Attraktive Ausbildung sichern

Die gewerbliche Ausbildung ist eine zentrale Quelle für den Fachkräftenachwuchs in der Bauwirtschaft. Die Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft, die die Struktur und inhaltlichen Mindeststandards der Ausbildung regelt, wurde letztmals im Jahre 1999 umfassend überarbeitet. Um die Ausbildung attraktiv und bedarfsgerecht zu halten und damit sowohl das Interesse der Jugendlichen an einer Ausbildung in der Bauwirtschaft zu erhöhen, als auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhalten, ist eine Überprüfung der Ausbildungsordnung erforderlich. Dabei sind folgende Aspekte grundlegend:

Qualität der Ausbildung durch überbetriebliche Anteile sichern

Die bisher vorgeschriebenen verpflichtenden überbetrieblichen Anteile der Ausbildung, die in den Ausbildungszentren der Bauwirtschaft durchgeführt werden, müssen zur Sicherung eines einheitlichen Qualitätsniveaus der Ausbildung erhalten bleiben. Aufgrund der Breite insbesondere der Grundausbildung in der Bauwirtschaft kann anders nicht gewährleistet werden, dass allen Auszubildenden im Rahmen ihrer Ausbildung alle erforderlichen Kompetenzen im Betrieb vermittelt werden. Durch tarifvertragliche verankerte Qualitätsstandards, die regelmäßig im Auftrag der Sozialkasse der Bauwirtschaft durch einen externen Anbieter überprüft werden, wird die Qualität der überbetrieblichen Ausbildung hingegen sichergestellt.

Flexibilität durch gestufte Ausbildungsstruktur erhalten

Die Kompetenzen der Schulabgänger bzw. Bewerber für Ausbildungsstellen unterscheiden sich teilweise erheblich. Nicht in jedem Fall liegen die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche dreijährige Ausbildung in der Bauwirtschaft vor. Eine anerkannte zweijährige Ausbildung wie sie derzeit mit dem Hochbau-, Ausbau-, oder Tiefbaufacharbeiter besteht kann in diesem Fall die Anfangshürde senken. Sowohl Auszubildender als auch Ausbildungsbetrieb können in den zwei Jahre erfahren, ob die Zusammenarbeit funktioniert und die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird. Danach besteht dann ggf. die Möglichkeit ein drittes Jahr anzuschließen und einen Ausbildungsabschluss in einem der dreijährigen Ausbildungsberufe zu erhalten. Aber auch wenn die Voraussetzungen für eine weitere Ausbildung zunächst nicht vorliegen, liegt eine abgeschlossene anerkannte Berufsausbildung vor, mit der eine qualifizierte Tätigkeit aufgenommen werden kann. Sie bietet damit für viele Jugendliche, die sonst keinen Ausbildungsplatz erhalten hätten, eine gute Startchance und auch die Perspektive, sich weiter zu qualifizieren. Die zweijährige Ausbildung darf deshalb nicht in Frage gestellt werden.