Maschinenauslastung im Bauhauptgewerbe

 

Die Gerätekapazitäten der Bauunternehmen sind seit einigen Jahren gut ausgelastet: Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes meldeten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im Durchschnitt des Jahres 2019 eine (saisonbereinigte) Maschinenauslastung von 79 %. Dies war (nach 2018) der zweithöchste gesamtdeutsche Wert. Auch aktuell ist - trotz der Corona-Krise - die Auslastung der Baumaschinen nach wie vor vergleichsweise hoch: Im Juli 2020 lag die Auslastung bei 76 % und somit nur leicht unter dem höchsten gesamtdeutschen Juli-Wert von 2018 mit 79 % (langjähriger Juni-Durchschnitt: 68 %).

 

Die Auslastung kann allerdings je nach Branche und Region unterschiedlich ausfallen. Ifo veröffentlicht die Kapazitätsauslastung aber nur für das Bauhauptgewerbe insgesamt und für den Hoch- und Tiefbau. Nach Regionen gibt es nur Daten für West- und Ostdeutschland insgesamt sowie für Bayern und Sachsen. Demnach lag die Auslastung im Juli 2020 im Hochbau in Sachsen mit 70 % am niedrigsten und im Hochbau in Bayern mit 77 % am höchsten.

 

Auch wenn die Auslastung der Maschinen im Bauhauptgewerbe in der langjährigen Entwicklung vergleichsweise hoch ausfällt, gibt es noch Luft nach oben:

  • Zum einen liegt die Auslastung im Bauhauptgewerbe noch deutlich unter der Vollauslastung und auch im Vergleich zu anderen Branchen fiel sie selbst 2019 niedriger aus: So lag die Auslastung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes - trotz der schon im vergangenen Jahr zu beobachtenden Abkühlung der Industriekonjunktur - im Jahresdurchschnitt 2019 bei 85 % und damit noch über der des Bauhauptgewerbes. Aufgrund der Corona-Krise ist die Auslastung der Industrie-Unternehmen im April 2020 auf 70 % eingebrochen. Bis Juli 2020 ist die Auslastung aber wieder auf 74 % gestiegen.
  • Zum anderen sind die Baubetriebe weiterhin dabei, ihre Kapazitäten zu erweitern. Nachdem die Unternehmen des Baugewerbes ihre Investitionen in neue Maschinen von 3 Mrd. Euro in 2006 auf 6,6 Mrd. Euro in 2018 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) erhöht haben, sind weitere Investitionen geplant. So gab im Rahmen der DIHK Konjunkturumfrage zu Beginn dieses Jahres jedes fünfte Bauunternehmen an, in den kommenden 12 Monaten seine Investitionen erhöhen zu wollen. Der Saldo (zwischen dem Anteil derer, die ihre Investitionen erhöhen wollen und denen, die sie verringern wollen) ist zwar binnen Jahresfrist gesunken, er lag aber zu Jahresbeginn nicht nur im positiven Bereich sondern auch auf einem sehr hohen Niveau. [Eine Aussage, wie sich die Investitionsabsichten aktuell darstellen ist zurzeit allerdings nicht möglich, da die turnusmäßige DIHK Konjunkturumfrage im Frühsommer 2020 nicht durchgeführt wurde.]
  • Dabei lag der Fokus bei den Investitionen zunehmend auf der Kapazitätserweiterung: 22 % der befragten Bauunternehmen gaben dies im Rahmen der Umfrage zu Jahresbeginn 2020 als Motiv für ihre Investitionen an, zu Beginn des Bauaufschwungs 2006 lag der Anteil lediglich bei 13 %.

 


 

 

Siehe auch:

….auf den Punkt gebracht: „Fachkräftesituation im Bauhauptgewerbe“ 

 

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