Tarifrunde 2018

Nach drei Verhandlungsrunden am 7. Februar, 28. Februar/1.März und 16./17. April 2018 erklärte die IG BAU unter Hinweis auf "doppelte rote Linien" (4,x % Entgelterhöhung West und 14 Monate Laufzeit) das Scheitern der freien Verhandlungen und rief die Zentralschlichtungsstelle an. In dem ersten Schlichtungstermin mit dem unparteiischen Vorsitzenden, Bundesminister a.D. Wolfgang Clement, der bereits seit 2006 von den Sozialpartnern als Schlichter berufen ist, gelang noch keine Annäherung. Die Arbeitgeber boten ein Volumen von 4,2 % zzgl. einer Einmalzahlung von 400,- € im Tarifgebiet West bei einer Laufzeit von 22 Monaten an (Tarifgebiet Ost: 6 %). Die IG BAU erachtete damit den angemessenen Verteilungsspielraum nicht als ausgeschöpft. In dem zweiten Termin wurde nach mehr als 20-stündigen Verhandlungen ein mehrheitlicher Schiedsspruch mit folgenden Eckpunkten geschlossen, der mit Wirkung zum 1. Juni 2018 zum Abschluss kam:

  • Entgeltsteigerungen ab Mai mit Planungssicherheit für 26 Monate (Laufzeit bis 30. April 2020)
    • Tarifgebiet West: 5,7 % ab 1. Mai 2018, Einmalzahlungen von 250,- € im November 2018, 600,- € im Juni 2019 und 250,- € im November 2019
    • Tarifgebiet Ost: 6,6 % ab 1. Mai 2018, 0,8 % ab 1. Juni 2019, Einmalzahlung von 250,- € im November 2019
       
  • Attraktivere Ausbildungsvergütungen ab Mai 2018
    • 65,- € mehr ab 1. Mai 2018 im 1. bis 3. Ausbildungsjahr (Tarifgebiet Ost: 60,- €, Tarifgebiet Berlin: 62,- €) bedeutet bis zu gut 8 % mehr im ersten Ausbildungsjahr (in den weiteren Ausbildungsjahren niedrigere Steigerungen)
    • zusätzlich weitere 60,- € erhöhte Ausbildungsvergütung für Berufsschüler in Landes- und Bundesfachklassen
       
  • Entwicklung und Neu-/Wiedereinführung eines 13. Monatseinkommens
    • Wiederinkraftsetzung der gekündigten Tarifverträge und Wegfall der Kürzungsmöglichkeit bei Krankheit für gewerbliche Arbeitnehmer
    • Beibehalten des Mindestbetrags von 780,- € (Tarifgebiet West; neue Tarif-/Verbandsgebiete: 390,- € im Jahr 2021 und 500,- € ab dem Jahr 2022)
    • jeweils + 10 GTL (Gesamttarifstundenlöhne) in den Jahren 2020, 2021 und 2022 im bisherigen Tarifgebiet West (Angestellte: jeweils + 6 Prozentpunkte)
    • Einführung im Tarifgebiet Ost und in bisher ausgenommenen Verbandsgebieten (ZDB-Nord-West) mit 18 GTL (Angestellte 10 v.H.) im Jahr 2020, 36 GTL (Angestellte 21 v.H.) im Jahr 2021 und 54 GTL (Angestellte 32 v.H.) ab dem Jahr 2022
       
  • Einsetzung einer Expertenkommission zur Modernisierung der Rahmentarifverträge
    • keine Regelung zur IG BAU-Forderung "Wegezeit = Arbeitszeit = Lebenszeit"
    • Modernisierung themen- und ergebnisoffen, auch zum Wegezeit-Thema, ggf. Tarifverhandlungen im Anschluss ungekündigt

Wer verhandelt?

Nachdem die Mindestlohnverhandlungen 2017 von dem Vizepräsidenten Sozialpolitik und zugleich Vorsitzenden des Sozialpolitischen Ausschusses, Herrn Dipl.-oec. Andreas Schmieg, geführt worden sind, oblag die Verhandlungsführung in der Entgeltrunde 2018 dem Vizepräsidenten des ZDB, Herrn Dipl.-Kfm. Frank Dupré. Konterpart der IG BAU war der Stellvertretende Bundesvorsitzende Herr Dietmar Schäfers.

Seitens der Bauindustrie setzt sich die Verhandlungskommission wie üblich aus den Mitgliedern des Vorstandes des Sozialpolitischen Ausschusses (SPA) zusammen: 

 

 

Region

Landesverband

Vorsitzender

Dipl.-oec. Andreas Schmieg

West

Nordrhein-Westfalen

stellv. Vorsitzender

Dipl.-Kfm. Peter Kern

Süd

Bayern

stellv. Vorsitzender

Dipl.-Ing. Andreas Ebert

Ost

Sachsen/Sachsen-Anhalt

Mitglied

Dipl.-Kffr. Jutta Beeke

Nord

Niedersachsen-Bremen

Mitglied

Dipl.-Betriebsw. Walter Sailer

Süd-West

Baden-Württemberg

Mitglied

Dipl.-oec. Ingo Zwermann

Mitte

Hessen-Thüringen

kooptiertes Mitglied bis 24.09.2018

Dipl.-Ing. Wolfgang Frey

Ost

Berlin-Brandenburg

Bauindustrielle Beisitzer der Arbeitgeberseite in der Schlichtung waren Dipl.-oec. Andreas Schmieg und Dipl.-Kfm. Peter Kern.

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