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Baukonjunkturelle Lage: Bauindustrie: Witterung und Materialmangel behindern Bauproduktion

Zahlen & Fakten

Der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe stieg 2020 nominal um 5,9 %, real um 4,5 %. Dies ist auch einem starken Dezember mit einem Umsatzplus von 20 % zu verdanken. Die Rückkehr zum Mehrwertsteuerregelsatz von 19 % zum 1. Januar 2021 hat zum Ende des Vorjahres für erhebliche Vorzieheffekte gesorgt, da viele Auftraggeber (Teil-)Leistungen noch zum reduzierten Satz abrechnen lassen wollten.

Der Gegeneffekt zeigte sich im ersten Quartal 2021 mit einem Umsatzrückgang von 9,4 %. Dieser hohe Rückgang ist allerdings auch auf die schlechten Witterungsbedingungen zurückzuführen. Im ersten Quartal 2021 meldete durchschnittlich jede zweite Firma des Bauhauptgewerbes eine Behinderung ihrer Bautätigkeit durch die Witterung, im ersten Quartal 2020 war es nur jede vierte.

Im zweiten Quartal hat sich die Bauproduktion dann stabilisiert. Gegenüber dem Vorjahresquartal gab es ein leichtes nominales Umsatzplus von 1,6 %. Dies dürfte allerdings auch auf die eingetretene Erhöhung der Baupreise zurückzuführen sein. Legte der Preis für Leistungen des Bauhauptgewerbes im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 1,9 % zu, waren es im Juni bereits 6,1 %. Insgesamt war von Januar bis Juni ein Umsatzrückgang von nominal 3,1 % (real: - 6,9 %) zu verzeichnen.

Seit April stellt der starke Anstieg vieler Baumaterialpreise ein großes Problem dar. Produkte aus Holz, Metall oder Kunststoff haben sich seit Jahresbeginn deutlich verteuert, teilweise steht nicht genügend Baumaterial zur Verfügung. So berichteten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im August 38 % der befragten Baufirmen über eine Behinderung der Produktion durch Materialknappheit. Gegenüber dem Höchstwert von 46 % im Juni scheint sich die Lage aber etwas zu entspannen. Die Erzeugerpreisindizes haben dagegen auch im Juli weiter stark zugelegt, gegenüber dem Januar stiegen sie bei Bauholz um 71 %, bei Betonstahl um 49 %, bei Dämmplatten um 34 % und bei Bitumen um 31 %.

Bei der Auftragslage sieht es bislang gut aus. Von Januar bis März 2021 war ein Wachstum der Ordertätigkeit um nominal 2,6 % zu verzeichnen, das sich im zweiten Quartal auf 6,9 % beschleunigte (erstes Halbjahr: + 4,8 %, real + 1,0 %). Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei 63,1 Mrd. Euro (+ 7,7 % gegenüber dem Vorjahr). Nachfrageseitig ist die baukonjunkturelle Entwicklung damit abgesichert.

Auch die Beschäftigtenentwicklung im Bauhauptgewerbe ist bisher positiv. Von Januar bis Juni war (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) eine Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,8 % zu verzeichnen. Die Firmen schaffen damit die Voraussetzung, die weiter steigende Nachfrage auch in Produktion umsetzen zu können.

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