Partnerschaftliche Projektzusammenarbeit

Großprojekte gelingen nur miteinander, nicht gegeneinander, insbesondere in der Bauphase. Hier zeigt sich, ob ein Projekt sorgfältig vorbereitet wurde und im geplanten Kosten- und Zeitrahmen umgesetzt werden kann. Eine Situation, die für den Auftraggeber und den Auftragnehmer gleichermaßen wichtig ist und deshalb Zusammenarbeit erfordert.

In den vergangenen Jahren hat sich jedoch eine „Kultur des Gegeneinanders“ entwickelt, bei der Probleme zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer nicht direkt auf der Baustelle gelöst, sondern Streitfragen den Gerichten vorgelegt werden. Um diesen für beide Seiten unbefriedigenden Trend aufzuhalten, müssen wir an einer neuen „Kultur der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“ arbeiten. Eine Kultur, die über alle Projektphasen reicht, jedoch besonders in der Bauphase gelebt wird. Gelingen kann dies vor allem durch ein gemeinsames Projekt- und Zielverständnis, klare Entscheidungsregeln und eindeutige Kompetenzzuweisungen.

 In diesem Zusammenhang sollte gemeinsam versucht werden, ein Projekt mit Blick auf Betriebs- und Folgekosten sowie technische Innovationen vor und während der Bauphase weiter zu optimieren. Hierfür gibt es Modelle, die vergaberechtlich zulässig und international erprobt sind sowie im privaten Bereich bereits verstärkt genutzt werden:

  • Value Engineering: Kosten- und Prozessoptimierung in der Ausführungsphase durch alternative Verfahren, Materialien und Konstruktionen.
  • Bonus-Malus-System: Projektoptimierung durch materielle Anreize, etwa durch Beschleunigungs- und Kostenoptimierungsprämien.
  • Zielpreisvereinbarung: Schaffung eines Anreizsystems, in dem der Auftragnehmer entweder das Kostenrisiko trägt und von Kosteneinsparungen profitiert (garantierter Maximalpreis) oder Kosteneinsparungen und -steigerungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer aufgeteilt (Painand-Gain-Share) werden. 

Die Deutsche Bauindustrie empfiehlt:

 Stärkung einer „Kultur der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“, etwa durch „Fair Business“-Regeln, intermediäre Workshops und gemeinsame Daten- und Informationsplattformen. 

  • Stärkere Nutzung partnerschaftlicher Vergabe- und Vertragsmodelle.
  • Schaffung von (materiellen) Anreizen zur Projektoptimierung