im konstruktiven Fassadenbau ...

machte sich dann mehr und mehr bemerkbar, dass allein das autodidaktische Herangehen an die zahlreichen neuen Aufgaben und Problemstellungen der VHF, der Vorgehängten Hinterlüfteten Fassaden, auf Dauer keine qualitätsgerechten Leistungen in diesem speziellen Fassadenmarkt sicherstellen kann.

Für diese Branche gab es viele Veränderungen - ganz abgesehen von den gestiegenen und offenbar weiterhin steigenden ästhetischen Ansprüchen an die Form und Gestaltung von Fassaden.

Neue Baustoffe und Bauverfahren wurden entdeckt, die Verankerungstechniken für die Unterkonstruktionen haben Neuerungen gefunden, sich gewandelt bzw. verfeinert, die Forderungen hinsichtlich fach- und sachgerechter Dämmung von Bauwerken finden - mit der Energieeinsparverordnung - erhöhte Beachtung und Befestigungs- und Montagetechniken erfuhren ebenso ihre Weiterentwicklung wie moderne Arbeitshilfen, einsetzbare Geräte, Maschinen und Gerüste, um nur einige Bereiche aus der umfangreichen Themenpalette des modernen Fassadenbaus zu nennen.

 

Den besonderen Ausbildungsbedarf im Fassadenbau ...

hatte die BFA FAB, deren Mitglieder sich in erster Linie mit den VHF, den Vorgehängten Hinterlüfteten Fassaden, beschäftigen, d. h. mit der Montage von Fassadenelementen aus den verschiedensten Baustoffen auf selbst hergestellten, verbundenen und verankerten Unterkonstruktionen, schon vor vielen Jahren erkannt. Doch standen verschiedenste handwerkliche Interessen zunächst allen Bestrebungen entgegen, einen Ausbildungsberuf für diese Sparte ins Leben zu rufen.

So blieb es den von der BFA FAB veranstalteten Grund- und Fortbildungsseminaren vorbehalten, die notwendigsten Kenntnisse und Fähigkeiten in diesem Bereich des Fassadenbaus zu vermitteln.

Im Jahre 1997 trat sodann die BFA FAB als Arbeitgebervertreter dieses Bauspezialbereiches an ihren Sozialpartner und Arbeitnehmervertreter, die IG BAU, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, heran, um gemeinsam mit diesem sofort von der Thematik und Notwendigkeit eines Ausbildungsberufes überzeugten Partner das - seinerzeit überfällige - Bauberufsbild Fassadenmonteur zu schaffen.

 

Für die im Fassadenbau tätigen Unternehmen, ...

ebenso wie für die BFA FAB im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., war es längst an der Zeit, die hohe Qualifikation dieser Betriebe und die Qualität der - selbst - ausgeführten Arbeiten durch ein eigenes und eigenständiges Berufsbild und das Angebot von Ausbildungsplätzen zu unterstreichen und zu dokumentieren.

Innerhalb kürzester Zeit gelang es in einem äußerst kollegialen und konzentrierten Miteinander von Bauunternehmer- und Gewerkschaftsvertretern, Mitarbeitern des Bundesinstitutes für Berufsbildung sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie die notwendigen Grundlagen für den neuen Beruf Fassadenmonteur zu schaffen.

Schon am 26. Mai 1999 konnte im Bundesgesetzblatt Jahrgang 1999 Teil I Nr. 25 die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fassadenmonteur / zur Fassadenmonteurin vom 19.05.1999 zusammen mit dem Ausbildungsrahmenplan veröffentlicht werden.

Nur wenig später folgte der Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule , den - parallel zu vorgenannten Arbeiten und eng auf diese abgestimmt - die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) entwickelt hat.

Damit konnten zum 01. August 1999, also noch im gleichen Jahr, die ersten interessierten Jugendlichen ihre Ausbildung zum Fassadenmonteur aufnehmen und damit auch erstmals sachbezogen und fachgerecht die notwendigen Ausbildungsinhalte für die qualifizierte Berufstätigkeit der Fassadenmonteure fundiert und in dem erforderlichen zeitlichen Umfang vermittelt werden.

Kontakt

Dipl.-Ing. Architekt Joachim Simon Dipl.-Ing. Architekt Joachim Simon
Geschäftsführer der BFA

Sekretariat:
Cornelia Reins
Telefon: 0049 30 21286-262
Telefax: 0049 30 21286-297

joachim.simon@bauindustrie.de

Fassadenmonteur - Ein Beruf im Dornröschenschlaf

In der Zeitschrift Fassadentechnik 6/2007 erschien ein Aufsatz unter obiger Überschrift zum Ausbildungsberuf des Fassadenmonteurs, derhier als pdf-Datei eingestellt wurde.

Fassadenbau

Quick Links zu den einzelnen Bereichen von Fassenbau

Seminare im ABZ Hamm

Fortbildungsseminare für Fassadenmonteure, Vorarbeiter und Bauleiter

Der bauindustrielle Ausbildungsberuf Fassadenmonteur macht die bekannten Fortbildungsseminare im ABZ Hamm absolut nicht überflüssig.

Erst seit der ersten Abschlussprüfung im August 2002 gibt es erste ausgebildete Fachkräfte im Beruf Fassadenmonteur - und auch diese bedürfen aufgrund der fortschreitenden Entwicklungen im konstruktiven Fassadenbau durchaus entsprechender Weiterbildungmaßnahmen.

Besonders gilt dies natürlich für alle die älteren Fachkräfte, die im diesem Leistungsbereich "nur autodidaktisch" gelernt haben.

Vor allem die Weiterbildung für Vorarbeiter und Bauleiter wird daher - zur Wahrung des technischen Niveaus und des hohen Standes der Technik im Fassadenbau - weiter intensiviert.

Das nächste Praxisseminar im ABZ Hamm :

25. - 27. März 2010

weitere Informationen:

www.fvhf.de