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Baukonjunkturelle Lage: Bauindustrie: Materialmangel behindert Bauproduktion

Zahlen & Fakten

Die Bauindustrie hat 2020 die Herausforderungen durch die Corona-Krise gut gemeistert. Während die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung (ohne Bau) 2020 preisbereinigt um 5,5 % zurückging, legte sie im Baugewerbe real um 2,8 % zu. Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen sank im Vorjahr um 1,1 %, im Baugewerbe war dagegen eine Zunahme von 0,7 % zu verzeichnen. Die Bauwirtschaft hat 2020 einmal mehr die Gesamtkonjunktur gestützt.

Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. In Zeiten von Corona ist der Wettbewerb auch am Bau wieder härter geworden. So hat sich die Zahl der Bewerber bei Bauprojekten deutlich erhöht. Dadurch sind die am Markt erzielbaren Preise unter Druck geraten, der Preisanstieg ist im Jahresverlauf 2020 (auch ohne die Auswirkungen der Senkung des Mehrwertsteuerregelsatzes) deutlich zurückgegangen. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten durch die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen auf den Baustellen drückt dies natürlich die Gewinnmargen der Baufirmen.

Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg 2020 nominal um 5,9 %, real um 4,5 %. Dies ist auch einem starken Dezember mit einem Umsatzplus von 20 % zu verdanken. Die Rückkehr zum Mehrwertsteuerregelsatz von 19 % zum 1. Januar 2021 hat für erhebliche Vorzieheffekte gesorgt. Der Gegeneffekt zeigte sich im ersten Quartal 2021 mit einem Umsatzrückgang von 9,4 %. Dieser hohe Rückgang ist auch auf die schlechten Witterungsbedingungenzurückzuführen. Von Januar bis März meldete durchschnittlich jede zweite Firma eine Behinderung ihrer Bautätigkeit durch die Witterung.

Der Auftragseingang legte 2020 nominal um 0,4 % zu, real waren es - 2,1 %. Von Januar bis März 2021 war ein Wachstum der Ordertätigkeit um 3,2 % zu verzeichnen. Der Auftragsbestand lag Ende März bei 62,1 Mrd. Euro (+ 8,2 % gegenüber dem Vorjahr).

Wenn auch der Blick zurück noch positiv ausfällt, das Baujahr 2021 wird nicht so erfolgreich laufen. Dies spiegelt sich auch in der Stimmungslage der Baufirmen wider. Deren Geschäftserwartungen für 2021 liegen derzeit im negativen Bereich, die Firmen stellen sich auf ein härteres Baujahr ein.

Aktuell kommt als Problem der starke Anstieg vieler Baumaterialpreise hinzu. Produkte aus Holz, Metall oder auf Erdölbasis haben sich seit Jahresbeginn deutlich verteuert, teilweise steht nicht genügend Baumaterial zur Verfügung. So berichteten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im Mai 40 % der befragten Baufirmen über eine Behinderung der Produktion durch Materialknappheit, nachdem es im März nur 4,4 % waren. Es dürfte auch problematisch sein, bei Bestandsverträgen die Preissteigerungen beim Baumaterial komplett an die Kunden weiterzureichen.

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