Milder Winter beschert Jahresendrallye am Bau:

Montag, 24.02.2014

Presseinfo 06/14

 

  • Umsätze legen im Dezember um 14 % zu, Gesamtjahr schließt mit Umsatzplus von 3 %
  • Nachfrage nach Bauleistung weiter hoch: Auftragsplus im Dezember von 14 %.
  • Lohnforderung: IG BAU sollte Mengenkonjunktur nicht mit Ertrags­lage verwechseln

 

Die deutsche Bauwirtschaft hat das vergangene Jahr mit einer Jahres­endrallye abgeschlos­sen. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Dezember 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 13,7 % gestiegen. Für das Gesamtjahr ergibt sich ein moderates Umsatzplus von nominal 3,1 % (real: + 1,5 %). Damit wurden die Erwartungen der Bau­verbände vom Jahresbeginn 2013 von 2,0 % übertroffen. Die Bauun­ter­nehmen haben die milden Temperaturen und den zusätzlichen Arbeitstag im Dezember genutzt, um ihre hohen Auftragsbestände weiter abzuarbeiten.

 

Entsprechend zufrieden sind die Bauunternehmen mit ihrer Geschäftslage: 94 % der vom Deutschen Industrie und Han­delskammertag (DIHK) Anfang dieses Jahres befragten Unternehmen meldeten eine gute bzw. befriedigende Geschäfts­lage – so viele wie nie zuvor. Aufgrund der weiterhin zufrieden­stellenden Nach­frage nach Bauleistungen ist der Hauptverband für das lau­fende Jahr zuver­sicht­lich, das Umsatzplus vom Vorjahr noch zu übertreffen - die Branche erwartet einen Anstieg von 3,5 %. Für die Beschäftigung geht der Hauptver­band von einer weiteren Steigerung auf 765.000 Personen aus - nach einem Personal­aufbau um durchschnittlich 1,5 % bzw. 11.500 Personen auf 756.400 Beschäf­tigte im Jahr 2013.

 

Gestützt wird die Hoffnung auf ein gutes Baujahr 2014 von der Entwicklung des Auftragseingangs, welcher zum Jahresende noch einmal kräftig zugelegt hat: Das Orderplus lag im Dezember bei nominal 14,2 % (real: + 12,2 %); für das Gesamtjahr ergibt sich damit ein Plus von nominal 3,7 % (real: + 1,9 %). Entsprechend optimistisch schauen die Bauunternehmen in die Zukunft: Für das laufende Jahr erwarten - laut DIHK - knapp 90 % eine bessere bzw. gleichbleibende Geschäftslage - das ist der beste Februar-Wert seit 20 Jahren.

 

Von der guten Entwicklung zum Jahresende profitierten sämtliche Bausparten: Am besten schnitt aber der Öffentliche Bau ab. Die Bauunternehmen profitierten im Dezember von der - zum Jahresende zunehmenden - Rechnungsbegleichung der öffentlichen Auftraggeber: Der Umsatz lag um 20,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats (2013: + 4,6 %). Auch für die Zukunft sind die Bauunter­nehmen gut aufgestellt: Der Auftragseingang stieg im Dezember um 24,3 % (2013: + 4,0 %). Auch der Wohnungsbau legte zum Jahresende 2013 noch einmal kräftig zu: Weiterhin unterstützt von den niedrigen Zinsen, der guten Arbeitsmarktlage und dem Wunsch von Kapitalanlegern nach einer wert­beständigen Investition zogen sowohl der baugewerbliche Umsatz (+ 16,5 %) als auch der Auftragseingang (+ 13,8 %) im Dezember an (2013: 4,0 % bzw. 6,2 %). Von den expansiveren Investitionsplänen der Industrie profitierte der Wirtschaftsbau: Die Bau­betriebe wiesen für diese Bausparte für den Monat Dezember beim Umsatz (+ 7,1 %) und beim Auftragseingang (+ 7,9 %) ein Plus aus (2013: 1,1 % bzw. 2,4 %).

 

Mit Blick auf die Lohnforderung der IG BAU von 7 % warnt der Hauptverband davor, die aktuell gute Umsatzentwicklung mit einer guten Ertragssituation der Bauunternehmen gleichzusetzen. Es handele sich überwiegend um eine Men­genkonjunktur, die Ertragssituation in der Branche sei - aufgrund gestie­gener Rohstoff- und Lohnkosten - nach wie vor angespannt; eine Lohnstei­gerung von 7 % würde die Ertragslage weiter belasten. Die Bauunternehmen sehen die bevorstehenden Tarifverhandlungen ohnehin mit gemischten Gefüh­len: In der DIHK-Umfrage zu Jahresbeginn bewertete jedes zweite Unterneh­men steigende Arbeitskosten als ein Risiko für die eigene wirtschaftliche Ent­wicklung im laufenden Jahr. Der Hauptverband appelliert daher an die Gewerkschaft, von überzogenen Lohnforderungen abzusehen und Maß zu halten.

 

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes.

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