... auf den Punkt gebracht

Fluktuationsquote im Bauhauptgewerbe Corona-bedingt gesunken: Von 38,5 % 2019 auf 35,8 % 2020

Im Juni 2020 waren im deutschen Baugewerbe (ohne Bauträger) 1,9 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im darin enthaltenen Bauhauptgewerbe waren es fast 850.000. Das waren 22 % bzw. 19 % mehr als 2008 (diese Daten liegen in der Abgrenzung erst ab 2008 vor). Damit stand der deutsche Bauarbeitsmarkt - trotz Corona - 2020 so gut da wie noch nie seit Ende der Baurezession. Lediglich die Zahl der Arbeitslosen ist 2020 Corona-bedingt – von einem sehr niedrigen Niveau – leicht gestiegen, die Zahl der offenen Stellen – von einem sehr hohen Niveau – leicht gesunken.

Für Arbeitnehmer und Jobsuchende ist eine gute (Bau-)Konjunktur eine komfortable Situation – das Entlassungsrisiko ist gering und das Arbeitsplatzangebot vergleichsweise groß. Für die (Bau-)Unternehmen jedoch wird es immer schwieriger, offene Stellen adäquat zu besetzen, weil das Angebot an Bewerbern immer kleiner wird. Erschwerend kommt die hohe Fluktuation hinzu: Im Jahresdurchschnitt 2020 mussten im Wirtschaftszweig Baugewerbe (ohne Bauträger) rein rechnerisch 34,1 % aller sozialversicherungspflichtigen Stellen in Deutschland neu besetzt werden, im Bauhauptgewerbe 35,8 %.

Genau genommen wäre die Fluktuationsquote der Anteil jener Stellen, auf denen innerhalb eines Jahres ein Mitarbeiterwechsel stattfindet. Allerdings wird dieser Sachverhalt statistisch nicht erhoben, deshalb muss die Fluktuation näherungsweise berechnet werden: Sie ergibt sich aus dem Durchschnitt aus neu geschlossenen und beendeten Arbeitsverhältnissen, der in Relation zum Bestand an Beschäftigungsverhältnissen gesetzt wird.

Die Fluktuationsquote:

(begonnene + beendete Beschäftigungsverhältnisse innerhalb eines Jahres) / 2

 

x 100%

(Personalbestand zum Jahresende + Personalbestand zum Ende des Vorjahres) / 2

zeigt somit, in welchen Branchen und bei welchen Arbeitnehmern Jobwechsel besonders häufig sind.

So gemessen haben die Mitarbeiterwechsel im vergangenen Jahr Corona-bedingt etwas abgenommen, trotz nach wie vor vergleichsweise guter Baukonjunktur: Die Fluktuationsquote sank im Baugewerbe von 36,7 % 2019 auf 34,1 % 2020. Im Bauhauptgewerbe ging sie von 38,5 % auf 35,8 % zurück. Im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt lag die Fluktuationsquote 2020 lediglich bei 29,8 % nach 33,1 % ein Jahr zuvor.

Innerhalb der (Bau-)Berufe fällt die Fluktuation deutlich unterschiedlich aus. In Hoch- und Tiefbauberufen hat der Jobwechsel zwar auch etwas nachgelassen, aber auf einem höheren Niveau: Die Quote sank von 49,3 % auf 45,7 %. Sie lag damit deutlich über dem Branchendurchschnitt. Auch die Innen- und Ausbauberufe weisen mit einer Quote von 39,0 % (2019: 42,9 %) eine hohe Fluktuation auf. Die Berufe in der Bauplanung, Architektur und Vermessung weisen hingegen eine deutlich niedrigere Beschäftigungsdynamik auf: Die Quote lag mit 20,9 % (2019: 22,7 %) deutlich unter dem Bauhauptgewerbe.

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