Dipl.-Ing. Stefanie Führling

stefanie.fuehrling@bauindustrie.de

Verkehrsinfrastruktur

Staus auf deutschen Autobahnen

Der schlechte Zustand der Brücken und Autobahnen ist eine Ursache für viele Staus. Laut einem großen deutschen Automobilclub in Deutschland wurden im Jahr 2014 etwa 475.000 (2013: rd. 415.000) Stauereignisse auf deutschen Autobahnen gemeldet. Die gemeldeten Staulängen summierten sich auf insgesamt rund 960.000 (2013: knapp 830.000) Kilometer. Bundesweit wurden insgesamt 285.000 (2013: rd. 265.000) registriert. Im Vergleich zu 2013 hat die Anzahl der Staus und der Staukilometer um etwa 15% zugenommen, die Summe der erfassten Staustunden um etwa 8% zugenommen.

 

Zustand der Brückenbauwerke

An Bundesfernstraßen gibt es 39.106 Brücken und 50.790 Teilbauwerke, deren Zustand sich zunehmend verschlechtert. Besonders bekannt sind die Fälle der Rheinbrücke an der BAB A 1 bei Leverkusen, die Rader Hochbrücke an der BAB A 7 und die Schiersteiner Brücke, Autobahnbrücke der A 643 über den Rhein, die aufgrund ihrer maroden Substanz für den Lkw-Verkehr gesperrt werden mussten. Dies ist aber nur die Spitze des Eisberges. In den vergangenen Jahren hat - laut BMVBS-Bericht „Strategie zur Ertüchtigung der Straßenbrücken im Bestand der Bundesfernstraßen“ vom 22. Mai 2013 - der Bestand an Brücken mit sehr gutem bzw. gutem Zustand abgenommen, während sich die Brücken mit gerade noch ausreichendem Bestand fast verdoppelt haben. 

Bei den kommunalen Brückenbauwerken sieht die Situation nicht anders aus: Über 10.000 kommunale Straßenbrücken müssen bis 2030 ersetzt werden. Das sind rund 15 Prozent der insgesamt 66.700 kommunalen Straßenbrücken in ganz Deutschland. Darüber hinaus befindet sich jede zweite Brücke in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden. Dies geht aus der Studie „Ersatzneubau Kommunale Straßenbrücken“ des Instituts für Urbanistik (Difu) hervor, die im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), des Bundesverbandes Baustoffe - Steine und Erden (BBS) und der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) erstellt wurde. Laut Studie beläuft sich der Investitionsbedarf alleine für den Ersatzneubau auf rund elf Milliarden Euro bis 2030 beziehungsweise 630 Millionen Euro jährlich. Rechne man den Teil-Ersatzneubau hinzu, summiere sich der Investitionsbedarf auf 16 Milliarden Euro beziehungsweise 930 Millionen Euro jährlich.