Planen und Bauen enger verzahnen

Eine unvollständige, fehlerhafte oder auch ungenaue Projektvorbereitung zahlt sich für keinen Projektbeteiligten aus. In der Praxis wird jedoch oft mit dem Bau begonnen, ohne dass eine vollständige Bedarfsanalyse durchgeführt oder eine baureife Planung vorgelegt wurde. Die Folgen sind nachträgliche und meist kostspielige Planungsänderungen.

Die Verantwortung für eine sorgfältige und fehlerfreie Vorbereitung sowie für die Überwachung des Bauprozesses trägt der öffentliche Bauherr. Hierfür braucht er die notwendige Kompetenz, um entsprechende Prozesse effizient managen und den Bauunternehmen auf Augenhöhe begegnen zu können. Deshalb muss der Abbau von Know-how in den Bauverwaltungen gestoppt und die Bauherrenkompetenz wieder gestärkt werden.

Um darüber hinaus die Planungsqualität bei großen und komplexen Projekten zu verbessern, sollten bauausführende Unternehmen mit ihrem bauspezifischen Spezialwissen stärker in den Planungsprozess eingebunden werden. Das Vergaberecht bietet hierfür Möglichkeiten, die stärker genutzt werden sollten:

  • Partnering: Einbeziehung von Bauausführungskompetenz in den Planungsprozess im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs.
  • Design-and-Build-Angebote: Übertragung der Ausführungsplanung inklusive der Risiken auf den Auftragnehmer, etwa im Zuge von Generalunternehmer-Vergaben.

 

Die Deutsche Bauindustrie empfiehlt:

  • Mehr in die Projektvorbereitung und -planung investieren, auch wenn dies zu höheren Transaktionskosten führt.
  • Bauherrenkompetenzen der öffentlichen Hand ausbauen und stärken.
  • Bauunternehmen direkt in die Planung einbinden und bauspezifisches Know-how frühzeitig nutzen, z. B. im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs (Partnering) oder durch die Übertragung der Ausführungsplanung (Design-and-Build).