Wie große Projekte gelingen

Überschreitungen von Bauzeit und Baukosten bei großen öffentlichen Infrastrukturprojekten führen in Politik, Medien und Bevölkerung regelmäßig zu kontroversen Diskussionen. Die Kritiker bemängeln neben Planungsfehlern und Baumängeln insbesondere die Intransparenz der Entscheidungsprozesse sowie eine unzureichende Bürgerbeteiligung.

Die Reformkommission „Bau von Großprojekten“ beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in ihrem im Juni 2015 vorgelegten Abschlussbericht praktikable Wege aufgezeigt, wie Großprojekte künftig termintreuer und kostensicherer umgesetzt werden können. Mit der Vorlage der Empfehlungen der Reformkommission ist jedoch erst die halbe Strecke zurückgelegt. Jetzt kommt es darauf an, die Vorschläge in Taten umzusetzen und die entsprechenden gesetzlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Aus Sicht der Deutschen Bauindustrie sind folgende Schritte vorrangig umzusetzen:

  • Stärkung der Bauherrenkompetenz, bessere Abstimmung von Planen und Bauen
  • konsequente Einführung eines systematischen Risikomanagements
  • mehr Flexibilität im Vergaberecht
  • partnerschaftliche Projektzusammenarbeit
  • außergerichtliche Streitbeilegung/Adjudikation auf Verlangen einer Seite
  • verbindliche Durchführung von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen
  • stärkere Nutzung digitaler Methoden (Building Information Modeling)
  • frühzeitige, offene und kontinuierliche Bürgerbeteiligung