Baukonjunkturelle Lage: Bauindustrie: Baujahr 2020 von Corona nur leicht beeinflusst

Wenn wir zu Beginn des Jahres 2021 auf das Vorjahr zurückblicken, das vor allem durch die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen geprägt war, lautet das Fazit aus Sicht der Bauindustrie: Wir haben die Herausforderungen durch die Corona-Krise gut gemeistert. Das ist nicht zuletzt den großen Anstrengungen unserer Firmen und Mitarbeiter geschuldet. Wir haben miteinander erreicht, dass der Baustellenbetrieb aufrechterhalten werden konnte.

Die gesamtwirtschaftlichen Zahlen belegen dies eindrucksvoll. Während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung (ohne Bau) 2020 preisbereinigt um 5,5 % zurückging, legte sie im Baugewerbe real um 1,4 % zu. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen sank im Vorjahr um 1,2 %, im Baugewerbe war dagegen eine Zunahme von 0,7 % zu verzeichnen. Die Bauwirtschaft hat - wie bereits in den Vorjahren - auch 2020 die Gesamtkonjunktur gestützt.

Wichtig war für uns, dass die Investitionsfähigkeit der Kommunen, ein für die Bauwirtschaft eminent wichtiger Auftraggeber, erhalten geblieben ist. Die Zusage des Bundes und der Länder, den Kommunen die im Jahre 2020 ausfallenden Gewerbesteuereinnahmen jeweils hälftig zu ersetzen, war daher ein wichtiges Signal. In der Praxis zeigte sich, dass dadurch 2020 der Einbruch bei den kommunalen Baumaßnahmen erfolgreich abgewendet werden konnte. Die Bauausgaben der Gemeinden sind in den ersten drei Quartalen sogar um 13,5 % gestiegen.

Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. In Zeiten von Corona ist der Wettbewerb auch am Bau wieder härter geworden. So hat sich die Zahl der Bewerber bei Bauprojekten deutlich erhöht. Dadurch sind die am Markt erzielbaren Preise unter Druck geraten, der Preisanstieg ist im Jahresverlauf deutlich zurückgegangen. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten durch die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen auf den Baustellen drückt dies natürlich die Gewinnmargen der Baufirmen.

Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) stieg von Januar bis November nominal um 5,1 %, real um 2,5 %. Der Auftragseingang legte im Januar und Februar noch deutlich zu, entwickelte sich danach aber uneinheitlich. Rückgänge standen Zuwächse im September und Oktober gegenüber. Für die ersten elf Monate ergibt sich damit ein leichtes Plus von 0,2 % gegenüber dem Vorjahr, real ein Rückgang von 2,4 %. Der Auftragsbestand erreichte Ende September einen neuen Rekordwert von 57,8 Mrd. Euro (+ 7,5 % gegenüber dem Vorjahreswert).

Bei der Bewertung muss zwar in Betracht gezogen werden, dass eventuell stornierte Aufträge erst nachträglich erfasst werden. Der Anteil der Firmen des Bauhauptgewerbes, der in der ifo Konjunkturumfrage eine Behinderung der Bautätigkeit durch Stornierungen meldet, hat sich von Januar bis Mai 2020 von 3,4 auf 10,9 % verdreifacht, ist aber bis Januar 2021 wieder auf 3,8 % gefallen.

Wenn auch der Blick zurück noch positiv ausfällt, das Baujahr 2021 wird nicht so erfolgreich laufen. Dies spiegelt sich auch in der Stimmungslage der Baufirmen wider. Deren Geschäftserwartungen für 2021 liegen derzeit im negativen Bereich, die Firmen stellen sich auf ein härteres Baujahr 2021 ein

 

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