Maschinenauslastung im Bauhauptgewerbe

 

Die Gerätekapazitäten der Bauunternehmen sind seit einigen Jahren gut ausgelastet: Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes meldeten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im Durchschnitt des Jahres 2019 eine (saisonbereinigte) Maschinenauslastung von 79 %. Dies war (nach 2018) der zweithöchste gesamtdeutsche Wert (seit 1991: 68 %). Im Dezember 2019 lag die Kapazitätsauslastung im Branchendurchschnitt bei 78 % (langjähriger November-Durchschnitt:        68 %).

Die Auslastung kann je nach Branche und Region aber unterschiedlich ausfallen. Ifo veröffentlicht die Kapazitätsauslastung allerdings nur für das Bauhauptgewerbe insgesamt und für den Hoch- und Tiefbau. Nach Regionen gibt es nur Daten für West- und Ostdeutschland insgesamt und für Bayern und Sachsen. Demnach lag die Auslastung im November im Tiefbau in Bayern mit 77 % am niedrigsten und im Hochbau in Bayern mit 81 % am höchsten.

Auch wenn die Auslastung der Maschinen im Bauhauptgewerbe in der langjährigen Entwicklung vergleichsweise hoch ausfällt, gibt es noch Luft nach oben:

 

  • Zum einen liegt die Auslastung im Bauhauptgewerbe noch deutlich unter der Vollauslastung und auch im Vergleich zu anderen Branchen fällt sie nach wie vor niedriger aus: So lag die Auslastung der Unternehmen des im Verarbeitenden Gewerbes - trotz Abkühlung der Industriekonjunktur - im Jahresdurchschnitt 2019 bei 84 % und damit noch über der des Bauhauptgewerbes.

 

  • Zum anderen sind die Baubetriebe weiterhin dabei, ihre Kapazitäten zu erweitern. Nachdem die Unternehmen des Baugewerbes ihre Investitionen in neue Maschinen von 3 Mrd. Euro in 2006 auf 6,6 Mrd. Euro in 2018 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) erhöht haben, sind weitere Investitionen geplant. So gab im Rahmen der DIHK Konjunkturumfrage zu Beginn dieses Jahres jedes fünfte Bauunternehmen an, in den kommenden 12 Monaten seine Investitionen erhöhen zu wollen. Der Saldo (zwischen dem Anteil derer, die ihre Investitionen erhöhen wollen und denen, die sie verringern wollen) ist zwar binnen Jahresfrist gesunken, er liegt aber nach wie vor im positiven Bereich und weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

 

  • Dabei liegt der Fokus bei den Investitionen zunehmend auf der Kapazitätserweiterung: 22 % der befragten Bauunternehmen gaben dies im Rahmen der aktuellen Umfrage als Motiv für ihre Investitionen an, zu Beginn des Bauaufschwungs 2006 lag der Anteil lediglich bei 13 %.

 

 

Siehe auch:

….auf den Punkt gebracht: „Fachkräftesituation im Bauhauptgewerbe“ 

 

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