Aufgaben und Ziele
Das Spezialgebiet "Generalunternehmertum" ...
findet seine Begründung in vielen Aspekten des Bauens.
In den letzten Jahrzehnten traten durch den Einsatz neuer Bauverfahren und innovativer Baustoffe, durch Mechanisierung und Rationalisierung sowie durch den Bedeutungswandel des ganzheitlichen Bauens und der Begleitung eines Bauwerks "von der Wiege bis zur Bahre" einige grundlegende Änderungen in Bauplanung, Bauausführung und insbesondere Baumanagement für alle am Bau Beteiligte ein.
Nicht allein der zunehmende Kosten- und Termindruck durch viele Auftraggeber verlangt eine straffe Organisation des Bauablaufs - eine Domäne des Baumeisters alter Prägung.
Vor allem die leider oft sehr unterschiedlichen Interessen aller eingeschalteten, am Planungs-, Bau- und Finanzierungsablauf beteiligten Partner bedürfen eines Koordinators, der innerhalb des Projektteams die Fäden fest in der Hand hält.
Die Zusammenfassung ...
von Planung bzw. Detailplanung und Ausführung für alle Gewerke an einer Stelle und die Alleinverantwortung eines einzigen Unternehmens gegenüber dem Auftraggeber bestätigen heute - als Ergebnis der Auseinanderentwicklung der Leistungspakete bei anderen Partnern - den Generalunternehmer.
Das Generalunternehmertum, eigentlich absolut kein neues Phänomen, hat sich im europäischen und vor allem außereuropäischen Raum viel früher gebildet und ausgeprägt.
Inzwischen hat auch die deutsche - und europäische - Marktsituation und die Verlagerung der technischen und vertragsrelevanten Kompetenzen der Baubeteiligten bewirkt, dass die Generalunternehmer immer größere Marktanteile für sich gewinnen.
Fakt ist, dass der Generalunternehmer inzwischen in der Bundesrepublik - wie in Europa - die erfolgreichste Unternehmensform am Markt ist.
Die Zurückhaltung der öffentlichen Hand ...
beim Bauen mit Generalunternehmern kann aber leider noch immer nicht ausreichend "durchbrochen" werden.
Auf der Jubiläumsveranstaltung Die Generalunternehmer - Baumeister moderner Prägung - Dienstleister rund um den Bau, die zum 25-jährigen Bestehen der BFA SFB 1996 stattfand, propagierte selbst das Bundesbauministerium - damals unter Herrn Professor Töpfer - die Vorteile einer frühzeitigen Koordination zwischen Planung und Ausführung.
Leider ist es den Generalunternehmern bis heute aber nur vereinzelt gelungen, öffentlich ausgeschriebene Projekte schlüsselfertig auszuführen - sieht man einmal davon ab, dass nahezu jeder Brückenbau nach einer Generalunternehmervergabe erfolgt.
Zunehmend werden generell die Projekte der DB AG und anderer privatisierter Unternehmen, ganz abgesehen von großen Gewerbeobjekten und Bürobauten, mit "GU´s" erstellt.
Derzeit werden nach Hochrechnungen unserer Mitglieder etwa 50 % des gesamten Bauvolumens im gewerblichen Hochbau durch Generalunternehmen abgewickelt.
Doch insbesondere die politisch hochgehaltene Fachlosvergabe nach VOB und Länderhaushaltsgesetzen ist der größte Hemmschuh im öffentlichen Bereich, die Wirtschaftlichkeit dieser Form der Vertragsgestaltung mit ihrer Vielzahl von Modellen, wie z. B. das GMP-Modell, die Vertragsabwicklung zu einem garantiert Maximalpreis, verstärkt zu nutzen.
Dieses Feld weiter zu bestellen und Vorurteile gegen den Generalunternehmer abzubauen, ist und bleibt eine vordringliche Aufgabe - politisch zunächst auf Länderebene und somit Aufgabe entsprechender Landesfachabteilungen, weitergehend und bundespolitisch übergeordnet vor allem aber Aufgabe der BFA SFB.
Das erweiterte Leistungsspektrum ...
der Mitglieder in der BFA SFB kommt in dem Begriff Komplett-Immobilie zum Ausdruck.
Er ist zu einem Synonym für das schlüsselfertige Bauen mit einem Generalunternehmer und somit für eine spezielle Leistung der Bauwirtschaft geworden, wie sie überwiegend auch nur von Generalunternehmen erbracht wird.
Dies gilt nicht allein für Neubauten sondern ebenso für den ständig wachsenden Bereich der Instandhaltung und Sanierung.
