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Baukonjunkturelle Lage: Bauindustrie: Materialmangel behindert Bauproduktion

Zahlen & Fakten

Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg 2020 nominal um 5,9 %, real um 4,5 %. Dies ist auch einem starken Dezember mit einem Umsatzplus von 20 % zu verdanken. Die Rückkehr zum Mehrwertsteuerregelsatz von 19 % zum 1. Januar 2021 hat Ende des Vorjahres für Vorzieheffekte gesorgt, da viele Auftraggeber (Teil-)Leistungen noch zum reduzierten Satz abrechnen lassen wollten.

Der Gegeneffekt zeigte sich im ersten Quartal 2021 mit einem Umsatzrückgang von 9,4 %. Dieser hohe Rückgang ist allerdings auch auf die schlechten Witterungsbedingungen zurückzuführen. Im ersten Quartal 2021 meldete durchschnittlich jede zweite Firma des Bauhauptgewerbes eine Behinderung ihrer Bautätigkeit durch die Witterung, im ersten Quartal 2020 war es nur jede vierte.

Seit April hat sich die Bauproduktion dann stabilisiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es bis Juli ein nominales Umsatzplus von 2,3 %. Dies dürfte allerdings auch auf die eingetretene Erhöhung der Baupreise zurückzuführen sein. Legte der Preis für Leistungen des Bauhauptgewerbes im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 1,9 % zu, waren es im Juli 5,9 %. Insgesamt war von Januar bis Juli ein Umsatzrückgang von nominal 1,8 % (real: - 6,0 %) zu verzeichnen.

Seit April stellt der starke Anstieg vieler Baumaterialpreise ein großes Problem dar. Produkte aus Holz, Metall oder Kunststoff haben sich seit Jahresbeginn deutlich verteuert. Die Erzeugerpreisindizes haben dagegen auch im August weiter stark zugelegt, gegenüber dem Januar stiegen sie bei Bauholz um 109 %, bei Betonstahl um 52 % und bei Dämmplatten und Bitumen um je 34 %.

Teilweise steht auch nicht genügend Baumaterial zur Verfügung. So berichteten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im August 38 % der befragten Baufirmen über eine Behinderung der Produktion durch Materialknappheit. Gegenüber dem Höchstwert von 46 % im Juni scheint sich die Lage aber etwas zu entspannen. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass die Produktion im Bauhauptgewerbe durch die Materialknappheit gebremst wird.

Bei der Auftragslage sieht es bislang gut aus. Von Januar bis März 2021 war ein Wachstum der Ordertätigkeit um nominal 2,6 % zu verzeichnen, das sich von April bis Juli auf 6,4 % beschleunigte (Januar bis Juli: + 4,8 %, real + 0,7 %). Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei 63,1 Mrd. Euro (+ 7,7 % gegenüber dem Vorjahr). Nachfrageseitig ist die baukonjunkturelle Entwicklung damit abgesichert.

Auch die Beschäftigtenentwicklung im Bauhauptgewerbe ist bisher positiv. Von Januar bis Juli (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) war eine Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,8 % zu verzeichnen. Die Firmen schaffen damit die Voraussetzung, die weiter steigende Nachfrage auch in Produktion umsetzen zu können.

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