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Breitbandausbau

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Eine Gigabit-Versorgung sämtlicher Regionen Deutschlands bis 2025 zu gewährleisten, ist das Ziel aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Es gibt weiterhin große Unterschiede zwischen Metropolen und ländlichen Gebieten. Hier gilt es, umfangreiche Fördergelder von über 4 Mrd. Euro des Bundes, aber auch der Kommunen und Städte zu verbauen. Das bedeutet km lange Kabellegung und Erdbewegung in enormen Größenordnungen. Und das in einem Markt, der gut gefüllte Auftragsbücher schon durch die Energiewende und den Bau weiterer unterirdischer Infrastruktur vorweisen kann.  

 

Aktueller Sachstand: 

 

Der notwendige Ausbau kommt nur schleppend voran. Die für den Breitbandausbau von der Bundesregierung zur Verfügung Fördermittel werden nur zögernd abgerufen. Das hat eine ganze Reihe von Gründen: 

 

  • Fehlende personelle Kapazitäten und mangelndes Know-how auf Seiten der Kommunen, der Behörden des Genehmigungsprozesses, bei Planern und Ingenieurbüros sowie bei Telekommunikationsunternehmen, aber auch fehlende Tiefbaukapazitäten 

  • Zeitgleiche Abwicklung weiterer Großprojekte, z. B. der 2.000 km umfassenden Höchstspannungstrassen zur Verteilung des Windstroms oder der Gas-Anbindungspipeline EUGAL zur North-Stream II 

  • Schlechte Fördermittelpolitik:  Die nicht vorhandene Steuerung der Fördermittel der Bundesregierung für den Glasfaserausbau führt dazu, dass auf einmal 4,5 Milliarden Euro in einen ohnehin fast gesättigten Markt fließen. 

  • Unstetigkeit bei Investoren: Von Telekommunikationsunternehmen und Kommunen werden Investitionsmittel nicht regelmäßig und kontinuierlich zur Verfügung gestellt oder zurückgenommen. Somit können Tiefbauunternehmen nicht langfristig planen und Personal und Geräte vorhalten 

 

Was tut die Bauwirtschaft / Lösungsansätze: 

 

  • Die Bau-Unternehmen bauen ihre Kapazitäten seit der Baukriese der 90er Jahre wieder kontinuierlich auf: Seit 2009 sogar mehr als 100.000 Beschäftigte. Das ist ein Plus von ca. 20 %.  

  • Auch die Investitionen in Maschinen und Ausrüstung stieg von 2009 – 2017 von 4 auf 8 Mrd. Euro. 

  • Zudem setzt der Bau wieder verstärkt auf den Einsatz von Nachunternehmen aus anderen EU-Mitgliedstaaten, auch um die aktuellen Spitzen ausgleichen zu können. Drei Viertel des Beschäftigungswachstums entfiel auf ausländische Beschäftigte. 

  • Die Leitungstiefbauer legen an sich selbst hohe qualitative Ansprüche, unterwerfen sich freiwillig Prüfungen und Zertifizierungen durch unabhängige Dritte, um ihre Qualität zu dokumentieren und auch nach außen publik zu machen. 

  • Der Bau investiert verstärkt in die gewerbliche Ausbildung und engagiert sich im universitären Bereich. Die Zahl der Auszubildenden im 1. Lehrjahr stieg in 2018. Im September waren es 8,6 %.  

  • In der Initiative des DIHK „Fachkräfte für Glasfaser“ engagiert sich die BI mit anderen Verbänden der Branche. In einem Gemeinsamen Verbändeschreiben von Ende 2019 an alle Ministerien setzt sie sich für mehr Fachkräfte im Glasfaserausbau ein. Folgende Forderungen stehen dabei im Fokus: 

  • Bundesförderung weiter optimieren 

  • Genehmigungsprozesse und Baurecht modernisieren und beschleunigen 

  • Durchgängige Digitalisierung sicherstellen 

  • Verwaltungspersonal qualifizieren 

  • Personal aus Ausland und Arbeitssuchende für Glasfaserausbau gewinnen 

  • Weiterbildungsangebote weiter ausbauen 

 

Positionen der BAUINDUSTRIE: 

 

  • Aufbau Planungskapazitäten auf öffentlicher Seite und auf Seiten der Breitbandversorger  

  • Frühzeitige Einbindung aller Beteiligter in die Planung 

  •  „verbesserte Ausschreibungsunterlagen“ durch Breitbandversorger (Eindeutige Festlegung des Auftragsgegenstands, Schaffung von Anreizsystemen zur Optimierung von Projekten) 

  • Entwicklung einer ganzheitlichen, strategischen Herangehensweise für den flächendeckenden Breitbandausbau 

  • Verkürzung von Genehmigungsverfahren und effizientere Bewilligung von Fördermitteln 

  • Koordinierung von Bauaktivitäten 

  • Grenzen untiefer Verlegeverfahren beachten 

  • Nur qualifizierte Unternehmen beauftragen, die ihre Eignung nachweisen können 

  • Einrichtung einer zentralen Informationsstelle für die Bereitstellung planungsrelevanter Leitungsauskünfte 

  • keine Umverteilung finanzieller Mittel der vorhandenen Infrastruktur (Energie, Wasser und Abwasser) 

  • Faires Risikomanagement und klare Verfahrensregeln für Entscheidungsfindung und Lösung von Problemen 

  • Verzicht auf schädliches Abwerben von Mitarbeitern durch Auftraggeber bei Auftragnehmern