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Baukonjunkturelle Lage: Bau war 2020 Stütze der Gesamtkonjunktur

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Zahlen & Fakten

Die Bauindustrie hat 2020 die Herausforderungen durch die Corona-Krise gut gemeistert. Das ist nicht zuletzt den großen Anstrengungen unserer Firmen und deren Mitarbeitern geschuldet. Wir haben miteinander erreicht, dass der Baustellenbetrieb aufrechterhalten werden konnte. Die Zahlen belegen dies eindrucksvoll. Während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung (ohne Bau) 2020 preisbereinigt um 5,5 % zurückging, legte sie im Baugewerbe real um 2,8 % zu. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen sank im Vorjahr um 1,1 %, im Baugewerbe war dagegen eine Zunahme von 0,7 % zu verzeichnen. Die Bauwirtschaft hat 2020 einmal mehr die Gesamtkonjunktur gestützt.

Wichtig war für uns, dass die Investitionsfähigkeit der Kommunen, ein für die Bauwirtschaft eminent wichtiger Auftraggeber, erhalten geblieben ist. Die Zusage des Bundes und der Länder, den Kommunen die im Jahre 2020 ausfallenden Gewerbesteuereinnahmen jeweils hälftig zu ersetzen, war daher ein wichtiges Signal. Dadurch konnte ein Einbruch bei den kommunalen Baumaßnahmen erfolgreich abgewendet werden konnte. Die Bauausgaben der Gemeinden sind 2020 sogar um 11,4 % gestiegen.

Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. In Zeiten von Corona ist der Wettbewerb auch am Bau wieder härter geworden. So hat sich die Zahl der Bewerber bei Bauprojekten deutlich erhöht. Dadurch sind die am Markt erzielbaren Preise unter Druck geraten, der Preisanstieg ist im Jahresverlauf (auch ohne die Auswirkungen der Senkung des Mehrwertsteuerregelsatzes) deutlich zurückgegangen. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten durch die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen auf den Baustellen drückt dies natürlich die Gewinnmargen der Baufirmen. Im laufenden Jahr kommt noch der starke Anstieg einiger Baumaterialpreise, vor allem für Bitumen und Stahlprodukte, hinzu.

Der auf alle Betriebe hochgerechnete baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg 2020 nominal um 5,9 %, real um 4,5 %. Dies ist auch einem starken Dezember mit einem Umsatzplus von 20 % zu verdanken. Die Rückkehr zum Mehrwertsteuerregelsatz von 19 % zum 1. Januar 2021 hat ganz augenscheinlich für erhebliche Vorzieheffekte gesorgt. Der Gegeneffekt zeigte sich im Januar und Februar 2021 mit einem Umsatzrückgang von 14,3 %. Dieser hohe Rückgang ist auch auf die schlechten Witterungsbedingungen und auf – gegenüber dem Vorjahr – fehlende Arbeitstage zurückzuführen.

Der Auftragseingang legte 2020 nominal um 0,4 % zu, real waren es - 2,1 %. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 55,6 Mrd. Euro (+ 6,4 % gegenüber dem Vorjahr). Im Januar und Februar 2021 war ein Wachstum der Ordertätigkeit um 3,2 % zu verzeichnen.

Wenn auch der Blick zurück noch positiv ausfällt, das Baujahr 2021 wird nicht so erfolgreich laufen. Dies spiegelt sich auch in der Stimmungslage der Baufirmen wider. Deren Geschäftserwartungen für 2021 liegen derzeit im negativen Bereich, die Firmen stellen sich auf ein härteres Baujahr ein.

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