Deutsche Bauindustrie zur Energieeffizienz im Anlagenbereich

Mittwoch, 11.05.2016

Presseinfo 10/16
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  • TIPCHECK-Report bestätigt enorme CO2-Einsparpotenziale durch technische Isolierung.
  • Investitionen amortisieren sich in der Regel schon nach weniger als einem Jahr.
  • Deckungslücke zur Erreichung des 2020-Primärenergieziels der Bundesregierung kann größtenteils geschlossen werden.

In 180 Schlüsselprojekten zur Energieeinsparung bei betriebstechnischen Anlagen konnten jährliche Einsparpotenziale in Höhe von 57.000 Megawattstunden (2,7 Petajoule/Jahr) identifiziert werden, was einer Reduktionsmöglichkeit von CO2-Emissionen von mehr als 500.000 Tonnen entspricht. Dies geht aus dem aktuell veröffentlichten TIPCHECK-Report hervor, der heute von der Bundesfachabteilung Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz (BFA WKSB) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und vom European Industrial Insulation Foundation (EiiF) auf der IEX-Messe in Köln vorgestellt wurde. „Investitionen amortisieren sich in der Regel schon nach weniger als einem Jahr und wären damit auch wirtschaftlich sinnvoll. Dies belegen die heute vorgelegten Zahlen eindrucksvoll“, erklärte Dipl.-Ing. Helmut Bramann, Geschäftsführer der BFA WKSB im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

„Gerade vor dem Hintergrund, dass bis zu 10 Prozent und mehr der Anlagenteile in industriellen Anlagen ungedämmt sind oder Beschädigungen an Isolierungen aufweisen und es damit zu sehr hohen Wärmeverlustraten kommt, bieten Investitionen in Isoliermaßnahmen im betriebstechnischen Anlagenbereich konkurrenzlos günstige Energieeinsparpotenziale. Diese bei Anlagenbetreibern bislang zu wenig verbreitete Erkenntnis muss wesentlich deutlicher gegenüber Entscheidern und in der Öffentlichkeit vermittelt werden“, betonte Bramann. Dies sei umso wichtiger, als die Bundesregierung sich zum Ziel gesetzt habe, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um über 28 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren, wie es in dem nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) heißt. Eine Senkung des Energieverbrauchs durch Steigerung von Energieeffizienz sei dabei eine zwingende Voraussetzung für das Erreichen der Klimaschutzziele.

Die Ergebnisse des TIPCHECK-Reports würden auch von einer Studie des Beratungsunternehmens Ecofys bestätigt, in der ermittelt worden sei, dass mit moderner Dämmtechnik in der Industrie 106 Petajoule (PJ) Energie und 8,7 Megatonnen (Mt) CO2 jährlich eingespart werden könnten. Davon entfielen auf den Bereich betriebstechnischer Anlagen von Industrie und Gewerbe in Deutschland jährlich 80 PJ Energie und 6,3 Mt CO2, auf deutsche Kohlekraftwerke jährlich weitere 26 PJ Energie bzw. 2,4 Mt CO2. Das entspräche dem jährlichen Energieverbrauch von 1,5 Mio. Haushalten bzw. einem jährlichen CO2-Ausstoß von 4,3 Mio. Mittelklasse-Autos mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.500 km.

Bramann bewertete die neue Richtlinie zum Einsatz von Querschnittstechnologien im Mittelstand als für Anlagenbetreiber hoch interessant. „Einzelmaßnahmen der Wärme- und Kältedämmung als auch systemische Optimierungen an betriebstechnischen Anlagen in der Industrie werden künftig umfassend mit nicht zurückzahlbaren Zuschüssen gefördert. Dies ist ein wesentlicher Fortschritt.“ Bramann forderte die Anlagenbetreiber auf, diesen zusätzlichen finanziellen Anreiz aufzugreifen und sich mit den Möglichkeiten energetischer Optimierung ihrer betrieblichen Wärme- und Kälteströme intensiver zu befassen, zumal die fachliche Beratung in diesem Bereich ebenfalls gefördert werde. Förderanträge könnten ab sofort gestellt werden.

Projektunterlagen und eine Kurzdarstellung der Ergebnisse der Ecfoys-Studie „Klimaschutz mit kurzen Amortisationszeiten – Energie- und CO2-Einsparpotenzial durch technische Isolierung in Deutschland“ können im Internet unter www.bauindustrie.de/wksb abgerufen werden.
 

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