"Schlüsselfertiges Bauen" bedeutet daher auch zunehmend "jegliche mit dem Bauwerk verbundene (Dienst-)Leistung aus einer Hand" - von der Grundstücks- und Finanzierungsbeschaffung über die Projektentwicklung und Komplettausführung bis hin zur Vermarktung und Verwaltung.
Facility-Management, Instandhaltung und Modernisierung sind dabei nahezu als Service-Leistungen einzustufen, die immer häufiger schon mit dem Bauvertrag vereinbart werden.
Weg vom Bereitstellungsgewerbe, hin zum Anbietermarkt ...
ist ein schon altes aber immer noch aktuelles Motto der BFA SFB.
Es bedurfte erheblicher Anstrengungen der Generalunternehmer dieses Gremiums auf allen Gebieten des Bauens die Aufgaben vorgenannter Leistungspalette zu erfüllen und die Ergebnisse ihrer und der Arbeit der BFA SFB in die Öffentlichkeit zu tragen - oftmals gegen den Widerstand anderer, auch innerhalb der ausführenden Bauwirtschaft.
Weiter galt und gilt es als Anbieter zu zeigen und zu beweisen, welche Bedarfswünsche gedeckt - und nicht nur geweckt - werden können und dass man mehr zu leisten in der Lage ist als Forderungen zu befriedigen und Fragen zu beantworten.
Daher hat sich die BFA SFB mit einer Großzahl von speziellen Einzelthemen des Bauens und vor allem der Erleichterung des Bauens befasst.
Ziel war es dabei stets, für die Mitglieder der BFA SFB aussagekräftige Ergebnisse für einzelne Anwendungsbereiche zu erhalten.
Die BFA SFB ist auch europäisch aktiv ...
und arbeitet seit der Gründung der ECO 5 der FIEC, einer BFA SFB ähnlichen Unterkommission "Globales Konzept" im europäischen Bauwirtschaftsverband im Jahre 1989, äußerst eng mit dieser zusammen.
Für die Imagepflege der Generalunternehmen in Europa wurden insbesondere hinsichtlich der Darstellung des partnerschaftlichen Miteinanders in mehreren Jahren deutscher Präsident- und Geschäftsführerschaft - in Personalunion mit der BFA SFB - in dieser Kommission nicht nur die Grundlagen für einige maßgebliche und bekannte Dokumente geschaffen sondern ein Großteil dieser Unterlagen auch - jeweils dreisprachig - veröffentlicht:
- Charta der europäischen Generalunternehmen,
- Bauen in Europa mit einem Generalunternehmen,
- Leitfaden für einen Generalunternehmer-Mustervertrag und
- Faire Beziehungen zwischen Partnern. www.fiec.org
Der Mustervertrag der BFA SFB ...
stellt eine Grundlage für das faire Miteinander dar. Mit der Erstausgabe einer 1987 vom Bundeskartellamt genehmigten Fassung "Muster für Generalunternehmerverträge" leistete die BFA SFB einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Vertragsbeziehungen im Schlüsselfertigen Bauen.
Dieses Vertragswerk wird regelmäßig der neuesten Rechtsprechung und den aktuellen Regeln der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen angepasst.
Für den Bereich der Bauausführung hat daher die BFA SFB einem renommierten Autorenteam zugearbeitet und vor einigen Jahren die Erstauflage eines umfangreichen und bislang in dieser Form einmaligen Werkes Qualitätssicherung im Schlüsselfertigen Bauen - Hinweise für Bauherren, Planer, Unternehmer - Schwerpunkt Bauausführung herausgegeben.
Dieses inzwischen mehrfach überarbeitete Werk, ursprünglich allein für die Belange der Generalunternehmer gedacht, findet zunehmendes In teresse und vor allem höchste Anerkennung bei vielen Planern und Bauausführenden, an die es sich gemäß Untertitel letztlich auch wendet.
Die gedruckte Erstauflage von über 2000 Exemplaren war schnell vergriffen und seitdem ist das Kompendium "nur" in einer CD-ROM-Fassung erhältlich.
Auch diese Initiative der BFA SFB dient dem geregelten Miteinander und somit dem erwähnten Brückenschlag zwischen den Spezialisten (aller BFAen) und den Generalisten der BFA SFB - und niemand wird leugnen, dass beide beim Bauen ebenso gefragt wie gefordert sind.
Kontakt
Dipl.-Ing. Architekt Joachim Simon
Geschäftsführer der BFA
Sekretariat:
Cornelia Reins
Telefon: 0049 30 21286-262
Telefax: 0049 30 21286-297
joachim.simon@bauindustrie.de
