Maschinenauslastung im Bauhauptgewerbe

Die Gerätekapazitäten der Bauunternehmen sind inzwischen gut ausgelastet: Die Unternehmen des Bauhauptgewerbes meldeten im Rahmen des ifo Konjunkturtests im Durchschnitt des Jahres 2018 eine (saisonbereinigte) Maschinenauslastung von 79 %. Dies war der höchste gesamtdeutsche Wert (langjähriger Durchschnitt: 67 %). Im Juli 2019 lag die Kapazitätsauslastung im Branchendurchschnitt ebenfalls bei 79 % (langjähriger Juli-Durchschnitt: 68 %).

 

Die Auslastung kann je nach Branche und Region aber unterschiedlich ausfallen. Ifo veröffentlicht die Kapazitätsauslastung allerdings nur für das Bauhauptgewerbe insgesamt und für den Hoch- und Tiefbau. Nach Regionen gibt es nur Daten für West- und Ostdeutschland insgesamt und für Bayern und Sachsen. Demnach lag die Auslastung im Juli im ostdeutschen Hochbau mit 76 % am niedrigsten und im Hochbau in Bayern mit 81 % am höchsten.

Auch wenn die Auslastung der Maschinen im Bauhauptgewerbe in der langjährigen Entwicklung vergleichsweise hoch ausfällt, gibt es noch Luft nach oben:

  • Zum einen liegt die Auslastung im Bauhauptgewerbe noch deutlich unter der Vollauslastung und auch im Vergleich zu anderen Branchen fällt sie nach wie vor niedriger aus: So lag die Auslastung im Verarbeitenden Gewerbe im Jahresdurchschnitt 2018 bei 88 %. Selbst nach der Abkühlung der Gesamtwirtschaft im ersten Halbjahr lag die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe im Juli bundesweit bei 84 % und damit noch über der des Bauhauptgewerbes.

 

  • Zum anderen sind die Baubetriebe weiterhin dabei, ihre Kapazitäten zu erweitern. Nachdem die Unternehmen des Baugewerbes ihre Investitionen in neue Maschinen von 3 Mrd. Euro in 2006 auf 6,2 Mrd. Euro in 2017 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) erhöht haben, sind weitere Investitionen geplant. So gab im Rahmen der DIHK Konjunkturumfrage im Frühsommer dieses Jahres jedes vierte Bauunternehmen an, in den kommenden 12 Monaten seine Investitionen erhöhen zu wollen. Der Saldo aus den Anteilen der Baufirmen, die für die nächsten 12 Monate „höhere“ bzw. „geringere“ Investitionen planen liegt aktuell bei 17, im Hochbau sogar bei 19, so hoch wie nie. Dabei liegt der Fokus bei den Investitionen zunehmend auf der Kapazitätserweiterung: 25 % der befragten Bauunternehmen, von den Hochbauunternehmen sogar 28 %, gaben dies im Rahmen der Frühsommerumfrage als Motiv für ihre Investitionen an, zu Beginn des Bauaufschwungs 2006 lag der Anteil lediglich bei 13 %.

 

Siehe auch:
Bauindustrie: Auf den Punkt gebracht: „Beschäftigung von Flüchtlingen in der Bauwirtschaft“ 

 

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