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Baukonjunkturelle Lage: Bauindustrie erwartet gutes Baujahr 2022

Zahlen & Fakten

Das Baujahr 2021 war – wie in vielen Teilen des Produzierenden Gewerbes – durch zwei unterschiedliche Entwicklungen gekennzeichnet. Während die Auftragseingänge im Jahresverlauf deutlich zulegten, wurde die Bauproduktion durch die anhaltende Corona-Pandemie und den immer stärker auftretenden Mangel an Baumaterial gebremst. Die baugewerblichen Umsätze des Bauhauptgewerbes dürften daher im Vorjahr lediglich um 0,5 % gegenüber 2020 gestiegen sein, real ergibt sich daraus ein Umsatzrückgang in der Größenordnung von 6 %.

Bei der Bewertung des Baujahres 2021 muss allerdings in Betracht gezogen werden, dass es Ende 2020 wegen des Auslaufens des verminderten Mehrwertsteuer-Regelsatzes von 16 % zu erheblichen Vorzieheffekten kam, die die Produktion im Jahr 2021 entsprechend negativ belastet haben. Zudem gab es im Vorjahr erstmals seit einigen Jahren wieder einen richtigen „Bauwinter“, im ersten Quartal meldete nahezu jede zweite Firma eine Behinderung ihrer Produktion durch die Witterungsbedingungen, dies waren nahezu doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Zusammengefasst kann man allerdings sagen, dass die deutsche Bauwirtschaft – speziell das Bauhauptgewerbe – bislang relativ gut durch die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie gekommen ist.

Ein derzeit noch anhaltendes Problem stellen der Mangel an Baumaterial sowie der starke Preisanstieg für solche Produkte dar. Beklagten im März 2021 lediglich 4 % der befragten Firmen des Bauhauptgewerbes eine Behinderung ihrer Produktion durch Materialknappheit, stieg dieser Wert bis zum Juni auf 46 %. Bis zum Dezember war dann zwar wieder ein Rückgang auf 28 % zu verzeichnen, dies bedeutet aber, dass weiterhin eine von vier Baufirmen in ihrer Produktion durch nicht ausreichendes Baumaterial behindert wird.

Von Januar bis November 2021 stiegen die Erzeugerpreisindizes (ohne Mehrwertsteuer) für Bauholz um 83 %, für Betonstahlmatten um 71 %, für Bitumen im Straßenbau um 44 %, und für Flachglas, Kupfer, Halbzeug und Plastikrohre zwischen 22 % und 29 %. Bei länger laufenden Bauverträgen, deren Preise vor dem rapiden Anstieg der Baumaterialpreise festgelegt wurden, ist es schwierig, diese Kosten auf die Auftraggeber weiter zu wälzen. Dies dürfte im Vorjahr die Ertragslage der Baufirmen belastet haben. Bei neuen Verträgen gelingt es aber weitgehend, diese Kostensteigerung in den Bauverträgen unterzubringen. So stiegen im November 2021 (letzter derzeit verfügbarer Wert) die Baupreise in verschiedenen Hochbaukategorien gegenüber dem Wert von August 2020 ohne Mehrwertsteuer durchschnittlich um rund 12 %.

Die Vorlaufindikatoren haben sich 2021 positiv entwickelt. Von Januar bis Oktober stieg das Volumen der Baugenehmigungen (veranschlagte Baukosten) im Hochbau über alle Gebäudekategorien um 9 %. Der Auftragseingang bei den Firmen des Bauhauptgewerbes (inklusive des bei den Genehmigungen nicht erfassten Tiefbaus) legte im gleichen Zeitraum nominal um 8 % zu, real war dies ein Wachstum von 2 %. Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand Ende September mit 64,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert, der den Stand des Vorjahreswertes nominal um 12 % übertraf. Damit ist der Grundstein für ein gutes Baujahr 2022 gelegt.

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