Bauhauptgewerbe im Mai 2017

Dienstag, 25.07.2017

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Kr

Die deutsche Bauwirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs: Wie der Hauptver­band der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, legte der baugewerbliche Umsatz* im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 16,2 % zu. Alle Bausparten weisen ein zwei­stelliges Umsatzplus aus. Die Bauunternehmen profitierten von den nach wie vor hohen Auftragsbeständen und von einem Arbeitstageeffekt - ihnen stan­den im Mai 2 Arbeitstage mehr zur Ver­fü­gung als im entsprechenden Vorjahresmonat. Damit liegt der Umsatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um nominal 10,7 % über dem Vorjahres­niveau. Ent­sprechend zufrieden sind die Bauunternehmen: 91 % der im Rahmen des ifo Konjunkturtests Befragten beurteilten ihre aktuelle Geschäfts­lage als gut bzw. befriedigend - so viele wie noch nie im Mai.

Auch der Auftragseingang entwickelte sich stabil: Die Bauunternehmen* melde­ten für Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Orderplus von nominal 2,4 %, für Januar bis Mai ergibt sich ein Plus von 6,6 %. Die gute Entwicklung spiegelte sich allerdings nicht in dem vom Statistischen Bundesamt berechneten (preis-, saison- und arbeitstäglich) bereinigten Auftragseingang wider: Er lag im Mai um 6,6 % unter dem Vormonat. Der Rückgang ist aber nicht Ausdruck einer Trend­wende der Baukonjunktur, sondern nur Folge des mittlerweile erreichten hohen Auftragsniveaus. Schließlich meldete die Branche einen weiteren Rekordwert bei den Beständen: Im Juni lag die Reichweite laut ifo bei 4 Monaten, im Vorjahr lediglich bei 3,5 Monaten.

Am besten entwickelte sich im Mai der Öffentliche Bau mit einem Umsatzplus von 17,2 %, für den Zeitraum von Januar bis Mai ergibt sich ein Plus von + 11,9 %. Besonders der Straßenbau legte in den ersten fünf Monaten zu (+ 13,7 %). Dies deckt sich auch mit den Angaben des Finanzministeriums: Laut aktuellem Monatsbericht lagen die Ausgaben des Bundes für den Straßenbau in diesem Zeitraum um 12,1 % über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahres­zeitraums. Damit kommen die zusätzlichen Bundesmittel aus dem „Investitions­hochlauf­programm“ bei den Bauunternehmen an. Auch für die kommenden Monate können die Unternehmen optimistisch sein: Der Auftragseingang legte im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,7 % zu (Jan.-Mai: + 6,8 %) - damit konnte der Öffentliche Bau als einzige Bausparte die historisch hohen Vorjah­reswerte noch einmal toppen. Das starke Orderplus ist nicht nur auf eine hohe Nach­frage im Tiefbau, sondern auch im Hochbau zurückzuführen: Dieser legte im Mai um 24,5 % zu (Jan.-Mai: + 6,9 %). Der Hauptverband vermutet, dass sich der Kommunalinvestitionsförderungsfonds schon positiv ausgewirkt hat.

Zweistellige Umsatzzuwächse weist auch der Wohnungsbau aus­:  Die Bau­betriebe meldeten im Mai ein Umsatzplus von 16,5 % (Jan.-Mai: + 11,4 %). Die Bausparte profitiert nach wie vor von den niedrigen Zinsen, den fehlenden alternativen Anlagemöglichkeiten, der guten Arbeitsmarktlage und den Wande­rungsbewegungen. Aus diesem Grund sieht  der Hauptverband in dem leichten Orderrückgang im Mai von 0,8 % auch keine Trendwende (Jan.-Mai: + 5,2 %). Der Rückgang ist lediglich auf einen Basiseffekt zurückzuführen, im Mai 2016 legte der Auftragseingang um 27,4 % zu. Auch der vom Statis­ti­schen Bundes­amt veröffentlichte Rückgang der Wohnungsbaugenehmi­gungen von 7,6 % für die ersten fünf Monate ist noch kein Grund zur Besorgnis: Dieser Rückgang ist zu einem großen Teil auf ein Minus bei den Neubaugeneh­mi­gungen von Wohn­heimen (- 32,4 %) zurückzuführen, zu denen auch Flücht­lingsunterkünfte zäh­len. Der Bedarf hat aufgrund der gesunkenen Flüchtlings­zahlen nach­gelassen. Der für den Mietwohnungsmarkt wichtige Neubau von Mehrfamilien­häusern hat hingegen - trotz des mittlerweile erreichten hohen Niveaus - zuge­legt und zwar um 4 %.

Auch der Wirtschaftsbau profitierte von den hohen Auftragsbeständen und dem Arbeitstageeffekt: Die Umsätze lagen im Mai um 15,1 % über dem Vorjah­resmonat (Jan.-Mai: + 9,6 %). Demgegenüber meldeten die Bauunternehmen für den Auftragseingang einen Rückgang in Höhe von 7,4 %. Dies ist allerdings nicht auf eine nachlassende Nachfrage zurückzuführen, sondern auf den schon erwähnten Basiseffekt: Im Mai 2016 wurde ein Orderplus von 23,4 % gemeldet - hervorgerufen durch Großprojekte im Wirtschaftshochbau. Die Produk­tion in den kommenden Monaten ist aber nicht gefährdet: In den ersten fünf Monaten lag der Auftragseingang um 7,2 % über dem Vorjahresniveau, die Reichweite der Auftragsbestände im Wirtschaftshochbau erreichte im Mai (und auch im Juni) historisch hohe 4,2 Monate.

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

*) Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten

 

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