BIM im Verkehrswegebau

Gemeinsame Datenumgebung (CDE) nutzen

Eine gemeinsame Datenumgebung (engl. Common Data Environment, „CDE“) ist ein digitaler Raum für die strukturierte Ablage und den Austausch von allen (BIM-)projektbezogenen Daten und Informationen (z.B. Modelle, bestehend aus Geometrie- und Objektinformationen, Dokumenten und Fotos) während des gesamten Projektzyklus. Sofern heute noch Planunterlagen benötigt werden, können diese auch über die CDE verwaltet werden (Pläne als PDF/DWG gehören aktuell noch zwingend zu den Modellen dazu und müssen verwaltet werden können), sollten aber möglichst aus den Modellen abgeleitet werden.

Die CDE bietet somit die Möglichkeit, alle Projektinformationen und -daten zusammen zu führen und steht allen Projektbeteiligten als Grundlage nachfolgender Arbeitsschritte zur Verfügung. Eine CDE ermöglicht eine kollaborative Arbeitskultur für das gesamte Projektteam, bestehend aus Auftraggeber (AG), Auftragnehmer (AN), Ingenieurbüro, Nachunternehmer, Lieferanten und weiteren Beteiligten[1]. Dabei kann die CDE nicht nur aus einer Softwarelösung, sondern dem Zusammenspiel mehrerer Applikationen bestehen. Die im Projekt definierten Anwendungsfälle (Prozess- und Datensicht) sollen über die CDE abgebildet werden können. Die nachfolgende Abbildung stellt das Zusammenspiel der verschiedenen CDEs der Beteiligten mit der zukünftigen openCDE Schnittstelle dar:

 

 


[1] In Anlehnung an DIN EN ISO 19650-1, VDI 2552-2, DIN SPEC 91391-1

Kurzfristig

Aktuell werden die genutzten Systeme in Form eines Datenablagesystems und nur vereinzelt als Datenmanagementsystem verwendet. Die vorherrschenden Bedenken oder Ängste hinsichtlich der gemeinsamen Datenumgebung müssen umgehend abgebaut werden, um eine kollaborative und transparente Arbeitsweise zu ermöglichen. Sinnvoll wäre es, dem AG beschränktem Zugriff auf den Projektdatenraum des AN zu gewähren (auf Daten, die in den IAA definiert wurden). Alle Projektbeteiligten müssen vertraglich abgesichert für die benötigte Dauer Zugriff auf die relevanten Daten haben. AG erhalten definierten Lesezugriff in der CDE, um die in den IAA definierten Informationen zu sichten bzw. als PDF-Dateien herunterzuladen.

Langfristig

Der AN liefert über die zukünftige openCDE-konforme Schnittstelle IAA-relevante Daten in die CDE des AG (DIN SPEC 91391-2).

Forderung: Eine leistungsfähige CDE, die die zukünftige openCDE-Schnittstelle unterstützt, ist durch den AG für jedes Projekt bereitzustellen. Über diese Schnittstelle ist eine Verbindung von CDE des AN, AG oder weiterer Projektpartner realisierbar. Hierbei werden die in den IAA und BAP festgelegten Informationen zu den vereinbarten Datenübergabezeitpunkten geliefert.