Testen, testen, impfen – wir bauen drauf!

Tarif- & Sozialpolitik

Interview mit Björn Kass, Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der BAUINDUSTRIE, zu Corona-Tests und weiteren Gesundheitsschutzmaßnahmen am Bau.

Herr Kass, was hat die BAUINDUSTRIE in den vergangenen Wochen bereits unternommen, in der Corona-Pandemie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen?

Wir sind und waren uns von Beginn der Corona-Pandemie unserer großen Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst und haben frühzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen.

Viele Unternehmen der BAUINDUSTRIE haben bereits unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie im März 2020 Konzepte erarbeitet, die sicheres Arbeiten unter Corona-Bedingungen ermöglichen. Für Bürotätigkeiten haben wir das mobile Arbeiten frühzeitig propagiert und vielfach umgesetzt. Auf den Baustellen, wo arbeiten im Home-Office in der Regel nicht möglich ist, wurden Maßnahmen wie zusätzliche Büro- und Aufenthaltscontainer sowie Sanitätsstationen bereitgestellt, um eine räumliche Entzerrung zu schaffen und enge Kontakte zu verhindern. Auch wurde das Tragen von Mund-Nase-Schutz in allen Bereichen mit Abstandsunterschreitungen, bzw. in Begegnungs- und Bewegungsbereichen veranlasst, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Maßnahmen wurden bereits vor der rechtlichen Verpflichtung ergriffen.

Dies habe dazu geführt, dass die Übertragung von Infektionen in unseren Betrieben und auf den Baustellen minimal ist. Nach unseren Kenntnissen liegen nachvollziehbare Infektionsfälle deutlich unter 1 %, das heißt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können unter sicheren Bedingungen arbeiten und setzen die erforderlichen Maßnahmen hervorragend um.

Bei der Erarbeitung von staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Regelwerken haben wir konstruktiv mitgearbeitet und Erkenntnisse aus unseren Betrieben eingebracht, um die Arbeitsschutzvorschriften praxisgerecht und verständlich (gibt es in 28 Sprachen) zu gestalten.

 

Wie steht die BAUINDUSTRIE zu dem Thema regelmäßige Corona-Tests? Testen die Unternehmer?

Regelmäßiges Testen ist ein wichtiger Baustein, um Infektionsgeschehen von unseren Betrieben und Baustellen fernzuhalten und Übertragungen von Infektionen zu verhindern. Ein großes Problem zu Jahresbeginn war, die Verfügbarkeit geeigneter Tests in ausreichender Anzahl sowie von medizinisch qualifiziertem Personal für die Durchführung der Antigentests. Gerne hätten wir auch früher Selbsttests verwendet. Wir mussten aber auf die Zulassung warten. Leider dauern diese Prozesse bei uns in Deutschland relativ lang. Mittlerweile haben wir dieses Problem aber gelöst und  bieten zweimal wöchentlich Tests an, auch für Beschäftigte unserer Nachunternehmer. Bei manchen Projekten wird sogar täglich getestet. 

Auch ist die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr hoch, das Testangebot wahrzunehmen. Aktuell liegt die Quote bei ca. 85 – 90 %, mit weiter steigender Tendenz. Testen ist ein solidarischer Akt und schützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Familien und letztendlich auch die Unternehmen. Deshalb ist auch jeder aufgefordert, diese für die Mitarbeiter kostenfreien Angebote anzunehmen.

 

Besteht die Möglichkeit über die Betriebsärzte, wenn vorhanden, zu impfen?

Gerne wollen wir unseren Beschäftigten ein Angebot zur Impfung unterbreiten. Hier sind wir bereits in Gesprächen mit unseren Betriebsärztinnen und -ärzten sowie weiteren Ärztinnen und Ärzten, die uns bei den Testungen unterstützt haben. Seitens der Betriebsärzte des Arbeitsmedizinischen Dienstes der BG Bau besteht eine große Bereitschaft der Unterstützung. Derzeit werden in vielen Unternehmen der BAUINDUSTRIE Konzepte erarbeitet, wie die Impfungen sicher und effizient durchgeführt werden können.