Ohne Bauindustrie kein Klimaschutz

Die Unternehmen der deutschen Bauindustrie sind nicht nur national, sondern auch international gefragt, wenn es darum geht, das Klima zu schützen. Nachhaltiges Bauen ist jedoch nicht nur ein Erfolgsfaktor für deutsche Bauunternehmen, sondern rechnet sich auch betriebswirtschaftlich für private Bauherren und gewerbliche Investoren.

Beispiele aus den Bereichen Energetische Gebäudesanierung, erneuerbare Energien, Industrieisolierung und der Ausblick in Forschung und Entwicklung zeigen, wie die Deutsche Bauindustrie - in Zusammenarbeit mit Architekten, Bauplanern und Facility- weit über die Bautätigkeit hinaus, erfolgreich Wesentliches zum Klimaschutz beiträgt.

Nach wie vor kommt die öffentliche Diskussion über Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Deutschland schnell auf die Rolle des Verkehrs, obwohl er in Wahrheit nur mit 20 Prozent zur Entstehung von Treibhausgasen beiträgt. Zwar wird gesehen, dass eine bessere Isolierung von Wohnungen oder Häusern durchaus der CO2-Einsparung dient, erstaunlicher Weise glaubt aber nur ein Drittel der Bevölkerung, dass sich ihr eigener Energieverbrauch durch geeignete Baumaßnahmen an Haus oder Wohnung erkennbar senken lässt. Eine repräsentative Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach offenbart hier ein erhebliches Informationsdefizit. Viel zu wenig ist bekannt, dass bis zu 50 Millionen Tonnen schädlicher Treibhausgase jedes Jahr allein über die energetische Sanierung des Gebäudebestands eingespart werden könnten. Dies zeigt, dass in der Klimadiskussion der vergangenen Jahre die Rolle der Bauwirtschaft systematisch unterschätzt wurde.

Dabei geht der Beitrag der Bauwirtschaft zum Klimaschutz weit über den Gebäudebereich hinaus. Um Energie umweltschonend erzeugen zu können und die hohen Anforderungen internationaler Klimaschutzziele zu erreichen, muss in erheblichem Umfang in Windkraft, Geothermie oder Anlagen zur Erzeugung von Biokraftstoff investiert werden. Dies wird nach der Allensbach-Umfrage auch von der überwältigenden Mehrheit der Deutschen befürwortet. Mehr als 90 Prozent der gesamten Bevölkerung sind überzeugt, dass der Ausbau regenerativer Energien ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist. Die hohe bautechnische Kompetenz, die dafür erforderlich ist, wird von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen.

Die Bauwirtschaft ist gefordert, angesichts eines gestiegenen Umweltbewusstseins und ambitionierter Klimaschutzvorgaben ihre Lösungen bei der Realisierung energieeffizienter Gebäude und zur Gewinnung alternativer Energien einzubringen. Sie muss privaten Bauherrn und gewerblichen Investoren verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein wünschenswertes gesellschaftliches Ziel ist, sondern sich auch betriebswirtschaftlich rechnet - insbesondere wenn die Energiepreise wieder ansteigen.

Das Thema Klimaschutz bleibt in den nächsten Jahren ganz oben auf der politischen Agenda. Die deutsche Bauindustrie wird sich mit ihrem Wissen einbringen, um national wie international den Schutz unseres Klimas voranzutreiben.

 

Studien

DB Research,

"Bauen als Klimaschutz - warum die Bauwirtschaft vom Klimaschutz profitiert"

Oktober 2008

 

 

DB Research

"Geothermie - Bauwirtschaft gewinnt wegegen Klimawandel und Energieknappheit"

(Ergänzungsstudie zu Bauen als Klimaschutz)
November 2009

 

 

Institut der deutschen Wirtschaft Köln

"Kraftwerksbau als Chance für die Bau- und Baustoffwirtschaft"

September 2010

Memorandum Energiepolitik

Das magische Dreieck der Energiepolitik neu justieren