Digitale Methoden stärker nutzen

Die Reformkommission „Bau von Großprojekten“ sieht in der Etablierung einer neuen, modernen, digitalen Planungs- und Bauausführungskultur einen zentralen Punkt, um Zeit- und Kostenpläne bei großen Infrastrukturprojekten künftig besser einhalten zu können. Bauherren sollten – ebenso wie alle anderen Projektbeteiligten – digitale Methoden wie z. B. Building Information Modeling (BIM) im gesamten Projektverlauf verstärkt nutzen. Hemmnisse, die dem entgegenstehen, müssen überwunden werden.

Die in Deutschland bestehende Verunsicherung und damit zögerliche Marktimplementierung neuer, digitaler Arbeitsmethoden ist weitgehend dem Fehlen einer einheitlichen Strategie, Vision und Definition von BIM in Deutschland geschuldet. Erforderlich ist aus Sicht der Bauindustrie ein zeitgebundenes Konzept mit klar definierten verbindlichen Anforderungen für öffentliche Aufträge. Ein solches Konzept bietet in der heterogenen Wertschöpfungskette vom Planen, Bauen bis zum Betreiben Orientierung für alle Beteiligten. Dadurch wird einerseits Doppelarbeit vermieden und gleichzeitig die Einführung digitaler Prozesse und Technologien beschleunigt. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen werden geschützt, da sie auf der Grundlage einheitlicher Standards, konsistenter, transparenter Anforderungen mit ausreichend Vorlaufzeit reagieren können. Die öffentlichen Auftraggeber werden in die Lage versetzt, effizient und nachvollziehbar die Qualität von Angeboten zu prüfen und diese nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit zu vergeben.

 

Die Deutsche Bauindustrie empfiehlt:

  • Klare Definition unterschiedlich hoher Anforderungsniveaus für die Anwendung von BIM bei Bauvorhaben der öffentlichen Hand.
  • Vereinbarung eines Zeitplans für deren Anwendung.