Klimaschutz und BAUINDUSTRIE

Um die nationalen und internationalen Klimaschutzziele einhalten zu können, wird in Politik und Gesellschaft um einen neuen Ansatz gerungen. Alle Wirtschaftszweige werden einen höheren Beitrag leisten müssen. 
 
Bisher bezog sich die Diskussion rund um das Bauen vor allem auf CO2-Emissionen im Zusammen-hang mit dem Wärmeverbrauch von Gebäuden. Hier geht es – nach wie vor – in erster Linie um eine Anhebung der Sanierungsquote. Allerdings soll Wärme nun gemeinsam mit Verkehr in ein neues nationales System der CO2-Bepreisung aufgenommen werden, und es ist ein deutlicher Ausbau 
der Förderprogramme geplant. Jedoch ist Wärme nur ein Teilaspekt in denen Klimaschutz die BAUINDUSTRIE betrifft und in denen Bauen und Bauwerke einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
 
Welche Bereiche sind es außerdem, in denen die BAUINDUSTRIE auf CO2-Emissionen Einfluss nehmen kann? Welche quantitative Relevanz haben die jeweiligen Bereiche? Welche Mechanismen gibt es für eine aktive Beeinflussung – und in welchen Bereichen sind Bauunternehmen zwar betrof-fen, aber haben keinen Einfluss auf relevante Entscheidungsprozesse? Mit welchen Instrumentarien kann die CO2-Reduktion effizient und transparent erreicht werden? Welche Akteure der Wertschöp-fungskette können dabei welche Rolle übernehmen? Welche Kosten entstehen – und wer kommt für diese auf? Und: Welche Zielkonflikte mit anderen gesellschaftlichen Aufgabenstellungen entstehen?
 
Diese Fragen sind bisher noch nicht zusammenhängend untersucht worden. Die BAUINDUSTRIE ergreift deshalb nun die Initiative und analysiert Handlungsfelder und Stellschrauben, in denen weiterführende Beiträge zum aktiven Klimaschutz geleistet werden können. 
 

Handlungsfelder

 
Technische Lösungen: Unternehmen der deutschen BAUINDUSTRIE verfügen über eine weltweit einzigartige bauingenieurtechnische Kompetenz. Wie kann dieses Knowhow gezielter genutzt und in den Dienst des Klimaschutzes gestellt werden?
 
Die Zertifizierung von Gebäuden nach höchsten Standards der Nachhaltigkeit (z. B. DGNB Platin) ist möglich – aber noch immer keine Selbstverständlichkeit. Unternehmen der BAUINDUSTRIE haben ihre Innovationskraft hier an vielen gebauten Beispielen unter Beweis gestellt. Darüber hinaus werden laufend neuartige Verfahren, Technologien und Produkte entwickelt, wie beispielsweise serielle Sanierungskonzepte, innovative regenerative Energieerzeugungsanlagen, CO2-bindender Asphalt und zahlreiche andere wegweisende Lösungen. Die BAUINDUSTRIE steht außerdem bereit, einen erhöhten Beitrag zur Emissionsverringerung in anderen Sektoren zu leisten: so z. B. im Verkehrssektor durch den verstärkten Ausbau alternativer Verkehrswege sowie im Industriesektor durch die Isolierung betriebstechnischer Anlagen.
 
Prozesse: Bauunternehmen haben ein großes Interesse, die CO2-Emissionen ihrer Tätigkeiten und Prozesse besser steuern zu können. Diese Betrachtung ist jedoch besonders komplex vor dem Hintergrund, dass die sogenannte Graue Energie von Bauwerken zahlreiche Sektoren berührt, die teilweise bereits in unterschiedliche CO2-Preissysteme eingebunden sind bzw. sein werden (z. B. Industrie und Verkehr). Es ist daher die Frage, ob sich Nachhaltigkeit hier sinnvoll preislich abbilden lassen wird und welche Instrumentarien darüber hinaus praktikabel eingesetzt werden können – ohne die Unternehmen einseitig zu belasten. 
 
Vom Prototyp zum Roll-Out: Vieles ist bereits möglich, zahlreiche wegweisende Bauwerke und Tech-nologien existieren, einzelne Unternehmen und Akteure engagieren sich bereits bis an die Schmerzgrenze. An neuen Ideen mangelt es ebenfalls nicht. Jetzt kommt es darauf an, Best-Practice-Beispiele in die Fläche zu bringen und daraus Standardlösungen zu entwickeln, die technisch funktional, prak-tisch umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll sind. In die Erarbeitung eines gangbaren Pfades und der notwendigen Parameter wird sich die BAUINDUSTRIE aktiv einbringen.
 

Rahmenbedingungen

 
Die Unternehmen der BAUINDUSTRIE benötigen keine Motivation, um für den Klimaschutz zu bauen – es fehlt jedoch an vielen Stellen noch an den erforderlichen Werkzeugen und Mitteln. Dazu gehören insbesondere:
  • transparente und praktisch anwendbare Nachweismöglichkeiten für nachhaltige Bauweisen an den Schnittstellen, die von Bauunternehmen beeinflusst werden
  • bessere Kooperation der Baubeteiligten und stärkere Einbeziehung bautechnischen Knowhows in die Planungsphase 
  • konsequente Weiterentwicklung der Digitalisierung für mehr Ressourceneffizienz im Prozess sowie im Life-Cycle-Management
  • Unterstützung der Unternehmen durch gezielte wirtschaftliche Förderung und Anreize, z. B. durch verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Maschinen
  • Förderung von Innovationen und Innovationskraft in den Unternehmen.
 
Der gesellschaftliche und politische Diskussionsprozess wird sich darüber hinaus auch im Bereich Bauen noch zahlreichen Zielkonflikten stellen müssen, z. B. im kostengünstigen Wohnungsbau oder im Umweltschutz bei der Wiederverwendung von recycelten Baumaterialen. 
 
Die BAUINDUSTRIE freut sich darauf, ihre Lösungsvorschläge in diese Diskussion einzubringen und steht der Politik als Gesprächspartner zur Verfügung.

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