... auf den Punkt gebracht

Baukonjunkturelle Lage: Krieg in der Ukraine bedroht Baujahr 2022

Der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Probleme bei den internationalen Lieferketten, die Zinswende sowie die inflationäre Entwicklung - auch beim Baumaterial - haben vielfältige Auswirkungen auf die Baukonjunktur in Deutschland.

  • Die Wirtschaftsforscher haben im Herbst ihre Erwartungen nochmals deutlich nach unten revidiert, im Durchschnitt wird nun für 2022 nur noch ein reales Wachstum des Bruttoninlandsproduktes von 1,3 % erwartet. Die Bauinvestitionen sollen preisbereinigt um 2,1 % zurückgehen.
  • Die negativen Auswirkungen zeigen sich auch bei der Verfügbarkeit von Baumaterial: So beklagten im ifo-Konjunkturtest im August 33 % der Baufirmen eine Behinderung ihrer Produktion durch Materialknappheit, gegenüber dem Mai (52 %) ist dies allerdings ein deutlicher Rückgang.
  • Die Erzeugerpreise für Baumaterialien, die bereits 2021 stark zugelegt hatten, steigen auf breiter Front. So lag zum Beispiel im August der Preisindex für Bitumen um 86 % über dem Wert vom Januar 2021, bei Betonstahl waren es 71 %.
  • Entsprechend hat sich die Stimmung der Baufirmen stark eingetrübt. Im März stürzte der Saldo der Geschäftserwartungen im deutschen Bauhauptgewerbe genauso stark ab wie zum Zeitpunkt des ersten harten Lockdowns in der Corona-Krise im April 2020 und hat sich seitdem nicht erholt.

Die Konjunkturindikatoren am Bau haben sich im ersten Quartal 2022 noch positiv entwickelt. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe legte nominal um 17,8 % zu, real war dies ein Wachstum von 4,1 %. Der baugewerbliche Umsatz stieg wegen der guten Witterungsbedingungen um nominal 19,7 %, real um 5,6 %. Der Auftragsbestand lag Ende Juni 2022 real um 4,7 % unter dem Vorjahreswert.

Von April bis Juli kam es aber zu einem deutlichen negativen Umschwung, der wohl vor allem auf die Probleme bei der Versorgung mit Baumaterial, die Preisentwicklung bei Bauleistungen sowie die allgemein schwächere gesamtkonjunkturelle Entwicklung zurückzuführen sein dürfte. Der reale Auftragseingang ging von Januar bis Juli um 3,7 % zurück, der baugewerbliche Umsatz um 4,2 %.

Die BAUINDUSTRIE geht (Stand Ende September) davon aus, dass der reale Umsatz im laufenden Jahr um 2 % zurückgehen wird. Die Zahl der jahresdurchschnittlich Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wird leicht auf 920.000 steigen.

Den vollständigen Bericht zur baukonjunkturellen Lage können Sie dem Dokument "Auf den Punkt gebracht: Baukonjunkturelle Lage September 2022" entnehmen.