Nachhaltig bauen

Die deutsche Bauwirtschaft bekennt sich zum nachhaltigen Bauen. Bei konsequenter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsmaßstäbe ließen sich jährlich ca. 18 Mrd. € Heiz- und Betriebskosten im Gebäudesektor einsparen.

Hierzu gilt es, die Nachhaltigkeit von Gebäuden anhand des Drei-Säulen-Modells der ökonomischen, ökologischen und sozio-kulturellen Nachhaltigkeit objektiv zu beurteilen und als Qualitätsmerkmal darzustellen.

Allerdings müssen die Bewertungskriterien einer objektiven Überprüfung standhalten. Die Vorgaben des Bundesumwelt- und -bauministeriums für eine Anerkennung von Zertifizierungssystemen sind sehr aufwendig und enthalten eine Fülle solcher nicht objektiven Bewertungskriterien.

Hohe Kosten und mangelnde Objektivität der bisherigen Zertifizierungsverfahren stehen einer Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens entgegen.

Forderung der deutschen Bauwirtschaft:

  • Die deutsche Bauwirtschaft fordert daher eine einheitliche und praxisgerechte Gestaltung der Bewertungssysteme, wobei insbesondere die wirtschaftliche Nachhaltigkeit adäquat zu berücksichtigen ist.

Energetische Gebäudesanierung vorantreiben

Auf den Gebäudebestand entfallen rd. 40 % des gesamten Endenergieverbrauchs. Ca. 25 Mio. Wohnungen, d. h. rund 70 % des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland, entsprechen nicht dem heutigen energetischen Standard, da sie vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet wurden. Im Gebäudebestand werden etwa 20 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland verursacht und rund 40,4 Prozent der gesamten Energie verbraucht.

Für das Erreichen der Klimaschutzziele muss der Gebäudebestand daher zügig und flächendeckend energetisch modernisiert werden. Die bisherige Sanierungsquote von - bezogen auf die tatsächliche CO2-Minderung - deutlich unter 1 % ist absolut unzureichend.
Zur optimalen Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplungen und erneuerbaren Energien sind quartiersbezogene Modernisierungsmaßnahmen erforderlich.

Die bisherigen Förderinstrumente sind jedoch offensichtlich nicht geeignet, die Sanierungsquote deutlich zu steigern. Angemessene steuerliche Abschreibungen für energetische Modernisierungsmaßnahmen auch bei selbst genutzten Immobilien sind zwingend erforderlich, um die notwendige Breitenwirkung zu entfalten und zusätzliche wirtschaftliche Anreize zu schaffen. Dabei darf nicht nur die sofortige Komplettsanierung eines Gebäudes unter den Anwendungsbereich der steuerlichen Abschreibung fallen, sondern auch Teilmaßnahmen, die nach einer zeitlichen Befristung mit Abschluss aller Maßnahmen dem gesetzlichen Standard entsprechen.

Forderung der deutschen Bauwirtschaft:

  • Die deutsche Bauwirtschaft fordert, auf Anreizsysteme zu setzen, anstatt Sanierungsanforderungen weiter zu verschärfen. Eine steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen an Wohngebäuden muss als Baustein einen zusätzlichen Sanierungs- bzw. Energieeinsparanreiz schaffen. 
  • Erhöhung der derzeit im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) geplanten Sonderabschreibung für energetische Modernisierungsmaßnahmen auch für eigengenutzte Immobilien. Einführung einer erhöhten Afa in Höhe von 8 % in den ersten 8 Jahren bei energieeffizientem und altengerechtem Neubau und Bestandsmaßnahmen.
  • Fortführung des CO2-Sanierungsprogramms auf dem Niveau von 2 Mrd. €.
  • Ausgewogene Gestaltung des Mietrechts insbesondere bezüglich der Duldung energetischer Modernisierungsmaßnahmen.
  • Einbeziehung auch des Nichtwohnungsbaus und des Ersatzneubaus in die Förderprogramme.