... auf den Punkt gebracht

Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die deutsche Bauindustrie: Ergebnisse der 3. BAUINDUSTRIE-Umfrage.

90% der an der Umfrage beteiligten Personen berichteten über deutliche Auswirkungen des Krieges auf ihr Unternehmen - wie Preissteigerungen und Lieferengpässe bei Baumaterial. Jeder dritte gibt an, seine Geschäfte mit Russland eingeschränkt zu haben, bzw. plant dies. 74% berichten von Verzögerungen bei laufenden Projekten, 35% über Auftragsstornierungen

Der Krieg in der Ukraine hat die schon seit einem Jahr bestehenden Lieferengpässe und Preissteigerungen bei Baumaterialien sowie Verzögerungen bei einzelnen Bauprojekten deutlich verstärkt. Im Vergleich zur Vorumfrage ist auch der Anteil derer, die über Stornierungen klagen und darüber, dass Projekte zurückgestellt wurden, noch einmal weiter gestiegen. Dies ergab die Auswertung der 3. BAUINDUSTRIE-Umfrage zu den „Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Bautätigkeit in Deutschland“. Die 3. Umfrage wurde vom 4. bis zum 12. Mai durchgeführt, es haben 439 Personen teilgenommen. Die Ergebnisse vermitteln ein Stimmungsbild über die Situation in der BAUINDUSTRIE (Detailergebnisse siehe Anlage).

Von den 439 Umfrage-Teilnehmern bezieht jeder dritte Baumaterial aus Russland oder aus der Ukraine.  32% gaben an, die Geschäfte mit Russland eingeschränkt zu haben, bzw. dies zu planen. 90% sind von direkten oder indirekten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine betroffen. Davon gaben 81% an, dass die o.g. Probleme stark, bzw. sogar sehr stark ausgeprägt sind.

Welche Probleme?

87% aller Umfrageteilnehmer (nicht nur der Betroffenen) klagten über Preissteigerungen bei Baumaterial (Mehrfachnennungen möglich) und 78% über Lieferengpässe.

Dies betrifft überwiegend Dieselkraftstoff und Stahl: 72%, bzw. 76% der Umfrageteilnehmer gaben dies an (Mehrfachnennungen möglich). Die starken Preissteigerungen des Vorjahres werden sich somit vermutlich weiter fortsetzen. 58% berichteten über Lieferengpässe und Preissteigerungen bei Bitumen und Asphalt, 46% bei Zement/Beton, 44% bei Holz und 40% bei Dämmmaterial, 26% bei Steinen und 24% bei Spundwänden. 65% klagten über gestiegene Energiekosten.

Neben deutlichen Preissteigerungen ist es zum Teil auch nicht mehr möglich, von den Lieferanten Preiszusagen zu bekommen, oder es gibt nur noch tagesaktuelle Preise, 79% bzw. 81% gaben dies an. 81% klagten auch über Preissteigerungen beim Transport und jeder zweite über Logistikprobleme. Mittlerweile beklagen 17% einen Fachkräftemangel wegen fehlender Arbeitskräfte aus den betroffenen Regionen, in der Vorumfrage gaben dies nur 13% an.

Die derzeit noch hohen Auftragsbestände in der Branche werden voraussichtlich nicht so schnell abgearbeitet werden: Immerhin berichteten 74% der von den o.g. Problemen Betroffenen von Verzögerungen bei laufenden Bauprojekten.

Auswirkungen auf die Angebotsabgabe

Die aktuelle Situation hat auch deutliche Auswirkungen auf die Auftragssituation sowie auf die Angebotsabgabe der Bauunternehmen. Immerhin berichten mittlerweile 35% der von den o.g. Problemen betroffenen Umfrageteilnehmern, von Auftragsstornierungen betroffen zu sein, in der Vorumfrage lag der Anteil noch bei 29%.

91% berichteten von Auswirkungen auf die Angebotsabgabe: So gaben 44% der Umfrageteilnehmer an, dass der Auftraggeber sein Projekt zurückgestellt habe (Mehrfachnennungen möglich). Aufgrund der derzeit nicht kalkulierbaren Situation und Preisentwicklung berichteten 29%, dass sie keine Angebote mehr abgeben können. Es gaben sogar 47% der Umfrageteilnehmer an, nur noch Auftraggeber zu bevorzugen, die eine Preisgleitung akzeptieren. Mittlerweile geben 45% der Umfrageteilnehmer an, dass man sich mit dem Auftraggeber auf eine Preisgleitung geeinigt hätte, im April lag der Anteil nur bei 33%. 48% der Umfrageteilnehmer gaben allerdings auch an, dass sie die Preissteigerungen nicht weitergeben können und das Angebot somit auf eigenes Risiko erfolgt.

 

Siehe auch:
….auf den Punkt gebracht: „Deutliche Preissteigerungen bei Baumaterialien seit Jahresbeginn 2021