Prof. Dr. Ralf Peter Oepen

Dipl.-Kfm. Elvira Bodenmüller

e.bodenmueller@bwi-bau.de

Kompetenzzentrum Baubetriebswirtschaft

Aufgabe

Das BWI-Bau - Institut der Bauwirtschaft hat seit 2006 für die gesamte deutsche Bauindustrie die Funktion eines Betriebswirtschaftlichen Kompetenzzentrums übernommen. Übergeordnetes Ziel ist es, die betriebswirtschaftlichen Aufgaben im Verbandsumfeld zu bündeln, um somit den Bauunternehmen, den bauindustriellen Verbänden, involvierten Dritten (z. B. Kreditinstituten) sowie allen am Baugeschehen interessierten Kreisen als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Baubetriebswirtschaft zur Verfügung zu stehen. Das auf Bundesebene operierende Kompetenzzentrum stärkt verbandsübergreifend das partnerschaftliche Modell zwischen dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, den bauindustriellen Landesverbänden und dem BWI-Bau.

Im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie und seiner Mitgliedsverbände bearbeitet das Betriebswirtschaftliche Kompetenzzentrum insbesondere Themen zu den Bereichen

  • Bauunternehmensrechnung
  • Baubetriebsrechnung
  • Bauabrechnung
  • Risikomanagement
  • Finanzierung
  • ARGEN

Die konkret aus diesen Schwerpunktbereichen resultierenden Arbeitsprojekte werden u. a. aufgrund von aktuellen Diskussionen und Fragestellungen in den verbandlichen Arbeits- und Erfahrungsaustauschkreisen festgelegt und in einer jährlichen Projektplanung vereinbart. Weitere Anregungen sind jederzeit willkommen und werden seitens des BWI-Bau als direktem Ansprechpartner registriert und einbezogen.

Das BWI-Bau steht den Mitgliedsunternehmen der Bauverbände in dieser Funktion auch als direkter Ansprechpartner zur Verfügung. Im Einzelfall ist dann zu entscheiden, ob die Anfrage im Rahmen der verbandlichen Dienstleistung oder als einzelfallbezogene Beratung (entgeltpflichtig) zu bearbeiten ist.

Das BWI-Bau wurde 1964 als Tochter des bauindustriellen Landesverbandes NRW gegründet, um bauwirtschaftliche Fragestellungen und Erkenntnisse zu erforschen und zu erschließen und die Arbeitsergebnisse an alle am Baugeschehen beteiligten Parteien zu übermitteln. Seit 2001 zählen neben der Wibau Holding und Service GmbH (Mehrheitsgesellschafter) der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der Landesverband Bauindustrie Rheinland-Pfalz, der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen, die Bauwirtschaft Baden-Württemberg, der Bayerische Bauindustrieverband, der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen, der Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes sowie der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg zu seinen Gesellschaftern.

Geschäftsführer des BWI-Bau sind RA'in Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes NRW, und Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen, Institutsleiter.

 

Arbeitsprojekte 

Seit das BWI-Bau 2006 für die gesamte deutsche Bauindustrie die Funktion eines Betriebswirtschaftlichen Kompetenzzentrums übernommen hat, werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagenarbeiten (Forschung und Information) im Verbandsumfeld gebündelt. Diese stehen Bauunternehmen, den bauindustriellen Verbänden, involvierten Dritten (z. B. Kreditinstituten) sowie allen am Baugeschehen interessierten Kreisen zur Verfügung.

Im Fokus standen und stehen dabei folgende Themengebiete:

Umfragen zur Zahlungsmoral (1995-2009)
Im Zeitraum 1995 bis 2009 wurden Studien zur Zahlungsmoral der Bauherren durchgeführt, um ein jeweils aktuelles Bild der Finanzierungssituation in der Bauindustrie zu gewinnen. In 2009 lag ein besonderer Fokus auf der Frage der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgerufenen Veränderungen, insbesondere auch bezüglich der Wirkungen der Konjunkturprogramme sowie der Erfahrungen mit öffentlichen Förderkrediten.

Bauforderungssicherungsgesetz (2009)
Auf der Basis des vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie bei den Professoren Battis und Paulus (Humboldt-Universität zu Berlin) eingeholten Gutachtens zur „Praxistauglichkeit und Rechtmäßigkeit des BauFordSiG aus wirtschafts-, insolvenz- und verfassungsrechtlicher Sicht“ haben der HDB, die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmer und das BWI-Bau eine Ausarbeitung zur „Problematik des Bauforderungssicherungsgesetzes (Bau-FordSiG) und Darstellung seiner Risiken“ angefertigt, in der u. a. auch auf die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des BauFordSiG eingegangen wird.

Begleitung einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe „Revenue Recognition“
Diese Arbeitsgruppe erarbeitete eine Stellungnahme zum IASB-Diskussionspapier „Preliminary Views on Revenue Recognition in Contracts with Customers“, in der die neuen Regelungen zum „Revenue Recognition“ (Etablierung eines einheitlichen Modells zur Ertragsvereinnahmung, dessen Anwendungsbereich sich auf Verträge mit Kunden beschränkt) aus Sicht der Bauindustrie kommentiert werden. Diese Stellungnahme wurde als Comment-Letter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie auf der Internet-Seite des Financial Accounting Standards Board (FASB) veröffentlicht. 

Umfrage zur Unternehmensplanung (2010)
Die Umfrage zur Unternehmensplanung und Finanzkommunikation der Bauunternehmen wurde im Zeitraum Oktober-November 2010 durchgeführt. Ziel war es zu beleuchten, in welchem Umfang eine Unternehmensplanung in der Bauwirtschaft verbreitet ist und wie sie ausgestattet wird. Auch interessierten in diesem Zusammenhang die Häufigkeit der Bankenkontakte und der Umfang des Banken-Reportings.

