Partnerschaftliche Zusammenarbeit für ein modernes Baumanagement im öffentlichen Hochbau

Wirtschaft & Recht

Für die Modernisierung Deutschlands sind im öffentlichen Hochbau enorme Anstrengungen erforderlich. Allein für die Bildungsinfrastruktur, inklusive Kitas, besteht ein Investitionsstau in Höhe von knapp 54 Mrd. Euro und für öffentliche Verwaltungsgebäude von knapp 13 Mrd. Euro. Dies geht aus der Analyse des KfW-Kommunalpanels 2020 sowie der Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) und des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) von 2019 hervor.

Diese Ergebnisse reihen sich in die gesellschaftspolitischen Herausforderungen ein, zu deren Bewältigung verstärkte Maßnahmen im Baubereich notwendig sind:

 

  • Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen, wofür mindestens 15 Mrd. Euro an öffentlichen Investitionen in den kommenden zehn Jahren nötig sind,
  • Umfangreiche energetische Sanierung im Bestand,
  • Demographischer Wandel, der den altersgerechten Umbau von Städten und Gemeinden, die Barrierefreiheit, aber auch die Sicherstellung einer ortsnahen Gesundheitsversorgung und Einkaufsmöglichkeiten umfasst,
  • Lebenswerte Städte, in denen die Quartiersentwicklung die verschiedensten Bedürfnisse der Menschen erfüllt, etwa durch kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort, Schul- und Betreuungsangebote für Jung und Alt sowie eine gute Balance zwischen hochverdichteten Flächen und grünen Freiräumen in der Stadt,
  • Intelligente Städte, in denen Hochbau- und Verkehrsinfrastruktur aufeinander abgestimmt sind, miteinander kommunizieren und sich gegenseitig ergänzen, und bei der die Hochbauinfrastruktur in den Städten zur optimalen Verkehrsgestaltung im Sinne der Mobilitätswende verändert wird.
  • Gleichzeitig hat sich die Situation in Bezug auf eine termin- und kostensichere Umsetzung öffentlicher Bauvorhaben in jüngster Vergangenheit nicht verbessert. So ging aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Juni 2019 hervor, dass bei 41 % der großen Bundes-Hochbaumaßnahmen die aktuellen Prognosen die ursprünglichen Baukosten zum Teil signifikant überschreiten würden. Bei 44 % dieser Maßnahmen seien zudem wesentliche Terminrisiken entdeckt worden.

 

Die BAUINDUSTRIE ist davon überzeugt, dass gerade im Hochbaubereich die verbesserte Kooperation von Bauherren und Auftragnehmern im Rahmen von Partnerschaftsmodellen zu effizienteren Baulösungen führt. So kann die öffentliche Hand durch eine frühzeitige Kopplung von Planung und Bau von dem Know-how der privaten Bauausführenden profitieren. Hier ergeben sich im Hochbau durch die größtenteils verschiedenartige Beschaffenheit der Gebäude enorme Gestaltungsspielräume für die privaten Partner, um ihre innovativen Ideen und technische Leistungsfähigkeit bereits in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit einzubringen.

 

Das Positionspapier „Partnerschaftliche Zusammenarbeit für ein modernes Baumanagement im öffentlichen Hochbau“ finden Sie bitte unten.