BAUINDUSTRIE zu den Konjunkturindikatoren im August 2020

Freitag, 23.10.2020

Nachfrage und Produktion in der gesamten Baubranche leicht unter dem hohem Vorjahresniveau.

Aber: Corona-Einbruch im Wirtschaftshochbau setzt sich fort.

 

„Die Bauwirtschaft ist auch im August insgesamt noch glimpflich durch die Corona-Zeit gekommen. Im Durchschnitt lagen sowohl Auftragseingang als auch Umsatz nur leicht unter dem hohen Vorjahresniveau. Die Zeiten, in denen alle Bausparten und sämtliche Regionen nahezu gleich von der guten Konjunktur profitierten, sind allerdings vorbei - insbesondere im Auftragseingang. Hier liegt die Spreizung bei den Regionen zwischen -45 % in Berlin und +150 % (aufgrund eines Großprojektes) in Hamburg und bei den Sparten zwischen -15 % im Wirtschaftshochbau und +12,5 % im Wohnungsbau.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die in der neuesten Ausgabe des Aktuellen Zahlenbildes veröffentlichten Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft. Demnach lag der Auftragseingang im August nur leicht um nominal 0,3 % unter dem Vorjahresniveau (real: -2,3 %). Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August ergibt sich damit ein Oderminus von 0,5 % (real: -3,2 %). Von einem coronabedingten Einbruch könne man somit - für die gesamte Branche - noch nicht sprechen. Dies werde auch durch den vom Statistische Bundesamt berechneten Vormonatsvergleich bestätigt: Demnach hat der Auftragseingang im August (preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt) um 3,4 % über dem Juli-Wert gelegen. 
 
 
Babiel: „Auch die Umsatzentwicklung ist noch solide. Im August lagen wir nur um 1,1 % (preisbereinigt -3,0 %) unter dem sehr hohen Vorjahresniveau – und das, obwohl die Sommerferien in diesem Jahr in vielen Bundesländern in den August fielen. Für die ersten acht Monate ergibt sich ein Plus von 5,5 % (preisbereinigt von 2,6 %), was uns in der Anhebung unserer Prognose auf 3,5 % für das Gesamtjahr noch einmal bestätigt.“ 
 
„Im Wirtschaftshochbau sieht die Welt allerdings ganz anders aus: Der Investitionsstopp vieler Unternehmen aus der Industrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen führte zu deutlichen Orderrückgängen, was sich mittlerweile auch in der Produktion bemerkbar macht. Hier verfestigt sich die im März begonnene Talfahrt“, relativierte Babiel die aktuelle Situation. Demnach sei der Umsatz im Wirtschaftshochbau im August um 6,6 % zurückgegangen, der Auftragseingang sogar um 15,1 %. Für die ersten acht Monate ergab sich damit eine Umsatzstagnation und ein Orderminus von mittlerweile 9,1 %. „Für 2021 sind das keine guten Vorzeichen.“
 
Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.
*) Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten
 

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