Überarbeitung Stoffpreisgleitung mit Modellrechnungen
Im Auftrag verschiedener Verbände (HDB, ZDB, BVMB, DAV, SBV, Nassbagger) koordinierte das BWI-Bau die Grundlagenarbeit im Rahmen der Entwicklung einer neuen, zukunftsweisenden Stoffpreisgleitklausel. Als wesentliches Ergebnis wurde ein Leitfaden zur Ermittlung von Mehr- und Minderaufwendungen aus Stoffpreisgleitung erstellt.

Leitung des Arbeitskreises Risikomanagement (2008 bis 2013)
Im Rahmen dieses Arbeitskreises wurden die wesentlichen Elemente eines erfolgreichen Risikomanagements auf Projekt- und auf Unternehmensebene erarbeitet.
Ergebnis ist u. a. ein strukturierter Risikokatalog auf Bauprojektebene, in dem die grundlegenden Risiken aus verschiedenen Stadien der Projektvorbereitung und -durchführung zusammengefasst wurden. Download

Mitarbeit bei der Spiegelkommission Bau von Großprojekten
Die im Arbeitskreis Risikomanagement gewonnenen Erkenntnisse zur Identifikation und Bewertung von Projektrisiken liefern einen wichtigen Input für die 2013 von Minister Ramsauer ins Leben gerufene Reformkommission für Großprojekte.
Begleitet wird diese Reformkommission durch eine interne Spiegelkommission beim HDB, in der Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen Mitglied ist.

Leitung des Forschungsprojektes zur „Ökonomie des Baumarktes“ (2011 bis 2013)
Die Ergebnisse wurden 2013 unter dem Titel: „Ökonomie des Baumarktes – Grundlagen und Handlungsoptionen: Zwischen Leistungsversprecher und Produktanbieter“ im Verlag Springer Vieweg veröffentlicht. Bestellen 

Leitung des Arbeitskreises Bauabrechnung
Das BWI-Bau wurde und ist in Vertretung der bauausführenden Wirtschaft ständiger Arbeitspartner der bauausschreibenden Seite und nahm damit aktiv Anteil an der Entwicklung der seit 1964 vorgelegten Grundsätze und Richtlinien für die elektronische Bauabrechnung (REB).

Koordination der Weiterbearbeitung der ARGE-Musterverträge
Das Thema Bau-Arbeitsgemeinschaften bleibt ein zentrales Arbeitsgebiet im Leistungsbündel des BWI-Bau, was sich nicht nur in der Mitwirkung bei der Überarbeitung der Musterverträge (ARGE / Dach-ARGE) niederschlägt, sondern auch in der Mit-Autorenschaft / Mit-Herausgeberschaft der 4. Auflage des ARGE-Kommentars 2006. BWI-Bau-seitig wurde dabei insbesondere der § 8 ARGE-Mustervertrag zur Kaufmännischen Geschäftsführung bearbeitet.

Überarbeitung der Kosten- und Leistungsrechnung der Bauunternehmen - KLR Bau
Aktuell wurde das BWI-Bau durch den HDB gemeinschaftlich mit dem ZDB beauftragt, die Kosten- und Leistungsrechnung Bau (KLR Bau) zu überarbeiten. Im Zusammenhang mit dem Projekt, dessen Laufzeit von 2013 bis 2015 definiert ist, steht auch die Weiterentwicklung des Baukontenrahmens an, u. a. zur Anpassung an das BilMoG und die E-Bilanz.

Leitung des Ad-hoc-Arbeitskreises Gemeinkosten
Das Bundesverkehrsministerium beabsichtigt, Ausschreibungen herauszugeben, bei denen das Modell der "Gemeinkostentrennung" zur Anwendung kommen soll. Dieses Ausschreibungsmodell wurde auch beim 5. Deutschen Baugerichtstages in Hamm diskutiert.
Der HDB, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und das BWI-Bau haben aufgrund der seit dem letzten Baugerichtstag zugänglichen Unterlagen dieses Projekt des Bundesverkehrsministers einer Prüfung unterzogen. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist jetzt in Form eines gemeinsamen Positionspapiers mit dem Titel "Positionspapier für leistungskonforme Ausschreibungen - Auspositionierung von Gemeinkosten im Straßenbau?" erschienen. Download  

Betreuung des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses der Bundesfachabteilung Wärme-Kälte-Schall- und Brandschutz
Seit 2012 hat das BWI-Bau die fachliche Betreuung des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses für die BFA WKSB übernommen. Daraus entstanden sind bisher zwei Kaufmännische Briefe, einmal zur Liquiditätssicherung und zweitens zur Kaufmännischen Abwicklung von Bau-Arbeitsgemeinschaften.

 

Informationsdienst für Unternehmen und Verbände der Bauindustrie

Im Rahmen eines vier- bis sechsmal jährlich erscheinenden Rundschreibens an

  • die Mitglieder des Präsidiums des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie,
  • die Vorsitzenden der Mitgliedsverbände,
  • die Mitglieder der verschiedenen Ausschussgremien des HDB,
  • die Mitglieder der Arbeitskreise des HDB
  • die Vorsitzenden und Geschäftsführer der Bundesfachabteilungen sowie
  • die Hauptgeschäftsführer der Mitgliedsverbände

berichtet das Betriebswirtschaftliche Kompetenzzentrum aus den jeweiligen Arbeitsergebnissen.

Allen weiteren Interessenten steht der Informationsdienst zum Download auf den Internetseiten des BWI-Bau zur Verfügung.